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Ex-Profis als Unterstützung?

Der Video-Assistent steht mal wieder in der Kritik – der DFB hat offenbar einen neuen Lösungsansatz

Frankfurt/Main /SID - Ex-Profis als Ratgeber? Im Zuge der wieder lauter werdenden Videobeweis-Diskussion in der Bundesliga plant der Deutsche Fußball-Bund (DFB) offenbar, die zu engagieren, die früher oft mit den Schiedsrichtern gestritten haben. „Ehemalige Profis mit ins Boot zu nehmen ist ein total sinnvoller Vorschlag. Ich bin dafür sehr offen, das werden wir diskutieren“, sagte DFB-Videochef Jochen Drees am Dienstag.

Konkret würde es wohl um Schulungen gehen, in denen die ehemaligen Profis den Unparteiischen ihre Regelauslegung näherbringen könnten. „Ehemalige Spieler haben noch mal eine andere Sichtweise auf Situationen, das kann uns weiterhelfen“, sagte Drees: „Wir haben die Weisheit ja nicht mit Löffeln gegessen, versperren uns keinen neuen Ideen.“

Ein Einsatz in der Kölner Videozentrale scheint aber derzeit nicht zur Diskussion zu stehen. Ob der DFB mit den Schulungen bereits Anfang Januar im Portugal-Trainingslager startet, ist noch offen. „Viel Zeit ist bis dahin nicht mehr, aber wir werden die ­Bereitschaft ehemaliger Spieler mal abklopfen“, sagte Drees.

Am Wochenende hatten mehrere Schiri-Entscheidungen die Gemüter erhitzt. Am Sonntag pfiff beispielsweise Robert Hartmann (Wangen) einen Foulelfmeter für den FSV Mainz 05 gegen Hannover 96, der keiner war, in der 89. Minute aber zum 1:1-Ausgleich für die Rheinhessen führte. „So können wir den Videobeweis abschaffen. So macht es keinen Sinn, einen Assistenten einzusetzen, der für Gerechtigkeit sorgen soll“, hatte 96-Trainer André Breitenreiter im ­Anschluss gesagt.

Hannovers Manager Horst Heldt äußerte sich sogar so deutlich („Das ist nicht mehr akzeptabel, der ganze Scheiß“), dass der DFB-Kontrollausschuss im Nachgang Ermittlungen einleitete.

Am Montagabend nahm Drees auf der DFB-Internetseite Stellung zu den Entscheidungen vom Wochenende, was sehr ausführlich geschehen musste. „Wir hatten ein überraschend unterschiedliches Leistungsbild mit positiven wie negativen Entscheidungen der Video-Assistenten und der Schiedsrichterteams in den Stadien“, schrieb der Projektleiter für den Bereich ­Video-Assistent.

Es werde „auch weiterhin Diskussionsstoff nach vereinzelten Spielen in der Bundesliga geben, und in einigen Situationen werden auch sicher wieder unterschiedliche Auffassungen entstehen“, sagte der 48-Jährige: „Der Video-Assistent ist aber nicht dafür da, aus einer schlechten Entscheidung eine bessere zu machen, sondern nur, um bei klaren und offensichtlichen Fehlbeurteilungen der Schiedsrichter diesen ­gegebenenfalls eine erneute Sichtung sowie Beurteilung der Bilder am Monitor in der Review-Area zu ermöglichen.“ Gerade aber bei der Szene, bei der Mainz einen ungerechtfertigten Elfmeter zugesprochen bekam, fragte sich auch der neutrale Beobachter, wann denn der Video-Assistent eingreift, wenn nicht bei dieser klaren Szene.

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Erstellt:
12. Dezember 2018, 03:14 Uhr

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