HC Oppenweiler/Backnang hat sein Finale

Nach dem deutlichen Auswärtssieg beim HC Erlangen II geht es nun in einem direkten Duell mit den Wölfen Würzburg am Samstag in der heimischen Gemeindehalle um die Qualifikation für die Aufstiegsrunde zur Zweiten Handball-Bundesliga.

Axel Goller (beim Wurf) hat acht der 49 HCOB-Tore in Erlangen erzielt, vier davon per Siebenmeter.Foto: Alexander Hornauer

Axel Goller (beim Wurf) hat acht der 49 HCOB-Tore in Erlangen erzielt, vier davon per Siebenmeter.Foto: Alexander Hornauer

Von Alexander Hornauer

Die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang haben einen souveränen Auswärtssieg beim HC Erlangen II gelandet. Die Murrtaler konterten die Zweitvertretung des Bundesligisten beim 49:29 ein ums andere Mal aus. Am Ende sprang der deutlichste Sieg seit Zugehörigkeit zur Dritten Liga heraus. Damit ist es beschlossene Sache: Im letzten Spiel der Saison geht es am kommenden Samstag im direkten Duell mit den Wölfen Würzburg ums Ticket für die Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga.

Der HCOB spielte in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle souverän auf. „Wir hatten wirklich nur ganz kurz Anlaufschwierigkeiten“, fand Trainer Daniel Brack und dachte dabei an die ersten dreieinhalb Minuten. In denen ging der HC Erlangen II mit 3:1 in Führung. „Dann waren wir gleich richtig gut in der Partie“, so der Coach, dessen Team eine gute Verteidigungsarbeit leistete und Ballgewinne zu Kontern nutzte. Die Murrtaler stellten die Weichen früh in Richtung Sieg, und sie wiederholten dabei das Kunststück aus dem Waiblingen-Heimspiel mit acht Toren in Serie. Aus einem 1:3 wurde ein 9:3 (12. Minute).

Florian Schindler, nach der Beförderung von Johannes Sellin zum Coach des Bundesligateams für das Coaching bei der Erlanger Zweiten verantwortlich, bat seine Akteure angesichts des einseitigen Spielverlaufes früh zur Nachjustierung an den Spielfeldrand. Die änderte aber nicht besonders viel an den Kraftverhältnissen. Die mit zahlreichen jungen Spielern besetzte Heimmannschaft tat sich im Angriff weiter schwer, musste für jeden Treffer einen großen Aufwand betreiben. Der HCOB hingegen profitierte oft von seinem guten Umschaltspiel, fand aber auch im Positionsangriff immer wieder gute Lösungen. Vor allem Niklas Diebel und Florian Frank glänzten in den Minuten vor der Pause mit erfolgreichen Abschlüssen. Bis zum Seitenwechsel war der Favorit auf 23:12 enteilt. „Heute war jeder bereit“, fand Daniel Brack.

Auch in der zweiten Hälfte agierten die Murrtaler einerseits spielfreudig, mit Blick auf das Resultat aber spaßbefreit. Sie leisteten sich noch weniger Fehlwürfe, zogen weiter davon. Erlangens junges Team konnte nicht mithalten. Sie kamen im Angriff nun ein wenig öfter zum Erfolg, aber es folgten auch immer wieder Ballverluste. Die HCOB-Abwehr übte weiterhin viel Druck auf die Angreifer aus. Es folgten Ballgewinne und Konter. Nach 37 Minuten waren es schon 15 Tore Unterschied. Die ersten Zuschauer gingen, das Bundesligaspiel der Ersten gegen Magdeburg in der Nürnberger Arena versprach mehr Spannung.

Der HCOB ließ es aber nicht auslaufen. Philipp Maurer kam ins Spiel, den bislang deutlichsten Drittligasieg hatte es vor zweieinhalb Jahren gegen den TSV Blaustein mit 20 Toren Unterschied gegeben, und die standen nach 60 Minuten auch diesmal zu Buche: 49:29, Rekord eingestellt. „Das war ein sehr souveräner Sieg“, freute sich Daniel Brack, richtete den Blick aber schnell aufs kommende Wochenende: „Wir wollten ein Finale gegen Würzburg, und das haben wir bekommen.“ Beide Mannschaften gehen punktgleich ins Spiel. Die Gäste haben einen Vorteil: Sie siegten im Hinspiel und hätten im Falle eines Unentschiedens nun die Nase vorn. Der HCOB hat aber auch einen wichtigen Trumpf in der Hand: den Heimvorteil.

HC Erlangen II Haßferter, Materstock – Taft (3), Bialowas (3), Weber (3), Willax, Krancz, Walz, Gänz, Scharnweber (2), Tobias Buck (3), Gruchalla (2/1), Speck (2), Kokott (3), Wenzel (3), Hein (5). HC Oppenweiler/Backnang Stasch, Müller – Schliedermann (5), Newel (6), Timm Buck (3), Schmid (2), Dangers (4), Diebel (7), Dahlhaus, Schmiedt (2), Goller (8/4), Frank (4), Maurer (5), Rauh (3). Siebenmeter 1/1 : 4/4. – Zeitstrafen 6:8 Minuten (Taft, Speck, Kokott – Dahlhaus/zweimal, Newel, Dangers, Frank). – Schiedsrichter Staszak/Walter (Schmelz/ Karlsruhe). – Zuschauer 70. Absteiger Im Kampf um den Ligaverbleib hat HBW Balingen-Weilstetten II gegen HT München gewonnen. Die Bundesligareserve von der Zollernalb bleibt drin, die Münchner teilen das Schicksal der beiden anderen Aufsteiger des Vorjahres: Es geht zurück in die vierte Liga, die künftig Regionalliga heißen wird. DHB-Pokal Im Spiel gegen die Wölfe Würzburg geht es nicht nur um die Qualifikation für die Aufstiegsrunde. Der Sieger darf sich zudem über ein Ticket für den DHB-Pokal in der kommenden Saison freuen. 29:49 (12:23)

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Erstellt:
20. Mai 2024, 19:06 Uhr

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