Medaillentraum lebt: DHB-Team im Viertelfinale gegen Ägypten

dpa Tokio. Nicht schön, aber erfolgreich: Die deutschen Handballer haben mit einem Pflichtsieg gegen Brasilien das Olympia-Viertelfinale erreicht. Dort wartet Ägypten.

Die Handballer um Uwe Gensheimer (r) taten sich schwer. Foto: Swen Pförtner/dpa

Die Handballer um Uwe Gensheimer (r) taten sich schwer. Foto: Swen Pförtner/dpa

Deutschlands Handballer klatschten sich nach dem Einzug ins Viertelfinale erleichtert ab und schworen sich noch auf dem Parkett für den Start in die heiße Phase der olympischen Medaillenjagd gegen Ägypten ein.

Die DHB-Auswahl löste mit einem glanzlosen 29:25 (16:12) gegen Brasilien das Ticket für die K.o.-Runde und darf weiter auf Edelmetall hoffen. „Der Traum vom Halbfinale bleibt“, sagte Bundestrainer Alfred Gislason vor dem Duell mit dem Afrika-Champion am kommenden Dienstag zufrieden.

Beim letztlich ungefährdeten Erfolg waren Steffen Weinhold und Juri Knorr mit jeweils sechs Toren beste Werfer für die DHB-Auswahl, die die Vorrundengruppe A mit 6:4 Punkten als Dritter abschloss. „Es kam heute nur darauf an, weiterzukommen. Am Ende haben wir das souverän geschaukelt, auch wenn es kein Gaumenschmaus war“, sagte Rechtsaußen Timo Kastening.

Halbfinale als Ziel

Vor allem eins zählte dabei: Im Viertelfinale geht die deutsche Mannschaft dem favorisierten Weltmeister Dänemark aus dem Weg. „Unser Ziel ist das Halbfinale, das können wir mit einem Sieg erreichen. So greifbar ist es“, sagte Torwart-Oldie Johannes Bitter. Das erste K.o.-Duell gegen die Ägypter, gegen die es vor drei Wochen im letzten Olympia-Test ein 29:27 gegeben hatte, gehe die Mannschaft selbstbewusst an. „Wir haben in der Vorrunde nicht so viel falsch gemacht. Ich denke, da würde eine Zwei stehen, wenn man mal das Schulzeugnis herholt“, bilanzierte der 38-Jährige.

Nach dem Sieg des EM-Dritten Norwegen gegen Rekord-Weltmeister Frankreich direkt zuvor war beim Anpfiff klar: Es gibt ein Endspiel für die deutsche Mannschaft. „Wir wussten, es geht nach Hause, wenn wir verlieren“, sagte Gislason. „Das hat man zu Beginn gesehen.“ Das DHB-Team agierte in der ersten Halbzeit lange nervös und fand erst spät seinen Rhythmus. Die Abwehr ließ in dieser Phase die gewohnte Stabilität vermissen und im Angriff wurden viele Chancen vergeben.

Insgesamt tat sich der EM-Fünfte gegen kampfstarke Brasilianer schwer und konnte nicht an die starke Leistung beim 28:23 gegen Norwegen zwei Tage zuvor anknüpfen. „Insgeheim ist man davon ausgegangen, dass wir weiterkommen. Das soll man als Sportler zwar nie sagen, aber es schwirrt irgendwo im Kopf herum“, sagte Kastening. „Jetzt heißt es abhaken und volle Konzentration auf das Viertelfinale.“

Zu viele Ballverluste

Immer wieder gab es leichte Ballverluste, die von den Südamerikanern zumeist umgehend bestraft wurden. Die DHB-Auswahl lag nach 20 Minuten mit 7:9 hinten und schaffte erst kurz vor der Pause beim 13:12 wieder eine Führung, die bis zur Halbzeit auf vier Tore ausgebaut wurde. Das lag auch daran, dass Bitter im Tor langsam auf Betriebstemperatur kam und Olympia-Debütant Knorr im Rückraum für frischen Wind sorgte.

Nach dem Wechsel führte die deutsche Mannschaft schnell mit sieben Toren, doch die Brasilianer steckten nicht auf und hielten weiter tapfer dagegen. In der Schlussphase schmolz der Vorsprung noch einmal, doch der glanzlose Sieg geriet nicht mehr in Gefahr. „Wir haben das letztlich sehr souverän gelöst“, sagte Bitter. „Ich habe nie das Gefühl gehabt, dass wir das Spiel verlieren können. Auch wenn der Trainer mal mit der einen oder anderen Aktion unzufrieden war.“

© dpa-infocom, dpa:210801-99-652474/6

Zum Artikel

Erstellt:
1. August 2021, 14:12 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!