Großer HCOB-Glanz in der Goldstadt

Handball-Drittligist aus dem Murrtal überrascht beim Tabellendritten TGS Pforzheim mit einem deutlichen 37:29-Erfolg

Glanzvoller Auswärtsauftritt des HC Oppenweiler/Backnang in der Goldstadt: Der Handball-Drittligist siegte mit 37:29 beim bisherigen Tabellendritten TGS Pforzheim und hat wertvolle Punkte für den Verbleib in der Liga eingefahren. Die Murrtaler brannten in der Bertha-Benz-Halle ein beeindruckendes Offensivfeuerwerk ab.

Stets zum richtigen Zeitpunkt mit wichtigen Treffern zur Stelle: Evgeni Prasolov.Foto: A. Hornauer

© Alexander Hornauer

Stets zum richtigen Zeitpunkt mit wichtigen Treffern zur Stelle: Evgeni Prasolov.Foto: A. Hornauer

Von Alexander Hornauer

Die TGS peilte den sechsten Sieg in Serie an und wollte „kräftig die Werbetrommel“ für das anstehende Duell gegen HBW Balingen-Weilstetten II rühren, bei dem der Dritte gegen den Zweiten gespielt hätte. Doch bald musste sie feststellen, dass die vermeintliche Pflichtaufgabe gegen den Tabellenzwölften anspruchsvoller war als vielleicht gedacht.

Denn die Gäste präsentierten sich als unangenehmer Rivale. Torwart Stefan Koppmeier zeigte in der alten Heimat (allerdings im Trikot des Lokalrivalen SG Pforzheim/Eutingen) gute Paraden. Seine Vorderleute verteidigten aufmerksam und mussten in 60 Minuten nur zwei Hinausstellungen verkraften. Im Spiel nach vorne stimmte der Mix. Bot sich die Chance zum Gegenzug, dann ging es mit Tempo nach vorne. Sonst spielten die Murrtaler geduldig gute Chancen heraus. Die Gastgeber um ihren Trainer Andrej Klimovets konnten sich darauf nur schwer einstellen, denn die Gefahr ging sowohl vom wurfgewaltigen Rückraum wie auch von den Außenpositionen und ganz besonders vom Kreis aus.

Nur beim 3:2 lag die TGS vorne, 26 Sekunden später hatte Evgeni Prasolov den Ausgleich wieder hergestellt. Beim 9:6 nach 12 Minuten waren die Gäste erstmals mit drei Toren in Führung. Sechs Minuten vor der Pause hieß es nach einem neuerlichen Prasolov-Tor gar 15:11. Dann leisteten sich die Gäste eine kurze Phase der Nachlässigkeit. Sie ermöglichten Pforzheim vier Treffer in Serie, es stand kurz vor der Pause – eher schmeichelhaft für die Hausherren – unentschieden. Dann gelang Ruben Sigle fünf Sekunden vor der Pause mit einem Distanzwurf das neuerliche Führungstor für den HCOB. Das 16:15 war ein Vorbote für das, was nach Wiederanpfiff kam.

Denn nach dem Wechsel herrschten die Murrtaler klar. Sie beeindruckten im Angriff mit ihrer Zielstrebigkeit und erzielten die ersten fünf Tore. Vor allem Ruben Sigle war kaum zu stoppen. Zudem rückte immer wieder Kreisläufer Philipp Schöbinger in den Fokus. Die TGS-Abwehrrecken zerlegten sein Trikot, er lieh sich ein anderes aus und traf mit der Nummer 97 so zielsicher wie zuvor mit der 19. Nach einem Kontertreffer von Lukas Köder stand es 24:17 (41.).

Ein letztes Mal bäumte sich Pforzheim auf. Der eingewechselte Yanez Kirschner hatte gute Szenen, dann unterliefen den Gästen zwei der sonst seltenen technischen Fehler. Die TGS kam auf 22:25 heran, und weil noch 14 Minuten zu spielen waren, hieß es aus Sicht der Gäste: Aufpassen und noch konzentrierter spielen. Und genau das taten die Murrtaler. Jonas Frank zog auf Rückraum Mitte geschickt die Fäden. Seine Mitspieler nutzten die Vorlagen. Prasolov erzielte wichtige Tore, nach 50 Minuten hieß es wieder 29:24.

Als Koppmeier seine gute Leistung mit weiteren Paraden krönte und Sigle mit seinem neunten Treffer fürs 31:26 sorgte, war die Messe gelesen. Die TGS versuchte noch eine offene Manndeckung, da kam aber gleich eine Zeitstrafe dazwischen, damit hatte sich das auch erledigt.

TGS Pforzheim: Merz, Binder – Taafel (8), James (1), Sruk (2), Kikillus (8/4), Kirschner (3), Wysokinski, Dykta (1), Prsa, Zweigner (5), Klimovets, Salzseeler, Versakovs (1).

HC Oppenweiler/Backnang: Merzbacher, Koppmeier – Lenz (5/3), Sigle (9), Wolf (2), Jonas Frank, Schöbinger (7), Prasolov (6), Kuhnle, Maurer, Raff (2), Koch (1), Köder (4), Vlahovic (1).

Siebenmeter: 4/5:3/3 (Kikillus scheitert an Koppmeier). – Zeitstrafen: 10:4 Minuten (James, Sruk, Wysokinski, Dykta, Versakovs – Vlahovic, Schöbinger). – Schiedsrichter: Gierke/Konwitschny (Dachau). – Zuschauer: 600.

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Erstellt:
10. Dezember 2018, 06:00 Uhr

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