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Die direkte WM-Qualifikation verpasst

Trotz des fünften Platzes beim Drei-Sterne-Weltcup in Malaysia muss der Backnanger Beachvolleyballer Yannick Harms bangen

Freude und Enttäuschung lagen für den Backnanger Beachvolleyballer Yannick Harms in den letzten Tagen eng beieinander. Trotz des starken fünften Platzes beim Drei-Sterne-Weltcup in Malaysia blieb ihm und seinem Partner Philipp Arne Bergmann die direkte Qualifikation für die Heim-WM in Hamburg verwehrt. Noch darf das deutsche Nationalteam aber auf eine Wildcard hoffen.

Hofft auf eine Wildcard, um bei der WM in Hamburg am Ball zu sein: Beachvolleyballer Yannick Harms, der mit Philipp Arne Bergmann ab Freitag in Münster im Einsatz ist.Foto: FIVB

Hofft auf eine Wildcard, um bei der WM in Hamburg am Ball zu sein: Beachvolleyballer Yannick Harms, der mit Philipp Arne Bergmann ab Freitag in Münster im Einsatz ist.Foto: FIVB

Von Steffen Grün

Deutlich besser als beim Startschuss zur World-Tour in Xiamen lief es für Harms und Bergmann in Kuala Lumpur. Während sich das Duo beim Vier-Sterne-Turnier an der chinesischen Südostküste mit dem 25. Platz begnügen musste, reichte es in Malaysias Metropole beim Wettbewerb der Drei-Sterne-Kategorie immerhin zum Einzug ins Viertelfinale. Hier ereilte das für Hameln startende Team ausgerechnet gegen die deutschen Konkurrenten Alexander Walkenhorst/Sven Winter (Düsseldorf) das Aus – 18:21, 16:21. Platz fünf bescherte Harms/Bergmann trotzdem wertvolle Weltranglistenpunkte, die sie sich in den Runden zuvor auch verdient hatten.

Mit drei Siegen und nur einer Schlappe schaffte der Backnanger mit seinem Mitstreiter den Sprung in die Top Acht unter den 56 Mannschaften von allen Kontinenten. Im ersten Duell hielten die Deutschen mit Quentin Métral und Florian Breer ihre Schweizer Rivalen konsequent auf Distanz – 21:11, 21:14. Es folgte eine eher unglückliche 0:2-Pleite (19:21, 22:24) gegen Mart Tiisaar und Kusti Nõlvak aus Estland. Da war mehr drin, doch sie steckten diesen Rückschlag in Windeseile weg. Mit starken Vorstellungen und Erfolgen gegen die Österreicher Martin Ermacora/Moritz Pristauz (21:19, 21:19) sowie die Ukrainer Sergiy Popov/Iaroslav Gordieiev (21:14, 21:16) zogen sie ins Viertelfinale ein, bevor das Turnier etwas abrupt endete. „Wir können trotz der Niederlage im deutschen Duell im Großen und Ganzen zufrieden sein“, bilanzierten Harms und Bergmann, die seit Montag schon wieder in der Wahlheimat am Olympia-Stützpunkt in Hamburg und damit bei klimatisch deutlich angenehmen Bedingungen trainieren.

In der Metropole an der Elbe geht vom 28. Juni bis zum 7. Juli auch die Beachvolleyball-Weltmeisterschaft über die Bühne. Klar, dass die amtierenden deutschen Vizemeister mit dem Heimvorteil im Rücken mitmischen wollen, doch die Teilnahme an den Titelkämpfen, die ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio 2020 sind, wird für Harms und Bergmann zu einer Zitterpartie. Am Montagabend veröffentlichte der Volleyball-Weltverband (FIVB) die vorläufige WM-Zulassungsliste: Sechs deutsche Teams haben ihren Start am Rothenbaum sicher, für den 25-Jährigen aus Backnang und seinen Partner gilt dies nicht. Bei den Frauen sind Karla Borger/Julia Sude, Sandra Ittlinger/Chantal Laboureur, Victoria Bieneck/Isabel Schneider und Kim Behrens/Cinja Tillmann über die Weltrangliste für das 48 Teams zählende Hauptfeld qualifiziert. Selbiges gilt bei den Männern für Julius Thole/Clemens Wickler, ein weiteres Ticket gab der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) an Nils Ehlers/Lars Flüggen.

Bergmann und Harms müssen nun wie zwei weitere deutsche Männerteams hoffen, eine Wildcard zu ergattern, die der nationale Verband beantragt hat. Auf diesem Umweg den Sprung zur WM zu schaffen, wäre nichts Ungewöhnliches: Auch Olympiasiegerin Laura Ludwig bleibt mit ihrer neuen Partnerin Margareta Kozuch derzeit nichts anderes übrig, als darauf zu hoffen.

„Die Vorfreude auf die Weltmeisterschaften in Hamburg steigt immer mehr“, sagt Niclas Hildebrand, der Sportdirektor für Beachvolleyball beim DVV. Dass sechs Teams die direkte Qualifikation über die Rangliste geschafft haben, zeige die hohe Qualitätsdichte der deutschen Duos. „Wir werden natürlich alle Hebel in Bewegung setzen, damit auch unsere Wildcard-Anträge Erfolg haben und die deutschen Fans sich auf noch mehr ’Local Heros‘ freuen dürfen“, verspricht Hildebrand. Zu dieser Kategorie würden auch Harms und Bergmann zählen, falls sie zum Zuge kommen.

Fürs Erste gilt ihre volle Konzentration aber dem Auftaktturnier der diesjährigen Deutschland-Tour. Los geht es am Freitag in Münster, dort gebührt ihnen als Nummer eins der Setzliste und mit dem Rückenwind aus Malaysia die Favoritenrolle.

Info
Die verschiedenen Wege zur WM nach Hamburg

Für die Beachvolleyball-WM in Hamburg (28. Juni bis 7. Juli) stehen bei den Frauen und Männern jeweils 48 Startplätze zur Verfügung. Jeweils 23 Tickets wurden am Montagabend über das Entry-Ranking des Weltverbandes FIVB vergeben. Weitere 20 Plätze gingen an die fünf Kontinentalverbände – also deren vier an den Europäischen Volleyball-Verband (CEV). Diese WM-Fahrkarten gingen an die besten Teams im Entry-Ranking, die nicht direkt qualifiziert waren und deren Nationen ihre maximale Teilnehmerzahl noch nicht ausgeschöpft hatten.

Leer gingen bislang der Backnanger Yannick Harms und sein Partner Philipp Arne Bergmann aus. Lediglich 40 Punkte fehlten dem Duo, um eines der vier zusätzlichen europäischen Tickets zu ergattern.

Eigentlich dürfen pro Nation und pro Geschlecht maximal vier Teams bei der WM starten. Eine Ausnahme gilt für den Gastgeber, dieses Mal also Deutschland: Ihm stehen bis zu sechs Startplätze zu, die Wildcards zählen für diese Quoten nicht. Auf eine solche hoffen nun Harms/Bergmann.

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Erstellt:
8. Mai 2019, 06:00 Uhr

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