Fachsimpelei für Fans zur Fußball-EM

BKZ-Bundestrainer: Die Facebook-Gruppe wurde vor der WM in Russland 2018 gegründet und nach dem Finale vorübergehend stillgelegt. Nun wird sie wieder aktiviert, um alle Themen rund um das anstehende europaweite Turnier diskutieren zu können.

Der echte Bundestrainer im Kreise seiner Stars wie Toni Kroos, Antonio Rüdiger oder Serge Gnabry (von links). Unter anderem dazu, welche Aufstellung und welche Taktik Joachim Löw bei den EM-Spielen wählt, werden die BKZ-Bundestrainer ihre Meinungen austauschen. Foto: Imago

© imago images/Schüler

Der echte Bundestrainer im Kreise seiner Stars wie Toni Kroos, Antonio Rüdiger oder Serge Gnabry (von links). Unter anderem dazu, welche Aufstellung und welche Taktik Joachim Löw bei den EM-Spielen wählt, werden die BKZ-Bundestrainer ihre Meinungen austauschen. Foto: Imago

Von Steffen Grün

Eigentlich sollten die Dienste der BKZ-Bundestrainer schon im vergangenen Jahr wieder gefragt sein. So war es ihnen 2018 ein paar Tage nach dem zweiten französischen WM-Triumph durch ein 4:2 im Endspiel gegen Kroatien versprochen worden. Weil die Pandemie die pünktliche Austragung der Europameisterschaft verhinderte, verzögerte sich allerdings auch der Einsatz der Fußballexperten aus Backnang und der Region. Nun, mit zwölf Monaten Verspätung, ist es so weit: Die EM steht vor der Tür, die Facebook-Gruppe „BKZ-Bundestrainer“ geht wieder an den Start.

158 Mitglieder, die ihr auch in der Ruhephase der vergangenen drei Jahre treu geblieben sind, zählt sie zum Auftakt am heutigen Samstag. Sie würden sich über raschen und zahlreichen Zuwachs freuen, denn eine knappe Woche vor dem Eröffnungsspiel zwischen der Türkei und Italien am Freitag, 11. Juni (21 Uhr), in Rom ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um wieder in die Debatten einzusteigen. Allen voran geht es sicherlich um das deutsche Team, das 2018 mit dem Vorrundenaus bei der WM in Russland maßlos enttäuscht hat und nun beim kontinentalen Turnier auf Wiedergutmachung aus ist.

War es von Joachim Löw richtig, Mats Hummels und Thomas Müller am Ende doch in den Kader zu berufen, oder war es von Anfang an falsch, die Weltmeister von 2014 überhaupt auszumustern? Hat der Bundestrainer insgesamt die 26 Richtigen nominiert? Welche Eindrücke lieferte das Vorbereitungsspiel am vergangenen Mittwoch gegen Dänemark und was ist von der Generalprobe gegen Lettland am Montag zu erwarten? Wird die EM zum triumphalen Abschied für den Langzeitcoach, weil Deutschland zum vierten Mal den Titel holt? Oder zum Rohrkrepierer, weil das Nationalteam in Gruppe F mit Frankreich, Portugal und Ungarn schon nach der Vorrunde die Segel streicht?

Fragen über Fragen, doch es dürften im Verlauf des Turniers kaum weniger werden. Auch wenn in der BKZ-Facebook-Gruppe vielleicht nicht alle 80 Millionen Bundestrainer versammelt sind, wird es trotzdem vielfältige Meinungen dazu geben, mit welcher Startelf der einzige echte Bundestrainer die erste Begegnung am 15. Juni gegen Frankreich angehen sollte. Danach wird es zum Beispiel darum gehen, wer sich mit seiner Leistung im nächsten Duell einen Platz auf der Bank oder der Tribüne verdient hat, wer stattdessen seine Bewährungschance bekommen sollte und welche Taktik zum nächsten Rivalen passt. Der persönliche Standpunkt kann mit aller Verve vorgetragen werden, denn kontroverse Debatten sind keineswegs verboten, sondern geradezu erwünscht. Sie sind das Salz in der Suppe, aber klar ist auch: Der Ton muss sachlich bleiben – egal wie sich das Turnier auch entwickeln mag.

Ohnehin wäre es wünschenswert, wenn sich der Meinungsaustausch wie schon vor drei Jahren bei der WM in Russland längst nicht nur auf die Themen rund ums DFB-Team beschränken würde. Schaffen es die Portugiesen ihren Titel zu verteidigen und wer sind die Topfavoriten im Feld der 24 Mannschaften? Welche große Fußballnation strauchelt möglicherweise schon in der Vorrunde und welcher Außenseiter könnte den üblichen Verdächtigen ein Schnippchen schlagen? Welches Land macht den besten Eindruck und wer muss sich noch gewaltig steigern, um seine Ziele zu erreichen? Wer hat das Zeug zum Superstar der EM und wer ist die große Enttäuschung? Es braucht den Mut, sich auf Tipps festzulegen, die Nehmerqualitäten, bei kapitalen Fehleinschätzungen die kleinen Frotzeleien der anderen Bundestrainer zu ertragen, und die Geduld, auf den Moment für den passenden Konter zu warten. Alles natürlich mit einem Augenzwinkern, denn die Debatten sollen vor allem Spaß machen.

Kritische Punkte sollen aber nicht unter den Teppich gekehrt werden. Eine Diskussion anzustoßen, ob es richtig ist, auch in der Coronakrise am Konzept des europaweiten Turniers mit Spielen in elf Städten festzuhalten, ist völlig in Ordnung. Auch über das Ausmaß der Kommerzialisierung des Fußballs oder das Bild, das Verbände wie Fifa, Uefa und DFB abgeben, können die Argumente ausgetauscht werden.

Während der EM kommen in einigen Videos auch Spieler, Trainer oder Funktionäre der Vereine aus der Umgebung zu Wort – vor allem aus dem Fußballbereich, aber nicht ausschließlich. Sie werden die Darbietungen verschiedener Teams kommentieren und analysieren und ihre Prognosen abgeben, wie es weitergeht. Und nicht zuletzt wird es die eine oder andere Umfrage geben, um Stimmungs- und Meinungsbilder einzuholen und abzubilden. Also: Los geht’s, die Diskussionen sind eröffnet.

Schnell Mitglied werden

Ein großes Public Viewing und die Pandemie – das passt trotz der stark verbesserten Lage noch nicht zusammen. Die Facebook- Gruppe „BKZ-Bundestrainer“ bietet ein alternatives Gemeinschaftsgefühl: Fußballfans können hier in großer Zahl mit Gleichgesinnten fachsimpeln und diskutieren.

Mitglied zu werden, ist einfach. Es braucht nur einen Facebook-Account, um die Facebook-Seite der Backnanger Kreiszeitung zu besuchen. Dort gibt’s den Reiter „Gruppen“, eine heißt „BKZ-Bundestrainer“. Beitreten, schon ist man mittendrin in den Debatten.

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Erstellt:
5. Juni 2021, 06:00 Uhr

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