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Entscheidung fällt auf den letzten Metern

Beim 32. Neuhüttener Volkslauf unterliegt Routinier Weingärtner erst im Zielsprint – Sandra Lermer dominiert bei den Frauen

Deutschland feiert die Einheit, Neuhütten rennt. So wie gestern beim 32. Volkslauf, bei dem 212 Männer und Frauen starteten. Über 10-Kilometer-Strecke, die zum Laufcup Schwäbisch Fränkischer Wald zählt, gewann Lennart Nies (TV Maikammer) im Zielsprint vor Johannes Weingärtner (Schwäbisch Hall). Bei den Frauen war die Welzheimerin Sandra Lermer erneut nicht zu schlagen. Über 5,5 Kilometer siegte der 13-Jährige Luca Neumeister.

10 Kilometer lang Seit an Seit: Johannes Weingärtner, der spätere Dritte Philipp Hoffmann und Gewinner Lennart Nies (von links). Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

10 Kilometer lang Seit an Seit: Johannes Weingärtner, der spätere Dritte Philipp Hoffmann und Gewinner Lennart Nies (von links). Foto: T. Sellmaier

Von Uwe Flegel

Mit Patriotismus hat es wenig zu tun, weshalb die LG Steinknickle-Neuhütten am Tag der Deutschen Einheit auf den Höhen des Mainhardter Walds für reichlich Bewegung sorgt. Der LG-Vorsitzende Klaus Siller erzählt: „Als wir angefangen haben, war der Lauf immer Mitte Oktober. Dann kam der Bottwartallauf und wir haben einen anderen Termin benötigt.“ Der war auf der sogenannten Terminbörse rasch gefunden. „Am 3. Oktober war nichts los, da hat sich der Tag selbstverständlich angeboten“, so Siller.

Wann genau das war, das weiß der Vorsitzende wenige Minuten vor Beginn des 32. Volkslaufs nicht. Groß Zeit zum Überlegen bleibt nicht, warten doch die Läufer darauf, dass Siller das Startkommando gibt. Schließlich zeigt das Thermometer keine zehn Grad an. Frisch ist‘s in Neuhütten. Zudem muss die LG diesmal ein Handicap bewältigen. Die Burgfriedenhalle wird renoviert. Zur Siegerehrung und zum Duschen geht’s in die rund vier Kilometer entfernte Halle im Hauptort Wüstenrot.

Ein Weg, den sich einige Läufer schenken. Das bedeutet für den Veranstalter, dass die Einnahmen aus der Bewirtung deutlich geringer ausfallen. Zum Glück für die LG hat der VfB Neuhütten in seinem Vereinsheim einige Räume zur Verfügung gestellt, sodass die Anmeldestelle und Ergebnisauswertung nicht auch noch ausgelagert, oder Toilettenhäuschen besorgt werden mussten. „Das hat uns aus der Patsche geholfen“, sagt Siller und blickt zu Bernd und Marion Titze. Nicht vorstellbar, wenn der Mitorganisator und seine Frau die Ergebnislisten bei diesen Temperaturen im Freien ins Reine hätten bringen müssen.

Für die Sportler wichtiger ist, dass das Wetter mitspielt. Das tut es. Die 10-Kilometer-Strecke gehen sechs Männer und eine Frau besonders schnell an. Zwischen Sieger Lennart Nies (34:54 Minuten) und dem Sechsten Fin Kreß (35:59) liegt nur eine gute Minute. Besonders eng ist es zwischen Gewinner Nies und dem Zweiten Johannes Weingärtner. Fast hätte der Routinier aus Hall den Pfälzer auf den letzten Metern noch eingeholt. „Im Zielsprint verloren, das ist halt Sport“, grämte sich Weingärtner wegen der fehlenden Sekunde nicht besonders groß.

Auf der anderen Seite gesteht Lennart Nies ein: „Johannes hätte mich fast noch eingeholt.“ So aber wiederholte der 33-Jährige seinen Vorjahressieg und hat nun mit dem diesmal Drittplatzierten Philipp Hoffmann (LG Weissacher Tal, 35:17) die besten Chancen auf den Sieg im Laufcup. Das wäre ein gelungene Premiere des Pfälzers in der Serie, ist er doch das erste Mal bei allen vier Läufen am Start. In Neuhütten war er allerdings schon vier Mal und geht fast als Lokalmatador durch: „Meine Mutter stammt von hier.“

Die Neuhütten-Siegerin der Frauen kommt aus Welzheim. In Neuhütten lief Sandra Lermer in 38:19 Minuten nicht nur auf einen starken achten Gesamtrang, sondern gewann nach Welzheim und Auenwald auch den dritten von insgesamt vier Läufen der Serie. Damit ist ihr der Gesamtsieg und die Titelverteidigung nicht mehr zu nehmen. Bleibt die Frage, ob die 26-Jährige beim Abschluss in drei Wochen in Kleinaspach trotzdem noch startet? „Auf jeden Fall. Es macht einfach Spaß und ist nett, da man stets viele Leute und Bekannte trifft.“ Vielleicht ist auch das ein Grund, weshalb sie nur vier Tage nach dem Halbmarathon beim Remstallauf bereits wieder auf die Strecke ging. „Ein wenig habe ich meine Beine schon gespürt“, erzählt sie, die über vier Minuten Vorsprung auf die Zweite Sandra Bulling (ebenfalls Welzheim) und damit allen Grund zum Strahlen hatte.

Leuchtende Augen gab’s aber nicht nur bei den Sportlern, sondern auch beim Veranstalter. Mit 212 Teilnehmern in den zwei Läufern fand Neuhüttens sportliche Ausgabe des Tags der Deutschen Einheit „eine Resonanz, mit der wir mehr als zufrieden sind“, so Bernd Titze.

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Erstellt:
4. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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