Ein guter Mix aus Youngsters und Routiniers beim HCOB

Die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang stehen vor einer interessanten Aufgabe. Die Dritte Liga präsentiert sich in der Saison 2021/2022 in einem neuen Format, die zwölf Mannschaften umfassende Süd-Gruppe gilt als besonders leistungsstark. Die Murrtaler wollen den positiven Trend der vergangenen Spielrunden fortsetzen.

Der lange verletzt fehlende Tobias Gehrke (am Ball) will seine erste komplette Saison beim HC Oppenweiler/Backnang absolvieren. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Der lange verletzt fehlende Tobias Gehrke (am Ball) will seine erste komplette Saison beim HC Oppenweiler/Backnang absolvieren. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Vor einem Jahr steckten die HCOB-Handballer Ende August mitten in der Saisonvorbereitung. Erst im Oktober ging es los, und dann war nach drei Spieltagen Schluss. Nun geht es – fast normal – Anfang September los, und alle hoffen, dass die Runde dieses Jahr grundsolide durchläuft. Für den HCOB-Coach Matthias Heineke bedeutet der veränderte Ablauf: Auf die wohl längste Vorbereitung aller Zeiten folgte die kürzeste. „Zweieinhalb Wochen weniger als im Normalfall“, hat Matthias Heineke ausgerechnet. Und nicht nur das: „Auch die Pause war nach dem letzten Spiel der Vorsaison kurz.“ Schließlich hatten es die Murrtaler in der Aufstiegsserie in die Finals geschafft und bis Mitte Juni gespielt. „Da war es für die Köpfe zu Beginn nicht leicht, sich auf den Vorbereitungsmodus einzustellen. Wir haben uns deshalb anfangs auf die Abwehr konzentriert.“ Es folgten zehn Tage Pause, „danach konnten wir die letzten Wochen der Saisonvorbereitung voller Energie angehen. Da haben wir den Fokus auf die taktischen Inhalte gelegt.“ In Summe war es ein bisschen stressiger – die Teilnahme an der Aufstiegsrunde will der Coach deshalb aber keineswegs missen. Erstens: „Die Erfahrungen, die wir als Mannschaft und als Verein gemacht haben, waren sehr wertvoll.“ Zweitens: „Wir konnten auf einem viel höheren Niveau als sonst starten.“

In der Vorbereitung fielen die sonst obligatorischen Turnierteilnahmen in diesem Jahr aus. Auch die Zahl der Vorbereitungsspiele war etwas geringer. Matthias Heineke erklärt: „Es ging darum, eine ähnliche Konstellation wie im Frühjahr zu finden: nicht so viele Spiele, dafür aber gegen richtig starke Gegner. Das war damals richtig, um sofort zu zünden. Da haben wir jetzt eine ähnliche Konstellation. Mir war wichtig, nach dem Trainingslager Mitte August einen Wochenrhythmus aufzunehmen, um beim ersten Punktspiel dann schon in der vierten Woche in diesem Modus zu sein.“ Klare Abläufe sollen für Sicherheit sorgen.

Ein guter Mix aus Youngsters und Routiniers beim HCOB

Der Kader präsentiert sich nur leicht verändert. Evgeni Prasolov, Philipp Schöbinger und Johannes Csauth sind nicht mehr dabei. Der einzig „echte“ Neue ist Luis Villgrattner. Der Rückraumspieler mit Wurzeln am Fuße der Schwäbischen Alb kam vom Zweitligisten VfL Gummersbach. Trainer Matthias Heineke freut sich auf den Linkshänder: „Im Angriff ist Luis sehr spiel- und entscheidungsstark. Er hat einen guten Wurf und wird sich hoffentlich schnell in unser Spiel integrieren.“ Auch für die Abwehr soll er ein Gewinn sein: „Er kann zwei Positionen pro System spielen, im 5:1 und im 6:0. Das macht ihn sehr variabel einsetzbar.“ Was ergänzend hinzu kommt: „Er ist ein sehr offener Mensch, der auf alle Spieler in der Mannschaft von sich aus zugeht und schon total integriert ist.“ Dauerhaft zurück im Kader ist Linksaußen Florian Frank, der in der vergangenen Runde eigentlich in der Zweiten hatte spielen wollen, im Frühjahr aber schon konstant im Drittliga-Team dabei war. „Damit gewinnen wir einen Spieler dazu, der Mannschaft und Verein aus dem Effeff kennt“, sagt Coach Heineke. „Er hat sich, seitdem er wieder hier ist, extrem abschlussstark präsentiert. Florian hat einen guten Riecher für Gegenstoßsituationen. Er ist eine absolute Frohnatur, bringt positive Stimmung in der Mannschaft und genießt hohe Wertschätzung.“ Zwei weitere Handballer steigen ebenfalls in ihre erste komplette Saison im Drittliga-Team ein: Der lange verletzt fehlende Tobias Gehrke sowie der im Frühjahr in den Fokus gerückte Nachwuchsmann Lukas Rauh. „Sie werden die Mannschaft qualitativ deutlich verstärken“, sagt Heineke. Eine Option für die Zukunft ist der junge Martin Lübke, der aus Oberstenfeld kam und parallel in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln wird.

In Summe sieht der Coach sein Team gut aufgestellt, „aus meiner Sicht ist es eine sinnvolle Zusammenstellung. Wir haben jede Position doppelt besetzt und eine gute Mischung aus erfahrenen und talentierten Spielern.“ Um ein paar Beispiele zu nennen, fernab von Vollständigkeit: Routiniers wie Torwart Jürgen Müller, Rückraum-Ass Ruben Sigle oder Spielführer Philipp Maurer sollen dem Team Halt geben, aufstrebende Akteure wie die jungen Rückraumspieler Timm Buck, Felix Raff oder Isaiah Klein vermehrt Akzente setzen. „Individuell sehe ich uns gut aufgestellt“, sagt Coach Matthias Heineke, und hofft nun, „dass die Mannschaft ihren Teamspirit findet – denn dann wird es eine gute Saison“.

Den Spielmodus – die 82 Mannschaften sind in sieben Staffeln eingeteilt – findet der Coach, und da hat er objektiv recht, eher ungewöhnlich. „Mir ist keine Spielklasse, auch in anderen Sportarten, bekannt, in der das Format durch Corona so deutlich umgestellt worden ist. Da muss man schauen, dass man sich flink zurechtfindet und von Beginn an punktet.“ Die Süd-Gruppe gilt als besonders stark, und die Spielfolge ist auch nicht ohne: „Wir haben zu Beginn viele anspruchsvolle Auswärtsspiele. Da brauchen wir Topleistungen, um Punkte zu holen, um in einen positiven Punktebereich zu kommen.“ Aber die HCOB-Handballer sind durch die guten Leistungen der vergangenen Jahre auch selbstbewusst genug, um diesen Aufgaben mit einer gehörigen Portion Optimismus entgegenzutreten. Dass wieder Zuschauer zugelassen sind, freut Trainer Heineke besonders, und er sagt: „Zuletzt haben wir gemerkt: Trotz aller Erfolge und ungeachtet der guten Leistungen, das Salz in der Suppe hat ohne Fans gefehlt. Jetzt freuen wir uns auf Zuschauer und hoffen, dass das so auch bleibt. Wir erhoffen uns dadurch natürlich einen unglaublichen Heimvorteil.“

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Erstellt:
2. September 2021, 11:30 Uhr

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