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Druck für Söderholm vor WM-Debüt - Auftaktsiege Pflicht

dpa Kosice. Auf einen Weltklasse-Spieler muss das deutsche Eishockey-Team zum WM-Start noch verzichten. Das erhöht den Druck auf den neuen Bundestrainer. Gerade zum Auftakt müssen Siege her. Sonst wird es mit dem WM-Ziel eng und es drohen wieder Olympia-Qualifikationsturniere.

Ein Sieg über Großbritannien zum Auftakt der Eishockey-WM ist für DEB-Coach Toni Söderholm Pflicht: „Man muss liefern.“ Foto: Aramin Weigel

Ein Sieg über Großbritannien zum Auftakt der Eishockey-WM ist für DEB-Coach Toni Söderholm Pflicht: „Man muss liefern.“ Foto: Aramin Weigel

Die Pflichtsiege zum Auftakt müssen noch ohne Stanley-Cup-Sieger Philipp Grubauer gelingen. Der NHL-Torhüter kann das deutsche Eishockey-Team bei der WM in der Slowakei nach dem Playoff-Aus seiner Colorado Avalanche frühestens zum dritten Spiel gegen Frankreich verstärken.

Vor allem der neue Bundestrainer Toni Söderholm bangt, dass die Hoffnung auf den Viertelfinal-Einzug nach der WM-Enttäuschung im vergangenen Jahr dann nicht schon fast dahin ist. Der Druck für den Nachfolger von Marco Sturm vor dem Start gegen Außenseiter Großbritannien am Samstag und Dänemark am Sonntag (beide 16.15 Uhr/Sport1 und DAZN) ist groß. „Man muss liefern“, sagte Söderholm vor seinem WM-Debüt.

Von seinem Vorgänger, der nach der Olympia-Silbermedaille und dem folgenden Umbruch im Team das Viertelfinale bei der WM 2018 enttäuschend verpasst hatte, bekam Söderholm noch einmal die Zielsetzung vor Augen geführt. „Was können wir bei dieser WM erreichen? Ich meine, die direkte Olympiaqualifikation für 2022 und damit das Viertelfinale“, schrieb Sturm in der „Bild“-Zeitung.

Um erstmals seit 15 Jahren wieder einem Qualifikations-Turnier für Olympia zu entgehen, müsste Deutschland unter den Top acht der Weltrangliste bleiben. Beim Einzug ins Viertelfinale wäre dies fast sicher. „Ich habe die letzten zwölf Jahre dreimal die Olympia-Quali gespielt. Das war nicht schön. Das war Stress pur. Das einmal vermeiden zu können, das wäre doch richtig gut“, sagte Kapitän Moritz Müller. Siege von Beginn an sind dafür Pflicht.

Deutschland, das sich sonst gerne im Turnier kontinuierlich steigert, ist vor allem gegen Aufsteiger Großbritannien, aber auch gegen die Dänen Favorit. Das ist auch Söderholm bewusst. Wegen der großen Bedeutung des WM-Auftaktes für den weiteren Turnierverlauf warnte der 41 Jahre alte Finne seine Spieler eindringlich vor den Briten: „Das ist auf keinen Fall ein leichter Gegner. Ich kann das nicht deutlich genug sagen. Die sind organisiert.“

Söderholm weiß, dass ihm einige Personal-Entscheidungen kritisch vorgehalten werden, sollte der Auftakt nicht gelingen. In den beiden ersten Spielen muss er sich zwischen Düsseldorfs Mathias Niederberger und Nürnbergs Niklas Treutle im Tor entscheiden. Auf die routinierten Dennis Endras (33) vom Meister Mannheim und Danny aus den Birken (34) vom Vize-Champion München hatte Söderholm bewusst verzichtet - in der Annahme mindestens noch einen NHL-Goalie dazu zu bekommen.

„Ja, klar“, bestätigte Söderholm dies im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Thomas Greiss sagte nach dem Playoff-Aus seiner New York Islanders aber verletzt ab und Grubauer schied mit Colorado erst am 8. Mai aus. Der 27-Jährige gab dem DEB bereits seine WM-Zusage, muss aber noch die üblichen Abschlussgespräche bei seinem Team in Denver absolvieren und könnte erst am Samstag fliegen.

„Ich verstehe nicht, warum man das als riskante Situation bezeichnet, wenn wir zwei der besten Torhüter in Deutschland dabei haben“, sagte Söderholm barsch zur nun eingetretenen Situation. Niederberger und Treutle sind in der heimischen Liga gute Torhüter, international aber recht unerfahren. „Mathias Niederberger und Niklas Treutle waren beide letztes Jahr bei der WM. Ich bin 100-prozentig sicher, dass sie für den nächsten Schritt bereit sind“, befand Söderholm indes.

Im Team wird Grubauer aber fast sehnsüchtig erwartet. „Wenn so ein Torhüter zur Mannschaft stößt, dann ist das immer eine Bereicherung, die man sehr dankend annimmt“, meinte Kapitän Müller. Starstürmer Leon Draisaitl sagte der dpa: „Natürlich haben wir hier auch sehr, sehr gute Torhüter. Aber es gibt natürlich auch einen Grund, warum Grubi und Greissi drüben überragende Saisons gespielt haben.“

Wenn Grubauers WM-Teilnahme endgültig fix ist, hat das deutsche Team neben Draisaitl einen weiteren Weltklasse-Spieler dabei, was den Umbruch nach dem Rücktritt einiger Olympia-Silbergewinner erheblich erleichtern würde. Auch Talente wie der erst 18 Jahre alte Moritz Seider, der schon bald in die NHL wechseln könnte, machen Hoffnung auf eine gute WM - wenn der Auftakt ohne Grubauer gelingt.

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Erstellt:
10. Mai 2019, 15:04 Uhr

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