Ersten Bundesliga-Sieg hauchdünn verpasst

Einen wahren Krimi gibt es beim Heimwettkampf der Judomänner der TSG Backnang. Die Gastgeber starten im Rückkampf gegen den württembergischen Rivalen VfL Sindelfingen eine Aufholjagd. Mehr als das 7:7-Unentschieden ist am Ende aber nicht drin.

Roland Gőz (rote Hose) siegt angefeuert von seinen Teamkameraden und den beiden Co-Trainern. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Roland Gőz (rote Hose) siegt angefeuert von seinen Teamkameraden und den beiden Co-Trainern. Foto: Alexander Becher

Von Simone Schneider-Seebeck

Ein bisschen Glück hat gefehlt. Beinahe hätten die Männer der TSG Backnang Judo es geschafft und ihren allerersten Sieg in der Vereinsgeschichte in der Ersten Bundesliga geholt. Aber eben nur fast. Doch immerhin kletterten die Murrtaler durch das 7:7-Unentschieden in der Mörikehalle gegen den württembergischen Rivalen VfL Sindelfingen auf den achten Tabellenplatz. Und vor allem die zweite Runde hat beim Heimwettkampf gezeigt, dass ihr Ziel Ligaverbleib durchaus in greifbarer Nähe liegt.

„Das war einfach cooler Scheiß“, freute sich Andre Sträßer nach seinem erfolgreichen Kampf in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm gegen Linus Harsch. Das Backnanger Eigengewächs hat einen „richtig schönen Wurf gemacht“, wie Co-Trainer Thomas Beck stolz erklärte, und damit den Punktgewinn für die Backnanger Mannschaft klargemacht. Und das, obwohl es zu Beginn gar nicht so gut ausgesehen hatte für die TSG-Männer.

TSG-Judokas liegen im mitreißenden Kampf zur Pause mit 2:5 zurück

An der Stimmung kann es bei diesem Derby nicht gelegen haben. Lautstark unterstützten beide Mannschaften und die Zuschauer ihre Sportler, die auf der Matte standen. Kein Wunder, dass die Backnanger bereits in der Hinrunde auf eine leichte Führung gehofft hatten. Hatte Yannick van der Kolk (bis 73 Kilogramm) den ersten Kampf noch für sich entschieden, musste Jannis Pollak (bis 81) in der zweiten Begegnung jedoch verletzungsbedingt aufgeben. Vermutlich ein Sehnenabriss, so die Auskunft des Bereitschaftsarztes. „Pollak und Kramer waren die Kämpfer, die unglücklich verloren haben“, bedauerte Co-Trainer Thomas Beck. Besonders schade war, dass sich TSG-Athlet Guido Kramer (bis 90) selbst kein Geburtstagsgeschenk machte, denn er verlor gegen Kai Schmidt. Hochleben ließ ihn die Mannschaft am Schluss aber dennoch.

2:5 lautete das Ergebnis nach der Hinrunde – die Backnanger lagen also zurück. „Doch wir haben die Nerven behalten“, lobte Thomas Beck seine Judoka. Und so sah es in der Rückrunde genau andersherum aus. Gleich der erste Kampf zwischen Dimitrij Popp und Jus Mecilosek (bis 73) ging an den Backnanger. Der Knoten war geplatzt, auch die folgenden drei Begegnungen entschieden die TSG-Judoka für sich. Der längste Kampf des Abends fand zwischen Leon Vohrer (TSG Backnang) und Anton Widlroither (VfL Sindelfingen) in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm statt. Fünf Minuten und 19 Sekunden ging es auf der Matte höchst dynamisch zu und endete verdient mit dem Sieg des Backnangers.

Alles in allem war es ein höchst nervenaufreibender Wettkampf bis zum Schluss. Die Trainer zeigten sich mit den Leistungen der Sportler ausgesprochen zufrieden. Co-Trainer Raphael Plato sagte: „Es war eine spannende Aufholjagd. Wir haben uns gut aufgestellt.“ Beispielsweise mit Roland Gőz, der nicht nur in seiner Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm seinen Gegner Kai Schmidt auf die Matte schickte, sondern bereits in der Hinrunde der nächsthöheren Kategorie bis 100 Kilogram den Sieg gegen Jan Niklas Goldhammer für sich beanspruchte. Oder Elias Reisch (bis 66), der trotz einer Verletzung in der ersten Runde gegen Yves Behr angetreten war. In der Rückrunde bezwang Csanad Feczkó den Sindelfinger Behr.

„Das Unentschieden hat der Mannschaft gutgetan“, lautete Thomas Becks Fazit. Am nächsten Kampftag geht es zum amtierenden deutschen Meister TSV Abensberg, der auf Platz zwei in der Tabelle steht. Das Ziel? „Wir wollen die Favoriten etwas ärgern“, so der Co-Trainer schmunzelnd.

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Erstellt:
16. Mai 2022, 06:00 Uhr

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