Einmal gewinnen und auf Losglück hoffen

Nachdem Handball-Drittligist Oppenweiler/Backnang den Aufstieg in die Zweite Bundesliga nur knapp verpasst hat, darf er sich nun auf die Teilnahme am DHB-Pokal freuen. Das Startrecht hat sich der HCOB mit dem Erreichen der Finalrunde erkämpft.

Oppenweilers Gemeindehalle war schon mehrfach Schauplatz von DHB-Pokalspielen. Auch in der Saison 1986/1987, als Zweitligist VfL Heppenheim (rote Trikots) für Wolfgang Schwenger (beim Wurf) und Co. ein zu hohes Hindernis war. Das 17:18 in Runde zwei bedeutete für den TVO das Aus. Foto: TVO-Archiv

© Alexander Hornauer

Oppenweilers Gemeindehalle war schon mehrfach Schauplatz von DHB-Pokalspielen. Auch in der Saison 1986/1987, als Zweitligist VfL Heppenheim (rote Trikots) für Wolfgang Schwenger (beim Wurf) und Co. ein zu hohes Hindernis war. Das 17:18 in Runde zwei bedeutete für den TVO das Aus. Foto: TVO-Archiv

Von Alexander Hornauer

Die gute Nachricht vorab: Die SG Köndringen/Teningen hat sich nicht für den DHB-Pokal qualifiziert. Der Traditionsverein aus dem Südbadischen war in der Vergangenheit der Pokalschreck für die Handballer des TV Oppenweiler. Nun haben sich die Sportler aus dem Murrtal, seit 2015 als HC Oppenweiler/Backnang unterwegs, nach 23 Jahren der Abstinenz wieder für den nationalen Pokalwettbewerb qualifiziert. Die Hoffnung: Die als Qualifikationsrunde formulierte Auftaktrunde – man könnte die Namenswahl als etwas unglücklich bezeichnen – überstehen und dann das große Los ziehen.

Im ersten Freudentaumel übers Erreichen der Finalrunde der Aufstiegsserie zur Zweiten Bundesliga ging ein wenig unter, dass die Murrtaler sich damit zugleich für den DHB-Pokal qualifizierten. Nun aber freut man sich über eine Begegnung mit einem attraktiven Gegner, kurz vor dem Start in die kommende Saison, Ende August. In der Qualifikationsrunde werden 24 Mannschaften im Lostopf sein. Neben dem HCOB haben sich auch der VfL Eintracht Hagen, der 1. VfL Potsdam und der HC Empor Rostock als Teilnehmer an den Finalspielen qualifiziert. Über den Ligapokal lösten die SG Pforzheim/Eutingen, die TGS Pforzheim, die HSG Rodgau Nieder-Roden, der SV 64 Zweibrücken, der OHV Aurich und der ATSV Habenhausen ein Pokalticket. Dazu kommen die ersten 14 der laufenden Zweitliga-Runde. Stand heute wären das der TuS Nettelstedt-Lübbecke, der HSV Hamburg, der VfL Gummersbach, der HC Elbflorenz 2006 (aus Dresden), der EHV Aue, der TSV Bayer Dormagen, die SG BBM Bietigheim, der VfL Lübeck-Schwartau, der TV Großwallstadt, der ThSV Eisenach, der TuS Ferndorf, ASV Hamm-Westfalen, die DJK Rimpar und der Dessau-Rosslauer HV 06. Der TV Hüttenberg als 15. hat ebenfalls ordentliche Chancen, noch in den Pokal einzuziehen.

Einmal gewinnen und auf Losglück hoffen

Wie Runde eins gelost wird, ob es beispielsweise eine Setzliste oder zwei Gruppen gibt, ist derzeit noch nicht in Erfahrung zu bringen. Fakt aber ist: Die unterklassige Mannschaft, und dabei gilt die laufende Spielrunde als Kriterium, hat Heimrecht. Die zwölf Sieger erreichen die erste Hauptrunde. Dort kommen die 18 Erstligisten dazu, außerdem die beiden derzeit noch nicht ermittelten Finalisten des Deutschen Amateurpokals. Landesverbandssieger sind anders als in der Vergangenheit im DHB-Pokal nicht mehr vorgesehen. Man will den Bundesliga-Vereinen, und dabei besonders jenen, die in den europäischen Pokalwettbewerben mittlerweile arg gewachsene Runden zu absolvieren haben, zumindest eine Landpartie pro Jahr ersparen.

Aber zurück zum Pokalschreck SG Köndringen/Teningen. In der Saison 1988/1989 hatte der TVO mit einem Sieg gegen Zweitligist TV Hüttenberg für einen Coup gesorgt, dann aufs große Los gehofft, stattdessen gab es eine Pleite in Südbaden. Sechs Jahre später wurde gegen den ThSV Eisenach erneut ein Sieg gegen einen Zweitligisten bejubelt – nur um in Runde zwei, noch dazu an einem Mittwochabend, erneut in den Breisgau reisen zu müssen. Wieder gingen die Murrtaler leer aus. Und die SG bekam mit dem VfL Gummersbach in der nächsten Runde einen absoluten Topverein zugelost. Allerdings: All das sind eher Erinnerungen aus dem Archiv, was auch daran liegt, dass das letzte DHB-Pokalspiel mit Beteiligung der Murrtaler schon 23 Jahre zurückliegt. 1998 ging die Erstrundenpartie bei der TSG Ober-Eschbach verloren, und das war es dann fürs Erste mit Beteiligungen am nationalen Wettbewerb. Nun gibt es eine neue Gelegenheit, Pokalgeschichte zu schreiben.

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Erstellt:
16. Juni 2021, 06:00 Uhr

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