Flicks Triple-Plan zum Jahresende - Lob für Union Berlin

dpa München. Die Vielspieler des FC Bayern gehen „ein bisschen auf der Felge“. Dreimal müssen sie vor Weihnachten aber noch ran. Die Vorgabe für die Kraftproben gegen Union Berlin, Wolfsburg und Leverkusen ist klar. Coach Flick beklagt nach sieben Geister-Monaten eine Bank-Plage.

Hansi Flick lobte den nächsten Bayern-Gegner. Foto: Sven Hoppe/dpa

Hansi Flick lobte den nächsten Bayern-Gegner. Foto: Sven Hoppe/dpa

Der letzte Plan für 2020 steht. Drei Spiele, drei Siege - mit diesem Mini-Triple in der Fußball-Bundesliga will Hansi Flick das von Titelgewinnen und der Corona-Krise geprägte Superjahr des FC Bayern bestmöglich abrunden.

Ein Selbstläufer wird die letzte englische Woche vor Weihnachten für die geschlauchten Münchner Stars aber garantiert nicht. Immerhin rangieren alle drei Gegner - Union Berlin, Wolfsburg und Leverkusen - unter den Top 6 der Tabelle.

„Wir wollen auch in der Bundesliga dieses Jahr, das ein ganz besonderes war, positiv abschließen“, sagte Flick am Freitag. „Wir stehen da, wo wir stehen wollen“ - nämlich auf Platz eins. Und so soll es aus Sicht des 55 Jahre alten Triple-Trainers auch bleiben.

Der Bayern-Endspurt beginnt am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) mit dem Topspiel in Berlin. Im Union-Stadion bestritten die Münchner am 17. Mai 2020 auch das erste Geisterspiel nach dem harten Corona-Lockdown im Frühjahr. Damals reiste Flicks Team ebenfalls als Tabellenführer an und siegte dank Robert Lewandowski und Benjamin Pavard mit 2:0.

Beide waren kurioserweise auch die Torschützen beim 2:1-Hinrundensieg in München gewesen. Geht diese kleine Serie weiter? Lewandowski ist nach seiner Pause in der Champions League gegen Lokomotive Moskau immerhin wieder „hundertprozentig einsatzfähig“, wie Flick berichtete. An der Alten Försterei könnte der Pole zum 200. Mal in der Bundesliga für die Bayern auflaufen. Seine bislang 174 Tore zu diesem Jubiläum sind Bundesliga-Rekord.

Im inzwischen etablierten Geisterspielbetrieb ohne Fans beklagte Flick vor dem Union-Spiel die Animositäten von den Ersatzbänken als Störgröße. „Es ist schon so, dass sehr viel auf dem Platz zu hören ist - und auch von der gegnerischen Bank. Das ist nicht immer ganz schön.“ Es sei bisweilen „eine sehr große Herausforderung“, nicht auf die Emotionen und Zwischenrufe zu reagieren. Allerdings nahm Flick, auch die Bayern-Bank nicht aus. „Es ist allgemein. Ich bin auch nicht immer korrekt“, sagte Flick, der gewöhnlich ruhig an der Linie steht.

Er sehnt auch deswegen die Fans zurück. „Es würde uns allen gut tun, wenn man das eine oder andere von der gegnerischen Bank nicht mehr so übermittelt bekommt. Vorher war es etwas ruhiger außen, weil die Fans alles übertönt haben.“ Diese Ablenkung von außen müsse nicht sein.

Auf dem Platz wollen die Bayern die Dinge auch in Berlin unter Kontrolle haben. Flick appellierte an seine Stars, nochmals „alle Körner“ zu mobilisieren. Nationalverteidiger Niklas Süle sieht das als Gemeinschaftsaufgabe der Mannschaft an. „Es wird eine ganz harte Woche für uns. Jeder geht ein bisschen auf der Felge. Wir schaffen das eh nur zusammen“, sagte der 25 Jahre alte Innenverteidiger.

Die Berliner gehen mit einem erheblichen Handicap in die Kraftprobe mit dem Liga-Primus. Denn es ist das erste Spiel ohne den verletzten Topscorer Max Kruse, den Flick zum Schlüsselspieler bei Union erklärte. „Max Kruse war für mich einer der wichtigsten Transfers für Union. Max ist ein sehr intelligenter Spieler, der weiß, wo die Räume sind.“ Union zeichne aber aus, dass der Club sehr viele verschiedene Torschützen habe und nicht nur Kruse. Union hat mit 22 Treffern - gemeinsam mit Borussia Dortmund - die meisten Tore nach den Bayern (34) erzielt. „Es wird ein sehr intensives Spiel“, glaubt Flick.

Wie er hat auch Union-Coach Urs Fischer einen Plan entwickelt, mit dem er gegen die übermächtigen Münchner bestehen will: „Wir müssen ihnen die Lust am Fußball nehmen und sie in Zweikämpfe verwickeln.“

© dpa-infocom, dpa:201211-99-656205/4

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Erstellt:
11. Dezember 2020, 14:11 Uhr

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