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Es soll sich durchaus etwas ändern

80 Vereinsvertreter haben bei der Regionalkonferenz des Württembergischen Fußballverbandes in Leutenbach diskutiert

Diskussionen und Meinungen standen bei der vierten und letzten Regionalkonferenz des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) in Leutenbach im Mittelpunkt. Damit wurde die erste Runde der Überprüfung der Verbandsstrukturen abgeschlossen. Die einhellige Meinung: Es soll sich durchaus etwas ändern.

Steffen Jäger erläutert das Aufgabengebiet der WFV-Kommission und der Beteiligungsplattform im Internet. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Steffen Jäger erläutert das Aufgabengebiet der WFV-Kommission und der Beteiligungsplattform im Internet. Foto: T. Sellmaier

Von Heiko Schmidt

Die Regionalkonferenz in Leutenbach, an der knapp 80 Vereinsvertreter der Fußball-Bezirke Rems-Murr, Enz-Murr, Unterland und Hohenlohe teilnahmen, wurde in zwei Teile gegliedert. Zunächst informierten WFV-Vizepräsident Steffen Jäger und Verbandsspielausschussvorsitzender Harald Müller über das, worum es überhaupt geht. Beide gehören zu der Kommission, die die Strukturen im Aktivenbereich unter die Lupe nehmen soll. „Wir haben diesen Auftrag beim vergangenen Verbandstag erhalten“, berichtete Jäger. Der frühere Abteilungsleiter der SG Oppenweiler/Strümpfelbach und Ex-Bürgermeister der Sturmfedergemeinde veranschaulichte anhand von Grafiken, dass die Anzahl der Fußballteams in Württemberg besonders bei der A- und B-Jugend stark zurückgegangen ist. Und dies wirke sich dann in den kommenden Jahren auf die Aktiven aus. Müller machte dabei auch klar: „Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt keine Pläne und Ergebnisse.“ Das betonte Jäger, der besonders auf die Ergebnisoffenheit, den Weitblick und die Transparenz bei der Arbeit der Kommission hinwies.

Bei der Transparenz wollen die Funktionäre des WFV auch die Fußballvereine in Württemberg mit ins Boot nehmen. Deshalb fand im zweiten Teil der Regionalkonferenz eine Diskussion mit den Anwesenden statt. Dabei wurden die Punkte der Beteiligungsplattform, die im Internet unter www.zukunftwfv.de ins Leben gerufen und von Heiner Baumeister (WFV-Abteilungsleiter Kommunikation) vorgestellt wurde, durchgegangen. Müller stellte die Frage: „Wie wollt ihr Fußball spielen?“ Michael Sixt von der SV Remshalden erklärte, dass aus seiner Sicht das Flex-Modell, bei dem zwei Teams nur Neun gegen Neun spielen, nicht viel bringe. Das zeige das Beispiel, dass in der Kreisliga B 3 im Bezirk Rems-Murr schon vier solcher Mannschaften im Verlauf dieser Saison trotzdem abgemeldet wurden. Müller antwortete darauf: „Wir sind beim WFV der Meinung, dass weiterhin Elf gegen Elf gespielt werden soll.“ Das Flex-Modell werde in Zukunft wohl eine Ausnahme bleiben. Stefan Schaffroth vom TSV Oberbrüden beschäftigt die Frage, ob sich der Spielplan in Württemberg im Jahr 2022 zur WM in Katar ändere. Müller teilte mit, dass zum WFV noch nichts diesbezüglich durchgedrungen sei.

Ganz konkret stellte Jäger bei der Diskussion die Frage in den Raum: „Brauchen wir in Württemberg eine neue Struktur?“ Die Mehrheit der anwesenden Vereinsvertreter denkt, dass eine Weiterentwicklung gebraucht wird. Und da kam die Diskussion auf, ob die momentan 16 bestehenden Fußball-Bezirke in Württemberg erhalten bleiben können. Die einhellige Meinung kristallisierte sich schnell heraus, dass an den Bezirken nicht gerüttelt werden sollte, aber durchaus die Spielklassen sich verändern könnten. Viel weiter seien da schon die Beratungen bei der Umgestaltung der WFV-Spielklassen im Jugendbereich. Das berichtete jedenfalls Dieter Schaupp von der TSG Backnang. Alle Meister von der D- bis zur A-Jugend steigen demnach wohl in zwei Jahren direkt auf. Es gibt dann nur noch eine Verbandsstaffel/Verbandsliga, darunter drei Landesstaffeln/Landesligen und neun Bezirksstaffeln/Bezirksligen. „Die sportliche Heimat der Vereine bleibt aber bei den Bezirken“, sagte Schaupp und schob nach: „Das Konzept von der Jugend könnte für die Aktiven übernommen werden.“ Die Reaktionen der Anwesenden fielen zwiegespalten aus. Deshalb erklärte dann Patrick Künzer, Bezirksvorsitzender Rems-Murr: „In der Kommission wird zum Wohle der Vereine gearbeitet.“ Ein ganz anderes Problem hat allerdings Oliver Redelfs vom TSV Nellmersbach ausgemacht: „Wir müssen schauen, mehr Aktive und Verantwortliche zum Fußball zu bringen.“ Darin waren sich auch die anderen Anwesenden einig.

Es bleibt also noch viel Arbeit für die Kommission um Steffen Jäger. Diese wertet nun die Meinungen der ersten vier absolvierten Regionalkonferenzen aus, ehe dann im Herbst dieses Jahres die zweite Runde mit vier weiteren Regionalkonferenzen beginnen wird. Bis zum 30. Juni 2020 soll die Kommission ihren Abschlussbericht erarbeiten. Ob es zu einer Veränderung bei den Spielklassen im Aktivenbereich kommt, stehe derzeit allerdings noch in den Sternen.

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Erstellt:
18. April 2019, 06:00 Uhr

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