HC Oppenweiler/Backnang schafft mit souveränem Auftritt einen klaren Sieg

Der Handball-Drittligist aus dem Murrtal liegt gegen den Tabellenelften Rhein-Neckar Löwen II bereits zur Halbzeit mit 24:13 vorne. Mit dem Erfolg untermauert der HCOB seinen zweiten Rang, der die Teilnahme an der Aufstiegsrunde bedeutet.

War kaum zu bremsen und am Ende Spieler des Spiels: Lukász Orlich, der sechs Tore zum Heimsieg beisteuerte. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

War kaum zu bremsen und am Ende Spieler des Spiels: Lukász Orlich, der sechs Tore zum Heimsieg beisteuerte. Foto: Alexander Becher

Von Alexander Hornauer

Es war ein richtiges Feuerwerk, das der HC Oppenweiler/Backnang in eigener Halle gegen die Reserve des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen vor der Pause abbrannte. Am Ende war das 24:13 beim 42:33 schon mehr als die halbe Miete für den schärfsten Verfolger von Drittliga-Spitzenreiter HSG Konstanz. Damit sind die beiden Topfavoriten auf die zwei Plätze in der Aufstiegsrunde weiterhin auf Kurs. Besonders erfreulich am achten Heimsieg des HCOB war, dass alle Handballer ihre Anteile hatten.

Bedenken beim Favoriten stellen sich als grundlos heraus

Die sogenannten Junglöwen sind nicht grundsätzlich ein Angstgegner des Teams aus dem Murrtal. Betrachtet man die vergangenen 20 Jahre, so ist die Bilanz der Duelle beider Mannschaften ausgeglichen. Reduziert man die Sicht auf die Spiele in der Gemeindehalle, so stellt man fest, dass die Rhein-Neckar Löwen II stets Beute machten. Sie siegten 2017, 2019 und zuletzt im Dezember 2022. Es gab deshalb einige im Lager der Schwaben, die dem Duell mit den zuletzt dreimal in Folge siegenden Gästen mit einer gewaltigen Portion Respekt entgegenfieberten. Dass die Reserve des Bundesliga-Topteams aus dem Kraichgau in dieser Saison nur auf Rang elf zu finden ist, änderte daran nichts.

Auf dem Spielfeld tat Oppenweiler/Backnang dann aber alles, um keine Zweifel an einem Heimsieg aufkommen zu lassen. Das gelang in souveräner Manier: In der ersten Spielhälfte war die Offensive fast nicht zu stoppen. Die Gastgeber erzielten bemerkenswerte 24 Treffer. Dabei waren sie kaum zu berechnen, alle Positionen strahlten Gefahr aus. „Wir haben viele Tore über das Tempospiel gemacht“, fand Trainer Daniel Brack und lobte, „dass wir gute und einfache Lösungen gefunden haben“. Seine Spieler agierten mit klarem Ziel und suchten schnelle Torabschlüsse.

Die Hausherren sind einfach zu schnell für die Gäste aus dem Kraichgau

Oft hatten sich die Rhein-Neckar Löwen II defensiv noch nicht gefunden, als es schon klingelte, sie kamen im Rückzug nicht nach. In den ersten fünf Minuten hatten die Löwen im Angriff noch gut getroffen, dann ließen sie sich von der aufmerksamen HCOB-Abwehr oft Bälle abluchsen. Außerdem scheiterten die Werfer wiederholt am starken Torwart Jürgen Müller. Der leitete mit seinen Zuspielen Gegenstöße ein. Zur Pause stand es 24:13.

Daniel Brack gestand hernach: „Mit dieser Halbzeit war ich extrem zufrieden.“ Gästecoach Alexander Bossert merkte geknickt an: „Bis zum 6:6 waren wir dabei. Danach waren wir aber nicht mehr wirklich auf dem Feld.“ Er berichtete, sein Team gleich nach dem Spiel in die Kabine gerufen zu haben, um es ein bisschen mit Statistik zu quälen: „Wir kassieren sonst in einem Spiel im Schnitt 30 Gegentore, heute waren wir schon zur Halbzeit bei 24. Unser Spiel lebt von der Abwehr und guten Torhüterleistungen. Somit haben wir es Oppenweiler/Backnang viel zu einfach gemacht.“

Nach der Halbzeit plätschert die Partie vor sich dahin

Dass die zweite Halbzeit angesichts einer meist zehn bis zwölf Tore hohen Führung nicht umkämpft und intensiv war, überraschte nicht. Die Sportler taten sich nicht mehr weh, es gab nicht so viele Zweikämpfe und kaum Zeitstrafen. Der Coach des HCOB gestand: „Aus Trainersicht hätte ich in der zweiten Halbzeit gerne noch einen draufgesetzt“, doch zum Ende hin ließ die Konzentration nach und die Gastgeber vergaben gute Gelegenheiten. Vor allem für den 40. Treffer brauchte es mehrere Anläufe, ehe Florian Frank den Ball an Gästekeeper Niklas Gierse vorbei im Netz unterbrachte. Nun muss er wohl Getränke ins nächste Training mitbringen, wenn man die Gesten seiner Mitspieler richtig interpretiert.

Lukász Orlich wird zum Spieler des Spiels gewählt

Am Ende hatten sich alle HCOB-Feldspieler in die Torschützenliste eingetragen mit einer Ausnahme: Kreisläufer Alexander Schmid ging leer aus. Das war zu verschmerzen, in seinem Fall war wichtiger, dass er überhaupt spielen konnte. Unter der Woche drohte noch ein verletzungsbedingter Ausfall. Im Tor konnte Levin Stasch nach seiner Verletzungspause Spielzeit sammeln, er löste Jürgen Müller in der Schlussviertelstunde ab. Als Spieler des Tages wurde Lukász Orlich ausgezeichne. Er zeigte viele gelungene Aktionen und steuerte mit sechs Toren gemeinsam mit Daniel Schliedermann die meisten Treffer zum Heimsieg bei.

HC Oppenweiler/Backnang Stasch, Müller – Schliedermann (6), Newel (4), Buck (5), Schmid, Dangers (1), Diebel (5), Schmiedt (2), Orlich (6), Goller (5/3), Frank (1), Maurer (4), Rauh (3).

Rhein-Neckar Löwen II Gierse, Berghoffer – Trost (1), Messerschmidt (2), Göttler (6/2), Schwarzer, Grupe (2), Straub (6), Willner (2), Pabst (2), Clarius (1), Krauth (4), Kraft (1), Kessler (6).

Siebenmeter 3/3:2/3 (Göttler scheitert an Müller). – Zeitstrafen 6:2 Minuten (Newel, Dangers, Orlich – Pabst). – Schiedsrichter Schek/Zick (Kindsbach/Mannheim). – Zuschauer 600.

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Erstellt:
19. Februar 2024, 06:00 Uhr

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