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HCOB bejubelt Erfolg im Handball-Krimi

Großer Kampfgeist des Drittligisten beim unerwarteten 33:32-Erfolg im württembergischen Duell gegen den VfL Pfullingen

Was für eine Handball-Schlacht. Am Ende jubelte der HC Oppenweiler/Backnang. In einem wahren Krimi gewann der Drittligist das württembergische Duell gegen den VfL Pfullingen mit 33:32. Der HCOB kämpfte mit heißem Herzen und kühlem Kopf. Der Sieg war schon deshalb verdient, weil die Murrtaler den VfL im letzten Angriff über eineinhalb Minuten vom eigenen Tor fernhielten.

Bejubelte mit dem Drittligateam nach einem wahren Krimi den ersten Heimsieg: Jochen Bartels, sportlicher Leiter des HCOB.Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Bejubelte mit dem Drittligateam nach einem wahren Krimi den ersten Heimsieg: Jochen Bartels, sportlicher Leiter des HCOB.Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Die Gastgeber erwischten den besseren Start. Sie verteidigten gut, spielten schnell nach vorn. Nach zehn Minuten stand es 8:4. Dass der Favorit zu guten Leistungen imstande war, zeigte er in der Folgezeit, als er einige Ballverluste der Hausherren konsequent ausnutzte und mit dem 12:11 von Niklas Roth in Führung ging. Wer sich Sorgen machte, dass der HCOB ob des Pfullinger Zwischenspurts aus dem Takt geraten würde, sah sich aber getäuscht. In den Minuten bis zur Halbzeit bestimmten wieder die Hausherren die Partie. Sie nutzten eine doppelte Überzahl zu zwei Toren von Marcel Lenz und führten 17:15. Auch zur Pause lagen sie 19:18 vorn. Knapp zwar, aber immerhin. Der Zwischenstand machte Mut, die Leistung sowieso. Die Pfullinger Abwehr, die in der Vorwoche in 60 Minuten nur 15 Gegentreffer von Saarlouis zugelassen hatte, tat sich mit dem Angriffsspiel der Murrtaler erkennbar schwer. Auch Trainer Frederik Griesbach war sichtlich unzufrieden. Sein Reklamieren am Spielfeldrand brachte seinem Team schon in der ersten Hälfte eine Strafzeit ein, ein Bärendienst des Übungsleiters für seine Mannschaft.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs taten sich die Gastgeber schwer. Pfullingen wirkte nun stabiler, erzielte die ersten vier Treffer des Spielabschnittes, führte 22:19. Das sah verdächtig nach Wende aus. HCOB-Trainer Matthias Heineke reagierte, nahm eine Auszeit. Die wirkte, sein Team kämpfte sich in die Begegnung zurück. Einigen Glanztaten von Torwart Magnus Becker verdankten es die Gäste, dass sie die Führung bis zur 40. Minute verteidigten, dann traf Tom Kuhnle zum 25:25. Der Rückraumspieler war es auch, der nach 47 Minuten für die Rückeroberung der Führung sorgte. Die Halle kochte, die Zuschauer ahnten: Die Überraschung war zum Greifen nah. Die Partie stand auf Messers Schneide, beide Mannschaften zeigten großen Kampfgeist. Oppenweiler/Backnang legte mehrmals vor, 29:28, 30:29, doch der VfL glich jeweils wieder aus. Wie praktisch jeder Vergleich dieser Teams in der jüngeren Vergangenheit lief es auf ein Foto-Finish hinaus.

Als der VfL in Überzahl spielte, der HCOB den Ball verlor und Keeper Becker aus 40 Metern ins verwaiste Tor warf, lag Pfullingen sieben Minuten vor dem Ende wieder vorn. Die Gäste hatten die Chance zur Zwei-Tore-Führung, doch Torwart Stefan Koppmeier war zur Stelle, hielt die Gastgeber im Spiel. Per Siebenmeter glich Marcel Lenz zum 31:31 aus. Roth brachte den Ex-Bundesligisten ein letztes Mal in Führung, doch sein Team spielte in Unterzahl, und Evgeni Prasolov fand die Lücke, warf das 32:32. Sekunden später gab’s Aufregung: Die Schiedsrichter hatten die Medizinfrau aufs Feld gewunken, als Prasolov einen Schlag ins Gesicht bekommen hatte. Weil es aber keine Bestrafung für den Verteidiger gab, musste Prasolov für drei Angriffe vom Feld. Heineke brachte Ruben Sigle. Der traf zum 33:32 und das 100 Sekunden vor Schluss. Die hatten es noch einmal in sich. Pfullingen versuchte alles, um noch auszugleichen. Die Hausherren wiederum rackerten in der Abwehr wie die Wilden. Dann landete der allerletzte Freiwurf von Micha Thiemann im Block. Der Sieg und minutenlanger Jubel auf dem Feld und auf den Rängen.

HC Oppenweiler/Backnang: Fink, Koppmeier – Lenz (10/5), Sigle (3), Szilagyi (n.e.), Wolf (8), Schöbinger (1), Prasolov (4), Kuhnle (3), Maurer (2), Hug (n.e.), Raff, Koch (2), Köder.

VfL Pfullingen: Becker, Schlipphak – Wittlinger, Schmid (2), Breckel (8), Stahl, Roth (6), Thiemann (7/4), Prinz (2), Möck (1), Haug, Goller (3), Hertwig, List (3/1).

Siebenmeter: 5/5:5/6 (Thiemann scheitert an Koppmeier). – Zeitstrafen: 8:10 Minuten (Schöbinger/zweimal, Maurer, Wolf – List/dreimal, Thiemann, Trainer Griesbach).– Disqualifikation: List (57./dritte Hinausstellung). – Schiedsrichter: Homa/Mehl (Fürth). – Zuschauer: 600.

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Erstellt:
8. Oktober 2018, 06:00 Uhr

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