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Grenzenloser Jubel nach Wiederaufstieg

Oberliga-Volleyballerinnen der TSG Backnang sichern sich die Meisterschaft mit einem ungefährdeten Heimsieg am letzten Spieltag

Geschafft. Am Ende lagen sich dann alle in den Armen und ließen sich vom Publikum feiern. Die Volleyballerinnen der TSG Backnang sicherten sich die Meisterschaft in der Oberliga und damit den direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga. Sie landeten gegen den TV Rottenburg einen ungefährdeten 3:0-Heimsieg. Und das mit einem jungen Trainer, der eigentlich nicht aufsteigen wollte.

Die Backnanger Volleyballerinnen und ihr Trainer Raphael Käfer feiern ausgelassen den 3:0-Heimsieg und den Titelgewinn in der Oberliga.Foto: J. Fiedler

Die Backnanger Volleyballerinnen und ihr Trainer Raphael Käfer feiern ausgelassen den 3:0-Heimsieg und den Titelgewinn in der Oberliga.Foto: J. Fiedler

Von Andreas Ziegele

Es ist die Mitte des dritten Satzes gegen die Gäste aus Rottenburg, als sich bei den Spielerinnen auf und neben dem Platz ein Lächeln in die Gesichter zaubert. Die TSG Backnang liegt zu diesem Zeitpunkt mit 11:7 in Front, nachdem die ersten beiden Sätze mit 25:17 und 25:20 gewonnen wurden. Es war der Zeitpunkt, an dem sich abzeichnete, dass sie sich die Meisterschaft in der Oberliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga nicht mehr würden nehmen lassen. Beim Stand von 24:11 kochte dann die Stimmung in der Katharinenplaisir-Sporthalle fast über. Und dann war es geschafft: 25:20 hieß es am Ende und danach gab es auf dem Feld kein Halten mehr. Die TSG-Spielerinnen und ihr Trainer lagen sich in den Armen und wurden vom Publikum frenetisch gefeiert.

In der sehr gefüllten Sporthalle erwarteten die Anhänger der TSG den ersten Aufschlag an diesem Abend. Besonders eine Gruppe machte durch ihre Stimmung während des ganzen Spiels auf sich aufmerksam. Die „Kompanie 0711“ aus Stuttgart. Dabei handelt es sich nach eigenen Aussagen um den „ersten inoffiziellen Fanclub der MTV Stuttgart II Volleyball-Frauen“. Beim Pokalspiel der beiden Mannschaften in Backnang entstand diese Fanfreundschaft. Mit ihren Anfeuerungen rissen die Fans das übrige Publikum von Beginn an mit. Jeder Punkt wurde bejubelt und nach jedem Fehler gab es aufmunternden Beifall.

Dieser Stimmung konnten sich die Spielerinnen nicht entziehen und legten im ersten Satz eine 8:2-Führung vor, die zur ersten Auszeit durch den Coach des TV Rottenburg führte. Über ein 16:7 holten sich die Backnangerinnen dann ungefährdet mit 25:17 den Satzerfolg. Im zweiten Durchgang waren dann plötzlich und zum ersten und letzten Mal die Gäste in Führung. 5:7 hieß es aus Sicht der TSG und leichte Nervosität machte sich bemerkbar. Bei einer Auszeit durch den TSG-Coach Raphael Käfer beim Stand von 20:20 fand dieser wohl die richtigen Worte. Mit 25:20 ging der zweite Satz an den Tabellenführer. Der dritte Abschnitt war dann nach verhaltenem Start so etwas wie ein Durchmarsch und die Krönung einer großartigen Saison durch den Meistertitel und die Rückkehr in die Regionalliga nach einjähriger Abstinenz.

Die Spielerinnen bedankten sich beim Publikum mit zwei „Divern“, bei denen sie bäuchlings durch die Halle rutschten und anschließend ihren Unterstützern Applaus zollten. Wenn es an diesem Abend noch Luft nach oben gab, dann lediglich beim Feiern. Die erste Flasche Sekt zerschellte am Boden und das Konfetti-Feuerwerk wollte auch nicht so richtig zünden. Den Spielerinnen und dem Trainer war das egal, denn die Freude konnte ihnen dadurch niemand nehmen.

Mit einem Strahlen im Gesicht äußerte sich nach Spielschluss die Spielführerin der TSG, Franziska Schlipf: „Ich bin überglücklich, dass wir es geschafft haben und wir haben es auch verdient.“ Sie war an diesem Tag von Anfang an sicher, „dass es laufen wird“. Von den Ergebnissen der Konkurrenz wussten sie nichts. „Das hat uns auch nicht interessiert, wir wollten gewinnen und das haben wir auch geschafft“, sagte Schlipf. Für die kommende Regionalliga-Saison ist sie optimistisch. „Ich denke, wir packen den Klassenerhalt, vor allem nach dem knappen Abstieg im Vorjahr.“ Ausschlaggebend, so Schlipf war die Mannschaft und nicht einzelne Spielerinnen.

Ein sichtlich angefasster Raphael Käfer, der nach seiner eigenen Aussage eigentlich in der ersten Saison als Trainer gar nicht aufsteigen wollte, relativiert dann seine Äußerung: „Insgeheim hatte ich schon nach der Hinrunde gehofft, dass es mit dem Aufstieg klappt“, und gibt dann zu: „Natürlich wollte ich aufsteigen, ganz klar.“ Es waren nur zwei Mannschaften, Fellbach und Biberach, die der TSG auf Augenhöhe begegnet sind, und das soll nach seinen Worten nicht überheblich klingen. „Wir haben zwar ein, zwei Spielerinnen, die herausragen, aber verantwortlich für den Erfolg war ganz klar die Mannschaft, vor allem weil wir einen kleinen Kader haben“, betont der junge Trainer. Die Regionalliga wird auch für Käfer Neuland als Coach sein. „Es wird auf jeden Fall schwierig, in dieser Klasse zu bestehen“, meint er. „Aber wir wollten dort hin und werden auch dort alles geben.“ Ein besonderes Lob hatte er dann noch für das Publikum: „Ich kenne keine Halle in der Oberliga, bei der die Stimmung so großartig, ist wie bei den Backnanger Heimspielen.“

Auf die Frage, wie denn nun der Abend weitergeht, zuckt der Coach mit den Schultern: „Keine Ahnung, ich halte mich da raus, das haben alles die Mädels organisiert.“ Die Antwort hat Franziska Schlipf: „Es wird eine Backnanger Kneipentour geben.“ Und dass sie feiern können, bewiesen sie schon in der Halle.

TSG Backnang: Poynter, Baier, Prade, Vanessa Maglica, Schröder, Klenk, Schlipf, Maaß, Schwiertz, Pötzl, Lachenmaier.

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Erstellt:
1. April 2019, 06:00 Uhr

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