HC Oppenweiler/Backnang stürmt mit Kantersieg an die Spitze

Die Drittliga-Handballer aus dem Murrtal gewinnen das Heimspiel gegen den TSB Horkheim mit 38:26. Zwölf Tore Unterschied – einen klareren Sieger gab es in den vorherigen 48 Prestigeduellen zwischen den Nachbarvereinen aus dem Murrtal und dem Unterland noch nie.

Axel Goller steuert zehn Tore zum HCOB-Sieg bei: Sechs von der Siebenmeterlinie, aber auch vier aus dem Spiel heraus. Foto: Alexander Becher

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Axel Goller steuert zehn Tore zum HCOB-Sieg bei: Sechs von der Siebenmeterlinie, aber auch vier aus dem Spiel heraus. Foto: Alexander Becher

Von Alexander Hornauer

Der souveräne Erfolg des HC Oppenweiler/ Backnang kam nicht von ungefähr, sondern hatte mehrere Gründe. Die Hausherren um ihren Trainer Daniel Brack waren spielerisch besser und in der Abwehr bissiger. Sie entschieden das Duell der Torhüter für sich, was sich dieses Mal vor allem der 36-jährige, erstligaerfahrene Routinier Jürgen Müller mit seinen Paraden ans Revers heften durfte. Und sie hatten die passendere Einstellung zum Spiel. Alles zusammen wurde mit der Tabellenführung belohnt, denn die Murrtaler zogen mit 19:5 Punkten an Pforzheim/Eutingen und an Konstanz vorbei.

Eine lange Anlaufzeit gab es beim Nachbarschaftsduell in der Gemeindehalle nicht. Beide Mannschaften kamen sofort ins Rollen, die Tore fielen in hoher Taktung. Die Gäste blieben zumindest in den ersten zehn Minuten dran, vor allem wegen der Treffer von Nick Fröhlich und Johannes Rebmann. „Wir wollten Emotionen aufs Feld bringen, das ist uns in der ersten Halbzeit zeitweise auch gelungen“, befand TSB-Coach Dragos Oprea. Das sah dessen Kollege Daniel Brack ebenfalls so und attestierte Horkheim einige gute Aktionen, „aber uns ist es gelungen, sukzessive davonzuziehen und schon zur Pause einen Vorsprung zu haben“.

Martin Schmiedt ist oft der Abnehmer der präzisen Abwürfe von Jürgen Müller

Das lag nicht zuletzt an Jürgen Müller, der ein gutes Spiel machte. Der HCOB-Keeper sammelte neben seinen Paraden auch zahlreiche Torvorlagen. Er brachte die Mitspieler mit präzisen Abwürfen in Position, somit kamen die Einheimischen zu einigen Treffern über die erste Welle. In solchen Momenten war häufig Martin Schmiedt der Abschlussspieler. Insgesamt war der HCOB im Angriffsspiel viel variabler aufgestellt als die Gäste. Daniel Schliedermann ging in der ersten Halbzeit mit fünf teils spektakulären Treffern voran, aber Gefahr ging von allen Positionen aus. Nach einer Viertelstunde lag das Brack-Team zum ersten Mal mit vier Toren vorne, das war ein erster Vorbote für den späteren Spielausgang. Bei dieser Differenz blieb es auch bis zum 20:16 zur Pause.

Mit acht Toren in Serie zum 28:17 macht der HCOB den Sack bereits frühzeitig zu

Nach dem Wechsel wurde die Partie immer einseitiger. Der HCOB steigerte sich in der Abwehr, ließ nur noch zehn Gegentreffer zu – in den ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff sogar nur einen einzigen. Immer wieder war Endstation bei Jürgen Müller. Mit fortschreitender Spielzeit kamen Patzer der Horkheimer im Aufbauspiel dazu. Sie verloren den Ball oder spielten ihn unter Druck ins Aus. „Unsere technischen Fehler sind gnadenlos bestraft worden“, urteilte Gästetrainer Dragos Oprea. Auch ein Siebenmeter brachte seinem Team keinen Erfolg: Nick Fröhlich scheiterte, in diesem Fall an Levin Stasch. Oppenweiler/Backnang war dagegen voll auf Betriebstemperatur, machte aus fast jedem Ballbesitz einen Treffer. Acht Tore in Folge bedeuteten das 28:17.

Goller glänzt als Siebenmeterschütze, auch Newel ist in Torlaune

Nach 40 Minuten war die Partie gelaufen. Bei den Murrtalern glänzte Axel Goller als Siebenmeterschütze, erst sein siebter Versuch ging daneben. Auch Juniorennationalspieler Elias Newel war in Torlaune und setzte sich häufig gegen Horkheims Abwehr durch. TSB-Trainer Dragos Oprea musste sich nicht den Vorwurf gefallen lassen, tatenlos zuzuschauen. Er stellte sein Team immer wieder um, doch das hinterließ bei den Gastgebern wenig bis keine Wirkung. „Im zweiten Durchgang war es ganz egal, was Horkheim probiert hat“, lobte HCOB-Trainer Daniel Brack sein Team. „Siebter Feldspieler oder 5:1-Abwehr – wir haben gegen alles eine gute Lösung gefunden.“

Oppenweiler/Backnang ließ auch in der Endphase keine größere Ergebniskosmetik der TSB-Handballer mehr zu. Im Gegenteil: Niklas Diebel sorgte mit zwei Toren in der letzten Minute dafür, dass es zwölf Treffer Differenz zwischen beiden Teams waren – und damit der deutlichste Abstand in der fast 40-jährigen Geschichte dieses Duells.

HC Oppenweiler/Backnang Stasch, Müller – Schliedermann (5), Newel (8), Buck (1), Schmid (1), Dangers (1), Diebel (3), Schmiedt (5), Orlich (3), Goller (10/6), Frank, Maurer (1), Rauh, Godon.

TSB Horkheim Malek, Buchele – Mönch (5/1), Reichert (2), Bröhl (2), Fröhlich (6/2), Noah Matusik, Urban (1), Rebmann (3), Niklas Matusik (2), Uhl (1), Agner, Starz (4).

Siebenmeter 6/7:3/4 (Goller wirft an die Latte – Fröhlich scheitert an Stasch). – Zeitstrafen 12:6 Minuten (Godon/dreimal, Dangers, Diebel, Rauh – Starz, Urban, Bröhl). – Disqualifikation Godon (60.). – Schiedsrichter Christian Berger/Stefan Berger (München). – Zuschauer 700.

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Erstellt:
26. November 2023, 19:06 Uhr

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