Für Großaspach nur ein Punkt, für Backnang nur ein Ausflug

Fußball-Oberligist SG Sonnenhof darf ran, kommt daheim gegen Essingen aber lediglich zu einem 1:1. Ligarivale TSG fährt 230 Kilometer nach Denzlingen und dann fällt die Partie aus. Auf Bezirksebene sind für Sonntag nur noch die Spiele in Oppenweiler und Murrhardt nicht abgesagt.

Dominik Salz war beim 1:1 gegen Essingen Sekunden vor Schluss noch einmal dicht dran am Großaspacher Siegtor, verfehlte die Flanke von Mert Tasdelen aber um Zentimeter. Foto: Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Dominik Salz war beim 1:1 gegen Essingen Sekunden vor Schluss noch einmal dicht dran am Großaspacher Siegtor, verfehlte die Flanke von Mert Tasdelen aber um Zentimeter. Foto: Tobias Sellmaier

Von Uwe Flegel

Es gibt Tage, das hast du einfach Pech. So wie die Fußball-Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach und die TSG Backnang. Die Elf aus dem Fautenhau musste sich im Heimspiel gegen den TSV Essingen mit einem 1:1 begnügen. Die anderen mühten sich drei Stunden lang ins rund 230 Kilometer entfernte Denzlingen, um dann dort kurz darauf zu erfahren, dass sie wieder heimfahren können. Am frühen Samstagmorgen hatte nämlich auch am südlichen Oberrhein der Schneefall eingesetzt. Für die Schwaben hieß es, außer Spesen nichts gewesen. Die Busfahrt nach Südbaden war nicht mehr als ein kostenpflichtiger touristischer Ausflug bei unwirtlichem Wetter nach Südbaden.

Die TSG macht Denzlingen für die späte Absage keine Vorwürfe

Wobei die beiden sportlichen Leiter der TSG Marc Erdmann und Oguzhan Biyik den Gastgebern vom FC Denzlingen bei all dem Ärger über die unnütze Fahrt keinerlei Vorwurf machten. „Fußball war weder auf dem dortigen Kunstrasenplatz noch auf dem Hauptspielfeld nicht möglich“, sagte Biyik. Erdmann wiederum sagte: „Denzlingen hatte uns telefonisch über die Situation informiert, doch da waren wir schon fast angekommen.“ Es sei eben dumm gelaufen, dass in der Freiburger Ecke der Regen vergleichsweise spät zu anderen Regionen in Schnee überging. Was für das Oberliga-Duell zwischen dem Kellerkind und dem Tabellenzehnten aus dem Murrtal bedeutete, dass auch die Ausweichmöglichkeit Kunstrasen keine Option war.

Im Fautenhau sorgen fleißige Helfer und ein Schlepper dafür, dass gespielt werden kann

In Großaspach dagegen wurde gespielt. Dabei hatte es auch im Fautenhau geschneit. Allerdings hatte es in der dortigen Ecke im Vergleich zum Beispiel zum nahen Backnang nicht so viel geschneit. Die Partie hätte wohl trotzdem nicht stattgefunden, wenn „Großaspach nicht schon am frühen Morgen begonnen hätte, mit einem kleinen Traktor und einem Schleppbesen hintendran, sich um den Platz zu kümmern“, wie Frank Sigle berichtete. Essingens Teamleiter mit einer Vergangenheit als Spieler und als Funktionär bei der TSG Backnang fand auch „den Kunstrasen so wie er daliegt absolut bespielbar.“

Großaspach nutzt in der ersten Halbzeit seine Chancen zu schlecht

Vielleicht spielte bei den Urteil auch eine Rolle, dass der Aufsteiger dem Spitzenreiter einen Punkt abgeluchst hat, „mit dem wir absolut zufrieden sein können“, so Sigle. Großaspachs Trainer Pascal Reinhardt schaute dagegen nicht ganz so glücklich drein. Vor allem weil seine Elf zu Beginn der ersten Halbzeit seinen Kapitän Volkan Celiktas wegen einer Knieverletzung verlor und am Ende „zwei Punkte verschenkt hatte“, wie der Coach eingestand. Dabei spielte Reinhardt vor allen Dingen auf die erste Halbzeit an, als sein Team dreimal allein auf Essingens Schlussmann Jerome Weisheit zusteuerte, aber nur Dominik Salz nach guter Vorarbeit von Mert Tasdelen ein Tor erzielte (15.). Hinzu kam, dass Volkan Celiktas nach gut 20 Minuten zum ersten Mal in dieser Saison einen Foulelfmeter vergab, als er an Weisheit scheiterte. Die Nachlässigkeit vorne wurde kurz vor der Halbzeit mit dem 1:1 durch einen Kopfball von Patrick Auracher bestraft.

Die Essinger Defensive ist für die SG nicht mehr zu überwinden

Nach der Pause mühte sich der Tabellenführer dann erfolglos, den Essinger Abwehrriegel zu überwinden. Klare Chancen waren nun Seltenheit. Die dickste Möglichkeit hatten gar die Gäste, als Lukas Rösch in der Nachspielzeit frei vor SG-Keeper Maximilian Reule die Kugel neben das Tor setzte. „Eigentlich war das Essingens einziger echter Torschuss in der gesamten Partie“, sagte Pascal Reinhardt dazu und wusste, dass der fast gereicht hätte, damit sein Team mit einer Niederlage in die Winterpause geht.

Nur die Spiele in Oppenweiler und Murrhardt sind noch nicht abgesagt

Für die Kreis- und Bezirksligisten steht die übrigens noch nicht an. Sie müssen ebenso wie Großaspachs Oberliga-Rivale TSG Backnang, für die noch das Nachholspiel in Pforzheim ansteht, kommendes Wochenende noch einmal ran. Morgen haben die meisten Klubs aus der Region Backnang und Murrhardt aber Pause. Aufgrund des Wintereinbruchs sind in den Kreisligen A 2 und B 5 mittlerweile alle Spiele abgesagt. In der Kreisliga B 2 ist nur noch die Partie Oppenweiler-Strümpfelbach II gegen Großerlach nicht abgesetzt und in der Bezirksliga stehen derzeit lediglich die Partien Oppenweiler-Strümpfelbach gegen Weinstadt und TSC Murrhardt gegen SG Schorndorf noch auf dem Plan.

Zum Artikel

Erstellt:
2. Dezember 2023, 18:14 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Rems-Murr-Sport

Im Titelrennen einen Rückschlag erlitten

Die Verbandsliga-Handballerinnen des HC Oppenweiler/Backnang verlieren das Verfolgerduell gegen den SV Leonberg/Eltingen in eigener Halle mit 25:28. Statt in der Tabelle am Gegner vorbeizuziehen, wird es mit acht Minuspunkten nun schwierig, noch einmal ganz oben anzugreifen.

Rems-Murr-Sport

Die Wild Things setzen zum Höhenflug an

Die Cheerleaderinnen aus Backnang fahren Mitte März zur baden-württembergischen Meisterschaft nach Tübingen. Dort kämpfen mit denPeewees und dem Juniorteam gleich zwei Teams um die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft.

Rems-Murr-Sport

Tim Pöhlers spätes Tor bringt Backnang den erhofften Punkt

Der Stürmer der TSG-Fußballer sorgt im Oberliga-Nachholspiel beim FC Denzlingen kurz vor dem Ablauf der Nachspielzeit für das umjubelte 2:2. Damit halten die Roten einen Rivalen im Abstiegskampf auf Distanz.