HCOB kassiert viele Treffer ins verwaiste Tor

Der personell arg dezimierte Handball-Drittligist HC Oppenweiler/Backnang zieht beim TuS Fürstenfeldbruck deutlich mit 27:40 den Kürzeren und hat damit die Chance verspielt, sich für den DHB-Pokal zu qualifizieren. In der zweiten Halbzeit leisten sich die Gäste zu viele Fehler.

Für Kevin Wolf (am Ball) und den HC Oppenweiler/Backnang gibt es in Fürstenfeldbruck kein Durchkommen. Foto: A. Hornauer

© Alexander Hornauer

Für Kevin Wolf (am Ball) und den HC Oppenweiler/Backnang gibt es in Fürstenfeldbruck kein Durchkommen. Foto: A. Hornauer

Von Alexander Hornauer

Der HC Oppenweiler/Backnang hat im Ligapokal beim TuS Fürstenfeldbruck ziemlich konsequent auf den siebten Feldspieler gesetzt. Das funktionierte aber nur zu Beginn gut. Später ging es ganz schön schief. So unterlag die Mannschaft ohne ihr etatmäßiges Torhüterduo Jürgen Müller und Stefan Koppmeier am Ende mit 27:40. Damit hat sich die Hoffnung auf die Qualifikation für den DHB-Pokal der kommenden Runde erledigt. Dieses Ticket geht bereits vorzeitig an den TuS Fürstenfeldbruck.

Die Gäste warteten mit zwei Überraschungen auf. Erstens: Im Tor standen Nils Hafner und Jonathan Erb aus der dritten und der zweiten Mannschaft. Die etatmäßigen Keeper Jürgen Müller und Stefan Koppmeier mussten angeschlagen passen. Erschwerend kam hinzu, dass auch Rückraumspieler fehlten. Luis Villgrattner war ohnehin nicht dabei. Kurzfristig musste zudem Felix Raff wegen einer Fingerverletzung passen. Zweitens: Der HCOB setzte von der ersten Minute an konsequent auf den siebten Feldspieler. Damit wollten sich die Murrtaler mehr gute Torgelegenheiten herausspielen.

In den ersten 30 Minuten gelang das hervorragend. Gleich zu Beginn hatte Außenspieler Marcel Lenz oft freie Bahn. Der HCOB nutzte seine Chancen, um mit 8:5 in Führung zu gehen. In der Folgezeit machten die Murrtaler aber zu wenig aus freien Wurfchancen, sie scheiterten zu oft an Routinier Michael Luderschmid im Fürstenfeldbrucker Tor. Die Gastgeber drehten die Partie und lagen zur Pause mit 17:14 vorn. Das war ärgerlich aus Sicht des HCOB, denn mit einer besseren Chancenverwertung wäre nach 30 Minuten auch eine Führung im Bereich des Möglichen gelegen.

Siebter Feldspieler wird dem HCOBim zweiten Durchgang zum Verhängnis

Nach dem Seitenwechsel setzte der HC Oppenweiler/Backnang weiter auf den siebten Feldspieler. Nun ging der Schuss allerdings deutlich nach hinten los. Die Gäste leisteten sich zahlreiche technische Fehler, die Schiedsrichter pfiffen einige Stürmerfouls – und nun erwies es sich als großes Defizit, dass kein Torhüter mehr zwischen den Pfosten stand. Fürstenfeldbruck nutzte das zu einfachen Toren aus der Distanz. HCOB-Keeper Jonathan Erb legte zwar manchen Sprint hin, aber die Angreifer erwiesen sich bei ihren Distanzwürfen treffsicher. Fürstenfeldbruck zog somit bis zur 45. Minute auf 29:22 davon.

Die Begegnung war entschieden und die Luft bei den Gästen raus. Gepaart mit der Tatsache, dass bei Fürstenfeldbruck sechs Spieler ihr letztes Heimspiel für den Verein absolvierten und sich mit dem einen oder anderen Highlight verabschieden wollten, wurde es ergebnistechnisch deutlich. Obwohl Torwart Jonathan Erb in den zweiten 30 Minuten respektable acht Paraden sammelte, klingelte es kurz vor dem Ende zum 40. Mal im HCOB-Gehäuse. Fürstenfeldbruck hat sich den Platz im DHB-Pokal mit den Siegen im Hin- und Rückspiel unzweifelhaft verdient. Trainer Matthias Heineke sagte: „Wir haben in der ersten Halbzeit durch den siebten Feldspieler sehr viele gute Chancen herausgespielt. Leider haben wir zu viele davon liegen lassen und sind deshalb mit einem Rückstand in die Pause. In der zweiten Halbzeit war die Zahl der technischen Fehler immens, deshalb haben wir auch sehr viele Gegentore bekommen.“

TuS Fürstenfeldbruck: Luderschmid, Oberosler – Kaulitz (7/1), Leindl, Hlawatsch (1), Lex (4), Seitz (5), Meinzer (3), Kerst (2), Engelmann (4), Prause (3), Hack (3), Horner (7/2), Prestele (1).

HC Oppenweiler/Backnang: Hafner, Erb – Lenz (8/2), Gehrke, Buck (1), Sigle (7), Wolf (2), Strýc (2), Frank, Maurer (5), Bühler (1), Rauh (1), Düren.

Siebenmeter: 3/3:2:2. – Zeitstrafen: 8:6 Minuten (Hlawatsch, Lex, Engelmann, Prestele – Düren/zweimal, Strýc). – Schiedsrichter: Jaros/Thrun (Lauterstein/Waldstetten). – Zuschauer: 320.

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Erstellt:
2. Mai 2022, 06:00 Uhr

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