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Ein Achtstufenplan und eine Nachrückerliste

Beim Handball denkt man über die Rückkehr zum Spiel nach und plant bereits die kommende Drittliga-Saison

Würde sich freuen, wenn es im September mit Handball wieder richtig losgehen könnte: Matthias Heinecke, Coach des HCOB. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Würde sich freuen, wenn es im September mit Handball wieder richtig losgehen könnte: Matthias Heinecke, Coach des HCOB. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Viele Handballer hatten sich zuletzt Ersatzbeschäftigungen gesucht. Manche sind Rad gefahren, andere gejoggt. Am liebsten werfen sie aber immer noch mit dem Ball aufs Tor. Darum ist es für sie eine gute Nachricht, dass der Deutsche Handball-Bund mit dem Konzept Rückkehr zum Spiel einen Achtstufenplan veröffentlicht hat, wie er sich im Amateursport eine Rückkehr in den Trainings- und Spielbetrieb vorstellt. Für Spieler, Funktionäre und Fans des HC Oppenweiler/Backnang sind zudem die Planungen für die neue Drittliga-Saison besonders interessant.

Viele Sportverbände haben die Saison abgewickelt und blicken bereits wieder nach vorne. Der DHB gibt seinen Vereinen nun ein Konzept an die Hand. Das beinhaltet, dass Sportler erst eigenständig üben, sich dann in Kleingruppen treffen, anschließend zum Mannschaftstraining zurückkehren und – in einer letzten Stufe – zum Wettkampf finden sollen. Termine sind, bei aller Ungewissheit, auch angegeben. Stufe acht soll im September erreicht sein. Der DHB-Vorstandsvorsitzende Mark Schober sagt: „Oberste Priorität hat der Infektionsschutz, aber wir müssen auch in dieser Zeit darauf achten, dass wir unsere Vereinsstrukturen erhalten und vor allem Kindern und Jugendlichen die Wiederaufnahme von Training ermöglichen.“

Das Positionspapier enthält Handlungsempfehlungen und Anregungen, um höchsten Anforderungen an das Gebot des Abstandhaltens gerecht zu werden. Zugleich soll es Vereinen und Kommunen helfen, im Dialog mit Kommunen oder Behörden Lösungen zu entwickeln. Gerold Hug, Vorsitzender beim HC Oppenweiler/Backnang, begrüßt dies: „Der DHB hat uns mit diesem Positionspapier eine gute Unterstützung zukommen lassen. Wir befassen uns damit, wie wir diese Anregungen in unserer Vereinsarbeit umsetzen können.“ Dies geschehe ohne Hektik, weil die Qualifikationsspiele im Jugendhandball abgesetzt sind und der Trainingsbetrieb bei den Erwachsenenmannschaften im Mai traditionell reduziert ist oder gar ruht; aber auch mit Zielstrebigkeit, „weil wir vorbereitet sein wollen, wenn die Rahmenbedingungen sportliche Betätigung wieder zulassen“.

Für die kommende Drittliga-Saison liegen ebenfalls erste Infos vor. Der DHB plant den Rundenstart im September. Den Vereinen und vor allem den Sportlern soll eine Vorbereitungsphase mit einem regelmäßigen Trainingsbetrieb von sechs Wochen eingeräumt werden. Bedeutet: Ein geregeltes Mannschaftstraining müsste ab Mitte Juli möglich sein.

Bisher spielten 64 Mannschaften in Liga drei, aufgeteilt in vier Staffeln mit je 16 Teams. Der HCOB war seit 2015 in die Südstaffel eingeordnet. Dabei bleibt es wohl. Weil aufgrund der vorzeitigen Beendigung der abgelaufenen Saison keine Mannschaften absteigen müssen, wird die Dritte Liga auf 72 Teams aufgestockt. Angedacht sind vier Staffeln mit 18 Mannschaften. In den nächsten zwei Runden soll die Zahl wieder auf 64 reduziert werden. Zum Beispiel mit einer höheren Zahl an Absteigern oder einem reduzierten Aufstieg aus den vierten Ligen.

Interessant ist, wie die 72 Teams für die neue Runde zusammenkommen sollen. Zieht man von den aktuell 64 Mannschaften die vier Zweitliga-Aufsteiger sowie die während der Runde aus dem Spielbetrieb ausgeschiedenen Vereine SG Nußloch und Rhein Vikings ab, sind es 58 Teams. Hinzu kommt (wahrscheinlich) Zweitligist HSG Krefeld, der keine Lizenz erhalten hat. Zudem steigen im Normalfall zwölf Teams aus den vierten Ligen auf, macht 71. Damit fehlt ein Team. Sollte sich Krefeld noch in die zweite Liga klagen, ein bisheriger Drittligist nicht mehr melden oder ein aufstiegsberechtigter Klub verzichten, wird die Lücke noch größer. Geschlossen werden soll sie dank nachrückender Viertligisten. Infrage kommen Teams, die auf den Plätzen zwei oder drei ihrer Oberliga abgeschlossen haben.

Im Ländle sind – da diese Liga zwei fixe Aufstiegsplätze hat – der Dritt- und Viertplatzierte im Rennen. Die am Nachrücken interessierten Klubs können sich melden. Unter ihnen wird dann anhand des Punktabstands zum Aufsteiger ihrer Staffel eine Rangliste ermittelt. Ein Beispiel: Der TSV Neuhausen als Dritter der baden-württembergischen Oberliga hat einen Quotienten von 143,5 eingespielt. Auf die Zweitplatzierte HSG Konstanz II ergibt sich ein Abstand von 4,3 Zählern. Mit diesem Wert läge das Team von den Fildern im bundesweiten Ranking auf Rang fünf. Sollte Neuhausen Interesse am Aufstieg haben, könnte das unter Umständen klappen und der HCOB hätte ab September ein Württembergduell mehr.

Info

Am 15. Mai läuft die Meldefrist für die neue Runde ab. Die Einteilung der vier Staffeln hat sich die Spielkommission der Dritten Liga für Juni vorgenommen. Bei 18 Teams wären 34 Spiele zu absolvieren. Die Saison würde kommendes Frühjahr vermutlich einige Wochen länger dauern. Matthias Heineke, der Trainer des HC Oppenweiler/Backnang, sagt: „Das wäre eine Kröte, die wir alle gerne schlucken würden, wenn es nur wieder losgehen kann.“

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Erstellt:
9. Mai 2020, 11:30 Uhr

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