Hintergrund

Ein Einstand und ein Ausklang in einem

TSG-Fußballer gehen mit neuem Coach ins Oberliga-Duell mit starken Freibergern, das zugleich schon das letzte Heimspiel 2018 ist

Es ist die Premiere des neuen Trainers Evangelos Sbonias und zugleich bereits das letzte Heimspiel, das Backnangs Fußball-Oberligist dieses Jahr bestreitet. Am Samstag um 14.30 Uhr erwartet die TSG den SGV Freiberg und will nach den bitteren Enttäuschungen der letzten Wochen versuchen, mit dem neuen Boss auf der Bank die Wende einzuleiten. Aber: Der Nachbar vom Neckar ist klarer Favorit.

Geht am Samstag nur dann auf Torejagd, wenn kein erneutes Verletzungsrisiko besteht: TSG-Routinier Mario Marinic. Archivfoto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Geht am Samstag nur dann auf Torejagd, wenn kein erneutes Verletzungsrisiko besteht: TSG-Routinier Mario Marinic. Archivfoto: A. Becher

Von Steffen Grün

Er hatte noch keine Trainingseinheit mit seinem neuen Team absolviert, da wusste Sbonias angesichts von acht Partien ohne Sieg bereits, wo der Hebel anzusetzen ist: „Nach einer solchen Abwärtsspirale geht’s zunächst nur darum, den Kopf der Spieler freizubekommen und den Spaß am Fußball zurückzubringen.“ Erste Anzeichen, dass dies klappen könnte, sah der 36-Jährige schon beim ersten Training am Dienstagabend. „Die Mannschaft war mit vollem Elan bei der Sache.“ Die weiteren Einheiten am gestrigen und heutigen Abend dienen dazu, trotz der so prekären sportlichen Lage „eine gewisse Lockerheit und vielleicht sogar etwas Selbstvertrauen zu entwickeln“, indem die Akteure gezielt in Situationen gebracht werden, in denen der erfolgreiche Torabschluss möglich ist.

Trotzdem ist Sbonias klar, dass da zwei Vereine „mit gegensätzlichen Gefühlswelten“ aufeinandertreffen. Hier die TSG, die seit dem 3:1-Sieg gegen Göppingen am 15. September nicht mehr gewonnen hat und mit acht Punkten auf dem drittletzten Tabellenplatz dahindümpelt. Dort der SGV, der seit dem 0:2 gegen Bissingen (5. September) nicht mehr verloren hat und als Dritter mit 30 Zählern dem Führungsduo aus Stuttgart und Reutlingen (jeweils 31) im Nacken sitzt. „Das ist die Mannschaft der Stunde in der Oberliga“, sagt der neue Trainer der Murrtaler über den Nachbarn vom Neckar und packt Lobeshymnen aus. „Sehr spielstark, auf allen Positionen sehr ausgeglichen besetzt und mit einem klaren Plan ausgestattet“, sei die Truppe seines Kollegen Ramon Gehrmann, die nach dem schwachen Start mit nur vier Punkten aus fünf Partien längst in der Erfolgsspur ist.

„Auf dem Papier gibt’s einen klaren Favoriten“, stellt Sbonias fest, wirft die Flinte aber nicht vorzeitig ins Korn: „Wir wollen aus den letzten drei Spielen in diesem Jahr so viele Punkte wie möglich erobern, um nach der Winterpause angreifen zu können.“ Aufs Heimduell mit Freiberg folgen noch das Vorrundenfinale in Ravensburg sowie der Rückrundenstart in Villingen. Gegen den SGV fällt Patrick Tichy verletzt aus, bei Mario Marinic hat Sbonias noch etwas Hoffnung. Am Dienstag trainierte der 34-Jährige individuell. „Da sah es ganz gut aus.“ Man werde aber kein Risiko eingehen, betont der Trainer, der ohnehin davor warnt, die ganze Verantwortung auf den Schultern des Torjägers und von Kapitän Oguzhan Biyik abzuladen: „Es sitzen alle im Boot und müssen ihren Teil dazu beitragen, das Ruder herumzureißen.“

Hintergrund
Immerhin eine Statistik ist ein Mutmacher für die Roten
Die TSG muss sich auf einen harten Abstiegskampf einstellen. Der Abstand auf den Viertletzten Gmünd beträgt zwar nur zwei Punkte, doch sehr wahrscheinlich müssen mindestens vier Vereine runter – und Linx auf dem fünftletzten Platz ist acht Zähler entfernt. Der SGV Freiberg darf nach dem zwischenzeitlichen Absturz in die Verbandsliga (2016) vom Regionalliga-Aufstieg träumen. Mit 30 Punkten trennt den Dritten nur ein Zähler von den Stuttgarter Kickers und Reutlingen, ihm sitzen allerdings auch Nöttingen, Bissingen und Villingen (alle 28) im Nacken. Die TSG ist seit acht Spielen sieglos, schoss in dem Zeitraum nur ein Tor und kassierte zuletzt sechs Pleiten in Serie. Elf Tore bedeuten die schwächste Oberliga-Offensive, der SGV hat mit 32 Treffern die gefährlichste und mit Marcel Sökler (12) zudem den Toptorjäger. Freiberg ist seit zehn Spielen ungeschlagen, landete zuletzt fünf Siege nacheinander. Mut darf es der TSG machen, dass sie die letzten drei Duelle mit Freiberg gewann. Da war der 2:1-Heimsieg im Rückspiel der gemeinsamen Verbandsliga-Saison, in der Oberliga gab es zu Hause ein 5:1, auswärts ein 2:0.

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Erstellt:
16. November 2018, 06:00 Uhr

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