Eigenes Spiel mit Vehemenz durchdrücken

Ein Heimsieg zum Auftakt – so stellt sich Handball-Drittligist HC Oppenweiler/Backnang den Start in die neue Runde vor. Allerdings kommt ein unbequemer Gegner: Mit dem TSV Neuhausen/Filder gibt ein ambitionierter Aufsteiger seine Visitenkarte in der Gemeindehalle ab.

HCOB-Torhüter Jürgen Müller (am Ball) und sein Kollege Stefan Koppmeier sollen das Tempospiel verschärfen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

HCOB-Torhüter Jürgen Müller (am Ball) und sein Kollege Stefan Koppmeier sollen das Tempospiel verschärfen. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang hoffen darauf, dass es im ersten Spiel der Drittliga-Saison ein kleiner Vorteil ist, schon das erste Wettbewerbsspiel absolviert zu haben. Anwurf ist am morgigen Samstag um 20 Uhr in der Gemeindehalle.

Um seinen Puls müsse man sich keine Gedanken machen, sagt Matthias Heineke und lacht. Zumindest nicht zu Beginn der Woche. „Wie das dann vor dem Spiel aussieht, ist meist von der Trainingswoche abhängig.“ Klar ist: Die Anspannung vor dem Rundenstart steigt, alle fiebern dem Auftakt entgegen. Dass die HCOB-Handballer ihr erstes Pflichtspiel bereits absolviert haben, muss kein Nachteil sein. „Wir haben mit dem DHB-Pokalspiel gegen den TV Hüttenberg den Einstieg in den Wettkampf gefunden“, sagt Matthias Heineke, und es war trotz Niederlage kein Negativerlebnis. Mit einem sehr starken Spiel hätte gegen den Zweitligisten mehr drin liegen können, findet Matthias Heineke, der aber auch erkannte, „dass wir über 60 Minuten noch ein ganzes Stück vom Limit entfernt waren“. Der positive Aspekt: „Jeder Spieler ist schon voll drin im Modus – und für mich als Trainer hat das Spiel wirklich noch mal wertvolle Erkenntnisse gebracht.“

HCOB-Trainer Matthias Heineke hat

viel Respekt vor dem morgigen Gegner

Mit dem TSV Neuhausen/Filder kommt ein Aufsteiger, der aber kein Novize auf Drittliga-Niveau ist. Schließlich sind gerade zwei Jahre seit dem unglücklichen Abstieg der Filderhandballer vergangen. „Da sind aus den bislang letzten Begegnungen mit uns noch viele Spieler dabei. Der Rückraum mit Timo Durst, Hannes Grundler, Roman Fleisch und Luis Sommer spielt beispielsweise schon lange zusammen“, sagt Matthias Heineke. Defensiv hat der Klub in der Transferperiode nachgelegt und mit Josip Kvesic einen erfahrenen Mann vom Ligarivalen TV 08 Willstätt geholt. In der Abwehr sei der TSV Neuhausen/Filder in der Lage, zwei Systeme zu spielen, darauf gilt es sich einzustellen und die richtigen Lösungen zu finden. Außerdem sei die von Markus Locher trainierte Mannschaft stark im Umschaltspiel, befindet Matthias Heineke. Das erfordert, die Zahl der technischen Fehler gering zu halten und dem Gegner möglichst wenig Gelegenheiten zum Konter zu bieten. Interessant ist ein Aspekt: Während der HCOB bis Mitte Juni spielte und jetzt auch schon wieder im DHB-Pokal aktiv war, kommen die Gäste aus einer zehnmonatigen Wettkampfpause.

Dass sich die Abwehr der Murrtaler im Heimspiel gegen den TV Hüttenberg im Laufe der Partie zunehmend stabilisierte, bot für Matthias Heineke eine wichtige Erkenntnis, „daran wollen wir am Samstag anknüpfen“. Er vertritt nämlich die Ansicht, „dass die Abwehr- und Torwartleistung für uns eine größere Bedeutung haben wird als noch vor zwei Monaten“. Steht der Defensivverband, dann können die Torhüter Jürgen Müller und Stefan Koppmeier glänzen, „und dann ist auch die Grundlage für unser Tempospiel geschaffen“. Das wollen die Murrtaler im ersten von elf Heimspielen der bevorstehenden Saison nämlich mit Vehemenz durchdrücken. Denn bei aller Ungewissheit, die alle Teams vor der ersten Begegnung in einer neuen Saison begleitet, ist das Ziel der HCOB-Handballer klar definiert: Mit dem eigenen Publikum im Rücken sollen die ersten beiden Punkte auf die Habenseite gebracht werden. HCOB-Matthias Heineke bringt es bei der Frage, wie wichtig ein Erfolg gleich zum Start der neuen Runde wäre, jedenfalls sehr präzise auf den Punkt: „Sehr wichtig.“

Wichtige Hinweise für die Zuschauer

Eintrittskarten Für das erste Punktspiel gibt es Tickets an der Abendkasse. Es gelten folgende Regeln: 3G, Kontakthinterlegung und Maskenpflicht. Der HCOB empfiehlt allen Besuchern die Installation der Luca-App. Wer möchte, kann sich ein Formular auf der HCOB-Internetseite herunterladen und ausgefüllt mitbringen. Die Möglichkeit zum Schnelltest bietet das DRK in Oppenweiler von 18 bis 19.30 Uhr an. Den Link zur Anmeldung gibt es ebenfalls auf der Internetseite des Vereins.

Dauerkarten Beim HCOB werden die Jugendspieler sowie die Sportler aller aktiven Mannschaften traditionell mit Dauerkarten für die Erste ausgestattet. Umso größer ist die Freude beim HCOB, dass man dem Nachwuchs (und den älteren Sportlern) ab sofort wieder das Live-Erlebnis ermöglichen kann.

Die Begegnung wird zudem live auf Sportdeutschland.TV übertragen. Wer zuschauen möchte, benötigt einen Account und ein Ticket zum Preis von 4,50 Euro.

Der Gegner Der TSV Neuhausen/Filder wurde von den Verantwortlichen für den Spielbetrieb der Oberliga als Aufsteiger in die Dritte Liga benannt. Die Handballer von den Fildern betreten damit jedoch kein Neuland, vielmehr waren sie in den vergangenen Jahren immer wieder einmal in dieser Liga vertreten. Zuletzt spielten sie vor zwei Jahren bis zuletzt um den Ligaverbleib mit. In Entscheidungsspielen zogen sie jedoch gegen den TV 08 Willstätt den Kürzeren. Die Mannschaft von Coach Markus Locher hat um die erfahrenen Rückraumspieler Timo Durst und Hannes Grundler ein ambitioniertes Team aufgebaut, das sich in der Dritten Liga vor keinem Gegner verstecken muss. Kurz vor Rundenbeginn hatte der Klub allerdings Verletzungspech: Torwart Niklas Prauss fällt länger aus. Der TSV reagierte und holte Marc Vogel vom benachbarten Württembergligisten SKV Unterensingen.

Bisherige Duelle Im bislang letzten Spiel zwischen Neuhausen/Filder und dem HCOB gab es vor etwas mehr als zwei Jahren ein Remis in der Karl-Euerle-Halle. In den zehn Punktspielen zwischen beiden Teams führt Neuhausen mit 12:8 Punkten, allerdings hat der HC Oppenweiler/Backnang in den Duellen der jüngeren Vergangenheit recht ordentlich aufgeholt und einige Siege eingefahren.

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Erstellt:
3. September 2021, 16:00 Uhr

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