Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Ein gutes Ende eines engen Duells

Backnangs Judofrauen stoßen Tabellenführer Wiesbaden vom Thron, obwohl dem Erstligisten von der Murr die Topstars fehlen

Das hat gesessen: Die TSG-Judofrauen lieferten sich ein enges Duell mit dem JC Wiesbaden, bei dem Backnang mit 8:6 (Unterbewertung 71:60) am Ende triumphierte. Damit verbannte der Deutsche Meister die Hessinnen von Platz eins auf Platz drei der Gruppe Süd, während er auf Position zwei der Ersten Bundesliga rutschte. Trainer Jens Holderle war hin und weg von der Leistung seines Teams: „Es war wirklich sensationell.“

Erbrachte mit Backnangs Judofrauen eine umwerfende Leistung: Die junge Sarah Mäkelburg (stehend), zwei Punkte zum 8:6 beisteuerte. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Erbrachte mit Backnangs Judofrauen eine umwerfende Leistung: Die junge Sarah Mäkelburg (stehend), zwei Punkte zum 8:6 beisteuerte. Foto: A. Becher

Von Katharina Klein

All die Sorgen der vergangenen Woche waren beim Jubel auf der Matte wie weggewischt. Gerade hatte Jens Holderle sein Team zum Sieg gegen Wiesbaden gecoacht, nun scheint all die Anspannung von ihm abzufallen: „Die Mädels sind über sich hinausgewachsen“, freut sich der Trainer. Seine Nationalkaderleute fielen aufgrund einer Sperre des Bundestrainers aus. Also hieß es für Holderle erneut die zweite Reihe zu aktivieren, die eigentlich keine ist. Denn die Leistungen von Kämpferinnen wie Antoinette Hennink (Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm), Julia Mollet (bis 63), Sarah Mäkelburg (bis 70) und Annika Würfel (bis 52) zeigten eindeutig, dass das TSG-Team auch mal ohne die Stars kann.

Hennink siegte zwei Mal. Zunächst gegen Teresa Zenker, Dritte der diesjährigen deutschen Meisterschaft und Gewinnerin des prestigeträchtigen Thüringenpokals. Danach bezwang die Niederländerin die Goldmedaillengewinnerin des U 21 European Cups in La Coruña und deutsche Meisterin der Altersklasse U 21, Christina Faber. „Antoinette hat mal eben das Junioren-Nationalteam zersägt“, formulierte Holderle die Erfolge völlig begeistert. Auch Julia Mollet ließ sich von ihrer Gegnerin Swantje Kaiser nicht einschüchtern. Diese holte nämlich im letzten Jahr Platz drei auf den Asia Open und Platz zwei bei den Europameisterschaften der Universitäten. Mollet fertigte sie in der Verlängerung, dem Golden Score, ab und bekam den Sieg. Es war der größte Jubel des Abends. „Julia hat einen bomben Kampf gegen eine gestandene Kämpferin gezeigt“, jubelte der Coach. Sarah Mäkelburg punktete zwei Mal vorzeitig gegen verschiedene Kämpferinnen: Jasmin Neuhold und Dena Pohl, die noch vor zwei Wochen den U 21 European Cup in Kaunas gewonnen hatte und ebenfalls deutsche Meisterin ihrer Gewichts- und Altersklasse ist. „Das waren auch wichtige Punkte heute. Sie ist frisch vom Trainingslager aus Japan zurück und ist mega entschieden aufgetreten“, urteilte Holderle. Backnangs Annika Würfel setzte sich gegen die 30-jährige Ukrainerin Maryna Cherniak durch, die erst kürzlich Bronze bei den Europameisterschaft gewann und Dritte beim Grand Slam in Paris wurde. Würfel, 18 Jahre alt und Siegerin des U 21 European Cups in La Coruña, lieferte sich einen heißen Kampf bis in die Verlängerung, aus der sie als Siegerin hervorging. Ihr Trainer war baff: „Sie hat streckenweise dominiert und Cherniak die Butter vom Brot genommen. Das war ein wichtiges Statement für das ganze Team.“

Dann waren da noch die Triumphe von Romy Tarangul (bis 57) und Nathalie Rouvière, die in der Klasse bis 52 einen Sieg holte, bis 57 dann aber verlor. Tarangul bezwang die Rumänin Larisa Florian, die auf Europaebene immer weit vorne mitmischt und in der Klasse bis 52 Kilo auf Weltranglistenplatz fünf residiert. „Dass Romy sie geschlagen hat, zeigt ihr Potenzial als Judoka“, lobte der Kopf hinter der Mannschaft. Rouvière siegte gegen Tamara Ohl, hatte danach gegen Florian nicht so viel Glück und unterlag. Keinen Sieg einheimsen konnten Lea Schneider (bis 63), Helena Grau (bis 48) und Kristin Büssow (über 78).

Weiter geht es für die TSG-Frauen in zwei Wochen gegen den VfL Sindelfingen. Holderles Prophezeiung: „Das ist eine Pflichtaufgabe, aber wir fahren nicht mit zu breiter Brust hin.“

Zum Artikel

Erstellt:
28. Mai 2018, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!