Etzwiesen-Elf geht selbst beim Schlusslicht leer aus

Backnangs Oberligafußballer verlieren in Friedrichstal mit 0:2 – Überraschende Rückkehr von Mario Marinic bringt der TSG nichts

Tief enttäuscht: Marc Erdmann. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Tief enttäuscht: Marc Erdmann. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Backnangs Oberligafußballer schlittern immer tiefer in die Krise. Beim Tabellenletzten Germania Friedrichstal verlor die Elf aus den Etzwiesen mit 0:2. Dabei half der TSG auch das unerwartete Comeback von Torjäger Mario Marinic herzlich wenig. Der schwache Start und die beiden frühen Gegentore von Tim Baumgärtner (3.) sowie Claudio Ritter (21.) waren vom Drittletzten aus dem Murrtal beim Neuling nicht mehr wettzumachen.

Vorstandsmitglied Marc Erdmann und Trainer Andreas Lechner waren sich nach dem herben Rückschlag in Sachen Abstiegskampf schnell einig: Die schnelle Führung der Gastgeber war Gift für die Nerven der angeschlagenen Gäste. „Da kam alles zusammen, was wir nicht brauchten“, sagte Erdmann zu dem, was er in der dritten Minute mitansehen musste. Erst verursachte Verteidiger Thomas Doser unnötig einen Eckball für den Aufsteiger aus der Karlsruher Ecke, dann flog die Kugel am unentschlossen wirkenden TSG-Schlussmann Marcel Knauß vorbei auf den zweiten Pfosten und dort brachte Baumgärtner das Leder zwischen zwei auf der Linie stehenden Backnanger Abwehrspielern hindurch zum 1:0 für Friedrichstal im Tor unter. „Wenn man sich viel vornimmt und dann so früh in Rückstand gerät, dann wird der Rucksack schon arg schwer“, sagte Coach Lechner zu der Szene und zu dem, was danach auf dem Spielfeld folgte.

Denn nach 21 Minuten lagen die Schwaben bereits 0:2 zurück. Diesmal war’s ein Fehler im Spielaufbau der Gäste, der den Hausherren einen Konter ermöglichte, den Claudio Ritter erfolgreich abschloss. Es war nicht der Tag der Backnanger. Das hatte sich zuvor schon in der Offensive gezeigt. Denn als Daniel Lang in der zehnten Minute nach einem Pass von Doser frei vor Friedrichstals Torhüter Sören Hemmelgarn stand und regelwidrig zu Fall gebracht wurde, blieb der Pfiff von Schiri Michael Hieber aus. Schlecht für die TSG. Noch schlechter: Es war die einzige und letzte Möglichkeit der Murrtaler in der gesamten Partie.

Marc Erdmann machte nach der Begegnung dann auch nicht lange rum, ob die Niederlage gerecht war oder nicht: „Wenn du in 90 Minuten eine einzige Torchance herausspielst, dann ist das zu wenig.“ Schon zur Halbzeit hatte sich der Macher der Etzwiesen-Elf geärgert und über die Spielweise seiner Mannschaft geurteilt: „Das ist zu statisch, ohne Tempo und ohne Ideen. Wenn hier noch was gehen soll, dann bedarf es einer extremen Leistungssteigerung.“

Kurz und knapp gesagt: Die blieb aus. Denn der Drittletzte schaffte es nicht, die Defensive der Gastgeber in Verlegenheit zu bringen. Selbst die überraschende Rückkehr von dem lange wegen einer Knieverletzung fehlenden Torjäger Mario Marinic änderte daran nichts. Marc Erdmann berichtete: „Wir waren zwar überlegen, aber nur in den Zonen, in denen es nicht zählt.“ Im gegnerischen Strafraum ging auf jeden Fall nichts und TSG-Vorstandsmitglied Erdmann war nach dem heftigen Schlag ins Backnanger Kontor entsprechend enttäuscht: „Zu diesem Auftritt fällt mir nicht mehr viel ein.“

Germania Friedrichstal: Hemmelgarn – Diringer, Höniges, Kranich, Weiß – Di Giorgio (77. Wobbe), Arnejo (86. Laschuk), Baumgärtner, Yörükoglu, Ritter (90. Durmaz) – Rödling (90. Kyei).

TSG Backnang: Knauß – Leon Maier, Doser (80. Baez-Ayala), Bauer, Dannhäußer – Geldner, Bihik, Wiesheu (61. Loris Maier), Schiffmann – Lang, Marinic (72. Maglica).

Tore: 1:0 (3.) Baumgärtner, 2:0 (21.) Ritter. – Schiedsrichter: Hieber (Pfahlheim). – Zuschauer: 200.

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Erstellt:
12. November 2018, 06:00 Uhr

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