Eine Premiere und ein Wiedersehen

Erstes Duell zwischen der SG Sonnenhof und Eintracht Braunschweig, aber zwischen den Trainern gibt es einen Berührungspunkt

Für die Vereine ist es heute (14 Uhr, Mechatronik-Arena) eine Premiere, denn ein Duell zwischen der SG Sonnenhof und Eintracht Braunschweig gab es noch nie. Zumindest zwei Protagonisten der beiden Fußball-Drittligisten kennen sich aber gut, denn Aspachs neuer Coach Florian Schnorrenberg schaute seinem Kollegen André Schubert einige Tage über die Schulter, als der noch bei Borussia Mönchengladbach das Sagen hatte.

Hat aus seinen ersten zwei Spielen mit Aspach vier Punkte geholt: Florian Schnorrenberg, der mit der SG heute auf Braunschweig und...

© Alexander Becher

Hat aus seinen ersten zwei Spielen mit Aspach vier Punkte geholt: Florian Schnorrenberg, der mit der SG heute auf Braunschweig und...

Von Steffen Grün

Am 5. Oktober war Schluss in Aspach für Sascha Hildmann, fünf Tage später wurde Henrik Pedersen in Braunschweig entlassen. Schon alleine, dass die Eintracht nur eine halbe Stunde benötigte, um Schubert als Nachfolger bekannt zu geben, während es bis zu Schnorrenbergs Inthronisierung im Fautenhau zwölf Tage dauerte, lässt erahnen, dass Joannis Koukoutrigas andere Kandidaten auf dem Zettel hatte als die Niedersachsen. „Er hat schon große Klubs wie St. Pauli und Gladbach trainiert“, sagt der SG-Sportchef über den Neuen an der Seitenlinie der Eintracht, „das ist nicht unsere Kategorie.“ Mit der Qualität habe dies aber nichts zu tun, fügt der 43-Jährige hinzu. Was Koukoutrigas nicht sagt, allerdings ohnehin auf der Hand liegt: Es dürfte eher an den finanziellen Vorstellungen eines Trainers wie Schubert liegen, der in seiner Zeit bei den Fohlen von September 2015 bis Dezember 2016 bereits Erstliga- und Europapokalluft geschnuppert hat.

Aspachs sportlicher Macher sucht nach kreativen Lösungen und präsentierte mit Schnorrenberg einen Trainer, der Erndtebrück zweimal in die Regionalliga West und dreimal in den DFB-Pokal führte. „Er hat eine Klasse tiefer sehr gute Arbeit geleistet, kann sich mit unseren Strukturen noch identifizieren und will sich die ersten Sporen im Profibereich verdienen“, sagt Koukoutrigas und darf sich in seiner Wahl nach zwei Drittliga-Partien zunächst bestätigt sehen. 1:0 gegen Meppen, 2:2 in München – eine Bilanz, die Schubert mit Kusshand nehmen würde, denn der 47-Jährige hat bislang beide Partien verloren.

Braunschweig ist Letzter, droht mit acht Zählern bei einer weiteren Pleite fürs Erste den Anschluss zu verlieren – auch an die Aspacher, die mit 15 Punkten 14. sind. Für beide Teams hat das Duell eine hohe Bedeutung, die das Wiedersehen der Trainer zweitrangig macht. Im Herbst/Winter 2016 hatte Schnorrenberg in Gladbach bei Schubert hospitiert, für den 41-Jährigen war es „ein Einblick bei einem tollen Traditionsverein, eine tolle Erfahrung“. Dauerhafter Kontakt zum Kollegen, vor dessen damaliger Arbeit der SG-Coach „größten Respekt“ hat, ist dadurch aber nicht entstanden. „Ich weiß natürlich, wie André Fußball spielen lässt“, betont Schnorrenberg, will davon aber keinen entscheidenden Vorteil für das heutige Duell ableiten: „Es hätte auch gereicht, Braunschweigs erste Spiele unter seiner Regie zu analysieren, wie wir es ohnehin getan haben.“

...André Schubert trifft, bei dem er 2016 zu dessen Mönchengladbacher Zeit einige Tage hospitieren durfte. Fotos: A. Becher/Imago

© imago/osnapix

...André Schubert trifft, bei dem er 2016 zu dessen Mönchengladbacher Zeit einige Tage hospitieren durfte. Fotos: A. Becher/Imago

Eine Premiere und ein Wiedersehen

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Erstellt:
3. November 2018, 06:00 Uhr

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