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DFB-Elf beschwingt Richtung Viertelfinale

dpa Grenoble. Es läuft! Die deutschen Frauen nehmen bei ihrer WM-Rundreise durch Frankreich immer mehr Fahrt auf. Voss-Tecklenburg belohnt das DFB-Team für das souveräne 3:0 gegen Nigeria und das bisher Geleistete mit einem freien Tag. Die Kanzlerin wird gefeiert.

Giulia Gwinn machte nach dem Sieg gegen Nigeria ein Selfie mit den Fans. Foto: Xu Zijian/XinHua

Giulia Gwinn machte nach dem Sieg gegen Nigeria ein Selfie mit den Fans. Foto: Xu Zijian/XinHua

Mit dem SMS-Glückwunsch von Bundeskanzlerin Angela Merkel, frischem Selbstbewusstsein und der Vorfreude auf einen ganzen Tag Freizeit in Rennes nehmen die deutschen Fußball-Frauen die nächste WM-Etappe in Angriff.

Im Teambus herrschte nach dem souveränen Viertelfinal-Einzug ausgelassene Stimmung. Laut singend und klatschend feierten Spielführerin Alexandra Popp und ihr Team das 3:0 gegen Nigeria, wie auf einem Twitter-Video zu sehen ist.

Bester Laune war auch Martina Voss-Tecklenburg. „Ich bin froh, dass wir jetzt eine Woche durchatmen können. Vielleicht gibt es auch einen komplett freien Tag“, kündigte die Bundestrainerin strahlend an - und sie hielt Wort. Am Dienstag haben alle Spielerinnen frei, teilte der DFB mit. Auch Medientermine werde es nicht geben. Allerdings springt Voss-Tecklenburg selbst in die Bresche und stellt sich den mitgereisten Journalisten um 10.30 Uhr. Dann kann sie auch schon etwas zum nächsten Gegner sagen.

Denn am Abend zuvor werde man „gespannt schauen“, wen man bekomme. Im Pariser Prinzenpark entscheidet sich am Montag (21.00 Uhr) zwischen Schweden und Kanada, gegen wen der Olympiasieger am nächsten Samstag (18.30 Uhr) im Roazhon Park um den Halbfinaleinzug kämpft. Egal, wer es wird, Voss-Tecklenburg erwartet in jedem Fall ein „50:50-Duell“.

Spätestens nach den letzten Achtefinal-Partien am Dienstag steht dann fest, ob das nächste Etappenziel auf dem Weg zum Titel schon erreicht ist. Um sich für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr in Tokio zu qualifizieren, muss Deutschland in Frankreich zu den drei besten europäischen Teams gehören, wobei England (Bei Olympia startet Großbritannien) außen vor ist. „Vielleicht müssen wir dafür das Halbfinale erreichen“, sagte Voss-Tecklenburg.

Sollte sich ihr Team wie bisher weiter von Spiel zu Spiel steigern, stehen die Chancen dafür gut. Zumal die Bundestrainerin wieder fest mit Dzsenifer Marozsan plant, die seit ihrem Zehenbruch in der Auftaktpartie gegen China zum Zuschauen und Anfeuern ihrer Teamkolleginnen verurteilt war. „Dzseni wird im Viertelfinale wieder auflaufen. Wir sind heute auch für sie marschiert, damit sie bei diesem Turnier auf den Platz zurückkehren kann“, betonte MVT.

Die 27 Jahre alte Regisseurin, eigentlich Dreh- und Angelpunkt in der Zentrale, wird schmerzlich vermisst. Auch wenn das verschworene DFB-Kollektiv das Fehlen von Marozsans Ideenreichtum, Ballsicherheit und Standard-Qualität in den drei Partien gegen Spanien, Südafrika und Nigeria mit Kampf und Einsatz kompensieren konnte.

Im Wissen, dass der Star von Champions-League-Sieger Olympique Lyon bald zurückkehrt, räumte Voss-Tecklenburg ein, dass Marozsan eigentlich nicht zu ersetzten war. Damit nahm sie den Kritikern den Wind aus den Segeln, die trotz der makellosen Bilanz von vier Zu-Null-Siegen bei der WM (9:0 Tore) spielerische Mängel beklagen. „Man darf nicht vergessen, dass wir ohne eine der besten Fußballerinnen der Welt auskommen mussten.“

Doch Besserung ist in Sicht. Auch wenn es unfair wäre, Marozsan nach 14 Tagen Ball-Pause den ganzen Druck aufzuhalsen. Voss-Tecklenburg war froh, dass „Dzseni“ gegen Nigeria noch nicht gebraucht wurde und ihren lädierten Zeh noch schonen konnte. „Ich habe ja noch einen rechten Fuß, der funktioniert einwandfrei“, sagte Marozsan. Sie habe der Trainerin vorher gesagt, „ich bin bereit, vom Kopf her frei. Wenn mich die Mannschaft braucht, bin ich präsent“. Sie gab zu, dass ihr eine weitere Woche noch gut tut: „Das hilft der Heilung sehr. Was dann am Samstag ist, kann ich noch nicht sagen.“

Mit der Verletzung hatte sich Marozsan schnell arrangiert, ihre positive Einstellung und ihre Zuversicht behalten und ihr Team so gut es geht unterstützt. „Es gibt Schlimmeres als einen Zehenbruch. Die Mannschaft fightet und kämpft für mich. Und ich gewinne Zeit.“

Gegen Nigeria sprangen andere in die Bresche. Popp ebnete mit ihrem 48. Tor (soviel wie die frühere Bundestrainerin Silvia Neid) in ihrem 100. Länderspiel den Weg zum achten Sieg im achten Duell mit dem Afrika-Meister. Und für die spielerischen Elemente war vorwiegend Lina Magull zuständig, die Popp per Ecke den Ball perfekt auf den Kopf zirkelte (20. Minute) und kurz darauf den Strafstoß herausholte, den Sara Däbritz (27.) mit ihrem dritten Turniertor verwandelte.

Lea Schüller beseitigte mit ihren ersten WM-Treffer (82.) die letzten Zweifel am Erfolg bei schwülwarmem Wetter, das dem Team neben dem nie aufsteckenden Gegner ganz schön zusetzte. „Es war ein hart umkämpftes Spiel, sie haben uns alles abverlangt“, fasste die 21-Jährige nach den Kraftakt zusammen. Dann erklärte sie schmunzelnd, wo sie sich nun freuen werde: „In der Eistonne, die nächsten drei Tage.“

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Erstellt:
23. Juni 2019, 17:15 Uhr

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