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Ein Jahr nach Eklat: Williams will Titel Nummer 24

dpa New York. Serena Williams bekommt in New York eine zweite Chance. Ein Jahr nach dem skandalösen Finale gegen Naomi Osaka ist die Amerikanerin zurück im Endspiel der US Open. An die Vergangenheit möchte sie lieber nicht erinnert werden, für Ablenkung sorgt ein zweijähriger Wirbelwind.

Geschafft: Serena Williams freut sich über den Finaleinzug bei den US Open. Foto: Charles Krupa/AP

Geschafft: Serena Williams freut sich über den Finaleinzug bei den US Open. Foto: Charles Krupa/AP

Am Ort einer ihrer bittersten und unrühmlichsten Niederlagen bekommt Serena Williams die nächste Chance auf ihren 24. Grand-Slam-Titel.

Im Finale der US Open trifft der 37 Jahre alte Tennis-Superstar aus den USA am Samstag (22.00 Uhr MESZ/Eurosport) in New York auf die 19 Jahre alte Bianca Andreescu und will in diesem Duell der Generationen den Rekord der Australierin Margaret Court einstellen.

Vor einem Jahr hatte Williams in Flushing Meadows schon einmal die Chance, Geschichte zu schreiben. Doch dann glitt ihr das Endspiel gegen die Japanerin Naomi Osaka komplett aus den Händen und endete in einem Eklat, als sie Schiedsrichter Carlos Ramos als „Dieb“ bezeichnete und ihm später Sexismus vorwarf. Nach verbotenen Zeichen ihres Trainers Patrick Mouratoglou, einem zertrümmerten Schläger und heftiger Kritik am Unparteiischen war Williams dreimal verwarnt und schließlich mit einem Spielabzug zum 3:5 im zweiten Satz bestraft worden. Osaka gewann das Match am Ende 6:2, 6:4 und holte ihren ersten Grand-Slam-Titel.

Die Erlebnisse von damals beschäftigten Williams noch lange, noch während Wimbledon in diesem Jahr erzählte sie, dass sie nach den Vorfällen sogar therapeutische Hilfe in Anspruch genommen habe. In diesen Tagen von New York will sie an die Vorfälle am liebsten nicht erinnert werden. „Um ehrlich zu sein, habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht“, sagte die Amerikanerin am Donnerstag nach ihrem problemlosen 6:3, 6:1 gegen die Ukrainerin Jelina Switolina, ihrem 101. Sieg in New York. Damit zog sie mit ihrer Landsfrau Chris Evert gleich.

Dass das stimmt, darf bezweifelt werden. Doch Williams wollte sich vor ihrem zehnten US-Open-Endspiel in keine Diskussionen über das Finale der Schande aus dem vergangenen Jahr einlassen. Sie sprach lieber darüber, wie sich ihr Leben seit der Geburt der inzwischen zwei Jahre alten Tochter Olympia verändert hat. „Ich bin eine Full-Time-Mutter“, sagte die langjährige Nummer eins der Welt zu ihren Aktivitäten an freien Tagen und scherzte, angesprochen auf die Belastungen eines Grand-Slam-Finales: „Ich glaube, auf dem Platz zu stehen, ist fast ein bisschen entspannter, als mit einer Zweijährigen abzuhängen, die dich überall hinzieht.“

Andreescu wird im Endspiel ebenfalls versuchen, keine Ruhe zu geben. Als Serena Williams am 11. September 1999 bei den US Open ihren ersten Grand-Slam-Titel gewann, war die Kanadierin noch nicht einmal geboren. „Wenn mir vor einem Jahr jemand erzählt hätte, dass ich 2019 im Finale der US Open gegen Serena Williams spiele, den hätte ich für verrückt erklärt“, sagte die am 16. Juni 2000 geborene 19-Jährige nach ihrem 7:6 (7:3), 7:5 gegen die Schweizerin Belinda Bencic, durch das sie erstmals bei einem der vier wichtigsten Turniere im Finale steht. Und das als zweite Kanadierin überhaupt nach Eugenie Bouchard, die 2014 im Endspiel von Wimbledon gegen die Tschechin Petra Kvitova verlor. „Ich habe immer davon geträumt, gegen sie zu spielen.“

Williams und Andreescu standen sich bislang einmal gegenüber. Wenige Wochen vor den US Open musste die Amerikanerin im Finale von Toronto wegen Rückenbeschwerden früh im ersten Satz aufgeben. „Sie ist eine großartige Spielerin. Sie variiert sehr gut, du weißt bei ihr nie, was auf dich zukommt“, lobte Williams ihre 18 Jahre jüngere Gegnerin, die 2018 in New York noch in der Qualifikation verloren hatte.

Doch wenn Williams auch nur annähernd Normalform erreicht, dürfte sie das Finale gewinnen und damit mit Margaret Court gleichziehen. Ein Meilenstein, der ihr viel bedeuten würde. „Es ist cool, weil ich in einer Ära - ach quatsch - in fünf Äras mit vielen tollen Spielerinnen spiele und gespielt habe.“

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Erstellt:
6. September 2019, 09:25 Uhr

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