Die Pokalvitrine platzt aus allen Nähten

Am Max-Born-Gymnasium genießt der Bundeswettbewerb Jugend trainiert für Olympia einen hohen Stellenwert. Seit Jahren werden Erfolge in den unterschiedlichsten Sportarten gefeiert. Noch viel mehr geht es aber um die Persönlichkeitsentwicklung und die Stärkung des Schulprofils.

Turnen, Judo, Tischtennis, Golf, Fußball und Schwimmen: In diesen sechs Sportarten mischen Teams des Max-Born-Gymnasiums um die Sportlehrer Oliver Winkelmann (am Plakat links) und Sebastian Marx (rechts) bei Jugend trainiert für Olympia mit. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Turnen, Judo, Tischtennis, Golf, Fußball und Schwimmen: In diesen sechs Sportarten mischen Teams des Max-Born-Gymnasiums um die Sportlehrer Oliver Winkelmann (am Plakat links) und Sebastian Marx (rechts) bei Jugend trainiert für Olympia mit. Foto: Alexander Becher

Von Steffen Grün

Viele Schulen besetzen eine besondere Nische, um sich von anderen ein wenig abzuheben. Auch das Max-Born-Gymnasium in Backnang tut das und darf sich als „weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“ bezeichnen. Das ist Voraussetzung, um irgendwann ein Sportprofil beantragen zu können, hat aber auch schon vorher konkrete Auswirkungen. „Wir legen großen Wert auf Sportunterricht und Bewegung im Schulalltag“, sagt Sport- und Englischlehrer Sebastian Marx, der sich den Fachschaftsvorsitz mit seinem Kollegen Oliver Winkelmann teilt. „Um diesem Anspruch auch gerecht zu werden, ist Jugend trainiert für Olympia ein tolles Mittel.“

Teams der Schule auf der Maubacher Höhe starten seit vielen Jahren bei diesem traditionsreichen Bundeswettbewerb (siehe Infotext), doch seit dem vergangenen Sommer gehen die Verantwortlichen die Sache noch strukturierter an – mit dem Ziel, alle Klassen abzudecken und die Kinder und Jugendlichen von Jahrgangsstufe zu Jahrgangsstufe „hochzuziehen“, erklärt Sebastian Marx. Über die Eltern wird abgefragt, ob Interesse besteht und welche Sportarten im privaten Bereich betrieben werden. In diesem Schuljahr sind Fußball-, Tischtennis-, Schwimm-, Judo- und Turnteams im Einsatz – und darüber hinaus erstmals ein Duo im Golfen, das aus einem Jungen und einem Mädchen besteht. Insgesamt summiert sich das auf 90 Kinder und Jugendliche. „Es kann sein, dass im Sommer zehn Handballer in die 5. Klasse kommen. Dann hätten wir plötzlich ein Handballteam“, sinniert Sebastian Marx.

Die Teamwettkämpfe stärken die Identifikation mit der Schule

„Das Schöne ist, dass die Schüler von selbst auf uns zukommen, wenn ihre favorisierte Sportart noch nicht dabei ist“, freut sich Sonja Conrad. Die Schulleiterin kann aus dem Stegreif mehrere Gründe nennen, warum sie das große Engagement rund um Jugend trainiert für Olympia unterstützt – und das, obwohl sie die Stundenpläne immer wieder ohne die betreuenden Lehrkräfte planen muss. Sport sei zunächst einmal Gesundheitsförderung, in physischer und in psychischer Hinsicht. Die Wettkämpfe „stiften eine Identifikation mit der Schule“, die mit den neuen Trikots für die nächsten Jahre noch verstärkt wird. Zudem, meint Conrad, finden die Kinder die Bestätigung, die sie dringend brauchen, denn „sie sollten nicht nur wissen, was sie nicht können“. Es gehe darum, auch Leistung abseits der Klassenarbeiten und der Noten zeigen zu können, „da können sie viel Selbstvertrauen tanken“.

Das eine schließe das andere aber nicht aus, betont Sebastian Marx, der sich von Jugend trainiert für Olympia vor allem zwei Dinge verspricht: „Es fördert den Teamgeist und die Persönlichkeitsentwicklung.“ Trainiert wird zum einen abseits der Schule in den Vereinen, aber auch in den AGs, die am Max-Born-Gymnasium neben dem regulären Sportunterricht angeboten werden und mittelfristig nach der Fertigstellung der benachbarten neuen Halle ausgebaut werden sollen. Vieles läuft über Kooperationen, „die engste haben wir derzeit mit der TSG-Tischtennisabteilung“. Aber auch mit den Schwimmern des Backnanger Großvereins und dem Golfclub Marhördt arbeitet das MBG zusammen, das Training mit einem TSG-Tenniscoach soll vielleicht in ein weiteres Team bei Jugend trainiert münden.

Erfolge gab es auch in diesem Jahr schon wieder einige, zuletzt belegten die Turnerinnen der Wettkampfklasse (WK) III beim Landesfinale in Überlingen den guten dritten Platz. Die am Bodensee zum Team zählende Kira Bühler findet den Bundeswettbewerb unter anderem deshalb toll, weil „für mich das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund steht“. Es ist ein Wort, das auch ihre Teamkollegin Anneli Andergassen benutzt und das seitens der Schüler immer wieder fällt. Auch von Michael Bäuerle, der im Vorjahr mit den Tischtennisjungs das Landesfinale der WK IV gewonnen hat. Das einzige, was ihn und seine Mitstreiter damals ärgerte: dass es in ihrem Wettbewerb kein Bundesfinale in Berlin gab. Eine Reise in die Hauptstadt wäre das „Gemeinschaftserlebnis“ schlechthin gewesen und bleibt für alle Teams das klare Ziel und der große Traum.

Infos rund um den Bundeswettbewerb der Schulen

Teilnehmer Die Zeitschrift Stern hat Jugend trainiert für Olympia 1969 ins Leben gerufen. Inzwischen sind unter dem Dach der Deutschen Schulsportstiftung die 16 Kultusministerien, der Deutsche Olympische Sportbund und die Fachverbände zuständig. Seit 2012 ergänzt Jugend trainiert für Paralympics das Angebot. Rund 800000 Schülerinnen und Schüler nehmen jedes Jahr insgesamt teil. Auch aus Backnang und Umgebung mischen viele Schulen mit.

Modus Die Teamwettbewerbe beginnen auf Kreisebene. Es besteht die Möglichkeit, sich über den Regierungsbezirk für das Landesfinale und im Idealfall für das Bundesfinale zu qualifizieren.

Infos Details, etwa zu den Sportarten, gibt es unter www.machmit-bw.de oder www.jugendtrainiert.com.

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Erstellt:
23. März 2024, 09:54 Uhr

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