Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen

Oberbrüdens Tischtennisspieler belegen Platz zwei in der Verbandsliga, hegen aber keine Aufstiegsambitionen. Ligarivale Murrhardt ist Fünfter und will sich von der Abstiegszone fernhalten. Auch bei den zweiten Mannschaften beider Vereine sowie in Großerlach herrscht Zufriedenheit.

Murrhardts Julian Wörner bejubelte unter anderem beim 8:8 gegen Oberbrüden zwei wichtige Punkte im Einzel.

© Alexander Becher

Murrhardts Julian Wörner bejubelte unter anderem beim 8:8 gegen Oberbrüden zwei wichtige Punkte im Einzel.

Von Max Gruber

Die Regeln änderten sich zwar hin und wieder, doch bis Ende November lief es trotz Coronapandemie auch im Tischtennissport auf Verbands- und Bezirksebene weitgehend nach Plan. Erst als die Landesregierung in einer Hauruckaktion an einem Freitagabend eine neue Verordnung verkündete, die für den Hallensport eine 2-G-plus-Regelung vorsah, zog der baden-württembergische Verband die Notbremse und sagte den kompletten Spieltag am ersten Dezemberwochenende nur wenige Stunden vor den ersten Ballwechseln kurzfristig ab.

Obwohl die Vorgaben kurz darauf insofern gelockert wurden, dass nahezu alle Geimpften von der 2-G-plus-Regel befreit waren und sich insofern im Vergleich zur vorherigen 2-G-Regel ziemlich wenig geändert hatte, blieben die Verbandsoberen in Stuttgart bei ihrem Entschluss, vor Weihnachten keine Spiele mehr auszutragen. Ein umstrittener Schritt, mit dem sie aber nicht alleine waren: Die Fußballer, für die 2Gplus nur in der Kabine galt, und die Handballer hielten es genauso, dagegen machten die Basketballer und die Volleyballer weiter.

Nun ist die spannende Frage, ob es wie geplant Mitte Januar weitergeht. Alle Spieler, die eine Auffrischungsimpfung erhalten haben, deren Zweitimpfung oder Genesung maximal drei Monate zurückliegt (bisher jeweils sechs Monate) oder für die es keine Stiko-Empfehlung für die Boosterimpfung gibt, sind bei 2Gplus von der Testpflicht befreit – das ist der Stand der Dinge laut der Sportcoronaverordnung vom 27. Dezember. Weil es ein mögliches Szenario ist, dass am Ende die Tabelle nach der Vorrunde, in der nur noch wenige Partien ausstehen, über Auf- und Abstieg und die weiteren Plätze entscheidet, ist es für die Teams des TSV Oberbrüden, des TV Murrhardt und der SF Großerlach umso wichtiger, dass es bislang ziemlich gut gelaufen ist. Hier ein kurzer Rückblick auf das bisherige Geschehen in den Männerligen auf Verbandsebene, in denen Teams aus der Region mitmischen, sowie die Zwischenbilanz im Bezirksoberhaus.

Verbandsliga, TSV Oberbrüden: Für die Tischtennisspieler aus Auenwald ist die Vorrunde beinahe abgeschlossen. Sie haben acht von neun Partien hinter sich und belegen mit 11:5 Punkten den starken zweiten Platz hinter dem TB Beinstein (14:0). „Damit war nicht zu rechnen“, betont TSV-Betreuer Oliver Letzgus. Die Verpflichtung des 16-jährigen Taiwo Mati, der dieses Jahr in seinem Heimatland Nigeria nationaler U-21-Meister wurde und zudem Bronze im Doppel bei der U-19-WM holte, hat sich ausgezahlt. Mati gewann alle 14 Einzel und die acht Doppel an der Seite von Daniel Quiram und Heiko Tomaschek. Alle weiteren Oberbrüdener Spieler blieben laut Letzgus im Rahmen der Erwartungen, niemand ragte besonders heraus. Zum Ende der Hinrunde hatte der TSV einzelne Ausfälle zu verkraften. Christoph Krenzlin fehlte verletzt, zudem verpasste auch Marcus Kocher zwei Partien. „Aus diesen Gründen kam uns die Pause nicht ganz ungelegen“, räumt Daniel Quiram ein. In den Rest der Runde geht es ohne personelle Veränderungen. Quiram wünscht sich eine noch bessere Trainingsbeteiligung und sieht sein Team am Ende im Mittelfeld. Ist das etwa Understatement angesichts des aktuellen Relegationsplatzes? Nein, meint Letzgus und sagt auch mit Blick auf die ungewisse Coronalage: „Aufstiegsambitionen haben wir keine. Wir sind aber gespannt, wie das aktuelle Geschehen weiterhin die Tabelle beeinflussen wird.“

Verbandsliga, TV Murrhardt: Mit dem überraschenden 9:7-Sieg gegen den heimlichen Meisterschaftskandidaten aus Neckarsulm waren Murrhardts Männer in die Saison gestartet. Als die Runde unterbrochen wurde, hatte der TVM sieben Duelle bestritten, demnach stehen noch zwei Vorrundenspiele aus. Mit 8:6 Punkten belegt das Team den fünften Platz im Feld der zehn Mannschaften. Damit wurden die ersten wichtigen Schritte auf dem Weg zum Klassenverbleib erledigt. Murrhardts Mannschaft zeigte eine geschlossene Leistung, was von den fast durchweg ausgeglichenen bis positiven Bilanzen der einzelnen Akteure unterstrichen wird. Ein Highlight der Hinrunde war das hart umkämpfte Unentschieden im brisanten Nachbarschaftsduell gegen Oberbrüden. Probleme bereitete dem TVM die Trainingssituation: Einzelne Spieler waren aufgrund des Studiums nicht vor Ort und dazu kam ab Mitte der Hinrunde die Sanierung der Halle der Bodelschwinghschule, die deshalb nicht mehr genutzt werden konnte. Für die Rückrunde gibt es keine personellen Veränderungen. Betreuer Jürgen Wörner gibt ein klares Ziel vor: „Ich hoffe, dass die Mannschaft ihre Form behalten kann und nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird.“

Landesklasse, TSV Oberbrüden II: Auf Abstiegskampf gepolt, jetzt doch ganz oben dabei – das ist die Situation bei Oberbrüdens Verbandsliga-Reserve. Das Team hatte sich eigentlich darauf vorbereitet, dass es ohne den regelmäßigen Einsatz von Frank Liehmann in vielen Spielen schwierig werden würde. Zum jetzigen Zeitpunkt grüßen die Männer um Spitzenspieler Oliver Letzgus mit 10:4 Punkten aber vom dritten Tabellenplatz. Besonders hervorzuheben sind die Erfolge gegen Hegnach II und bei Beinstein II, die nicht einkalkuliert waren. Zu Beginn des neuen Jahres stehen noch drei Nachholspiele der Vorrunde an, in denen weitere Punkte möglich sind. Das Team, in dem das Alter der Spieler große Unterschiede aufweist, brachte durchweg starke Leistungen und funktionierte gut miteinander. Mit Tobias Schmidt wurde ein Akteur aus der Dritten integriert und schlug sich in der neuen Spielklasse gut. Letzgus geht von einer relativ entspannten Rückrunde aus, hat aber eine Bitte an das Team: „Bei unseren Doppeln haben wir noch Luft nach oben.“

Bezirksliga, TV Murrhardt II: Damit hatte in Murrhardt anfangs keiner gerechnet. Das junge Team um Routinier Jürgen Wörner gewann sechs der bisherigen sieben Spiele und führt die Tabelle mit 12:2 Zählern vor dem punktgleichen Rivalen Schwäbisch Gmünd an. Alle Spieler weisen eine positive Bilanz auf, weshalb die Mannschaft viele deutliche Siege einfahren konnte. Jonas Schönemann war neben Jürgen Wörner ein wichtiger Bestandteil im vorderen Paarkreuz. Luca Garic lebte sich in seiner ersten Saison beim TVM gut ein. Luca Demisch und Niko Mavromichalis waren eine echte Bank im Doppel und für ihre Gegner meist nicht zu schlagen. Patrick Söll und Ergänzungsspieler Uwe Gutzy-Kalmbach konnten ebenfalls positive Bilanzen erspielen. Für die Rückrunde bleibt das Team beieinander, es wird lediglich kleine interne Änderungen geben. „Die Hoffnung auf einen Spitzenplatz bleibt, obwohl wir das im Vorfeld nicht erwartet hätten“, sagt Jürgen Wörner.

Bezirksliga, SF Großerlach: Mit 10:6 Punkten und dem vierten Platz wurden die Erwartungen der Sportfreunde übertroffen, zumal es Personalsorgen gab. „Wir konnten in keinem Spiel komplett antreten, mussten oft ohne die Nummern 1, 4 und 6 auskommen“, erläutert Kapitän Cristof Erkert. Ein Schlüssel zum Erfolg war die gute Doppelbilanz, obwohl Duos vorher neu gebildet worden waren. Als Punktegaranten traten Cristof Erkert/Volker Jocher in Erscheinung, die eine starke 8:2-Bilanz erspielten und unter anderem zwei Schlussdoppel für Großerlach entschieden. Problematisch waren die vielen berufsbedingten Ausfälle, doch die Ersatzspieler machten es gut. „Sie waren hoch motiviert und punkteten fleißig, sie hatten einen großen Anteil an den Erfolgen“, lobt Erkert. Im Kader gibt es keine Veränderungen, das Saisonziel ist deshalb ein sicherer Mittelfeldplatz: „Wir wollen so wenig wie möglich mit dem Abstieg zu tun haben.“

Oberbrüdens Taiwo Mati war in der Verbandsliga bislang eine Klasse für sich. Er gewann alle Einzel und alle Doppel. Fotos: A. Becher

© Alexander Becher

Oberbrüdens Taiwo Mati war in der Verbandsliga bislang eine Klasse für sich. Er gewann alle Einzel und alle Doppel. Fotos: A. Becher

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Erstellt:
3. Januar 2022, 06:00 Uhr

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