HCOB muss eine harte Nuss knacken

Die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang stehen vor einem gleichermaßen attraktiven wie sportlich anspruchsvollen Drittliga-Heimspiel. Mit dem VfL Pfullingen gibt am morgigen Samstag um 20 Uhr eine Topmannschaft ihre Visitenkarte in der Gemeindehalle ab.

Florian Frank (grünes Trikot) will mit dem HC Oppenweiler/Backnang das Heimspiel erfolgreich gestalten. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Florian Frank (grünes Trikot) will mit dem HC Oppenweiler/Backnang das Heimspiel erfolgreich gestalten. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Das erste Saisonviertel ist gespielt. Der HCOB hat 8:4 Punkte und belegt den vierten Platz unter zwölf Mannschaften. Trainer Matthias Heineke sagt: „Wir haben alle Pflichtaufgaben gelöst und von den beiden Spielen gegen direkte Konkurrenten um einen Platz in der ersten Tabellenhälfte auswärts ein Spiel gewonnen und eins verloren. So weit sind wir also im Soll.“ Der Coach weiß aber auch: „Um im positiven Bereich zu bleiben, brauchen wir zwei Punkte aus den nächsten beiden Spielen.“

Von statistischen Fakten wie Toren und Punkten abgesehen, ist dem Trainer die Entwicklung des Teams wichtig. „Und da sind wir spielerisch noch nicht konstant genug.“ Es gelte nun, gut durch die kommenden Wochen mit den Spielen gegen die Topteams aus Pfullingen, Fürstenfeldbruck und von Balingen-Weilstetten II zu kommen. Eine anspruchsvolle Aufgabe, denn die personelle Situation mit angeschlagenen und kranken Spielern ist nicht optimal. Matthias Heineke freut sich dennoch auf diese Spiele: „Genau für diese Begegnungen brennt man – und will sich auch gegen die starken Teams behaupten.“ Am besten direkt im Duell mit dem VfL Pfullingen.

Trainer Matthias Heineke rechnet mit sehr intensiver Spielweise des Gegners

Dabei hofft der Coach auf „die taktische Disziplin aller ab Minute eins. Sie ist nämlich enorm wichtig für unser Spiel. Wenn Abwehr und Torwart im Rhythmus sind, gibt uns das enorm viel.“ Einige Male in dieser Saison klappte das, zuletzt – bei der Niederlage in Kornwestheim – aber nicht. Auch die Tatsache, „dass wir uns nach der Pause eine Viertelstunde hingelegt haben, in der uns das Spiel entglitt“, fuchst den Trainer. Da wurden Erinnerungen ans Spiel in der Aufstiegsrunde in Pfullingen wach. „Insofern schärft das die Sinne“, sagt Matthias Heineke und schließt daraus: „Dieses Thema erfordert am Wochenende volle Konzentration.“

Der HCOB-Trainer rechnet mit einer sehr intensiven Spielweise des Gegners, dementsprechend wichtig werde eine funktionierende Abwehr sein, „mit kleinen Abständen und konsequenten Hilfen“. Und wenn sich Ballgewinne ergeben, dann lautet das HCOB-Motto: Schnell umschalten und ausnutzen, dass der Gegner mit Spezialistenwechsel agiert und dementsprechend ein paar Meter mehr zu gehen hat. Grundsätzlich, so vermutet Matthias Heineke, „wird es wohl entscheidend sein, wer sein Spiel durchdrückt – und wem es gelingt, immer mal wieder eine kleine Serie hinzulegen“. Das wird aber nicht einfach. Der VfL Pfullingen hat sich nämlich zu einem Spitzenteam der Dritten Liga entwickelt. Dieser Trend ist untrennbar mit dem Wirken von Trainer Daniel Brack verbunden. Nachdem der Ex-Bundesligist die Drittliga-Runden in den Jahren 2017, 2018 und 2019 jeweils auf dem elften Tabellenplatz abgeschlossen hatte, führte der Sohn des bekannten Handballprofessors Rolf Brack den VfL im ersten Jahr unter seinen Fittichen zielstrebig auf Rang zwei. Auch in der vergangenen Runde gab der Klub eine gute Figur ab. Er erreichte in der spannenden Aufstiegsrunde zur zweiten Liga die Zwischenrunde und musste sich dem späteren Aufsteiger HC Empor Rostock nur außerordentlich knapp geschlagen geben.

Auch aktuell steht der VfL Pfullingen mit 10:2 Punkten sehr gut da. Die einzige Niederlage resultierte aus dem Duell mit dem Zweitliga-Absteiger TuS Fürstenfeldbruck. Prominentester Zugang vor dieser Runde war Felix Zeiler, der in der vergangenen Saison noch für den TSB Horkheim gespielt hat und sich dort in der Aufstiegsrunde gut in Szene setzte. Nicht mehr dabei ist hingegen Urgestein Marc Breckel, der in den vergangenen Jahren eine feste Größe im Pfullinger Spiel war. Für die Konkurrenz zählt das Team vom Fuße der Schwäbischen Alb zu den Staffelfavoriten.

Schiedsrichter und Livestream

Gemeinsamkeiten Die HCOB-Handballer und der VfL Pfullingen bewegen sich seit 2013 auf vergleichbarem Niveau. Sie stiegen gemeinsam aus der Baden-Württemberg-Oberliga auf und belegten in der Dritten Liga mehrmals nebeneinanderliegende Tabellenplätze. Auch die Duelle waren oft ausgeglichen und eng, es gab einige Unentschieden. Und selbst wenn sich am Ende eine Mannschaft etwas deutlicher durchsetzte, konnte man hernach behaupten, dass man es zumindest nicht hatte vorhersagen können.

Schiedsrichter David Homa und Oliver Mehl aus Fürth scheinen auf württembergische Duelle spezialisiert zu sein: Sie leiten zum wiederholten Mal ein HCOB-Heimspiel gegen einen der in der Nachbarschaft beheimateten Rivalen.

Livestream Die Begegnung wird live auf Sportdeutschland.TV übertragen. Wer zuschauen möchte, benötigt einen Account und ein Ticket zum Preis von 4,50 Euro. Als Moderatoren werden Marc Brosi und Teammanager Jonas Frank agieren, die Regie übernehmen Georg Beïs und Philipp Weber.

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Erstellt:
15. Oktober 2021, 16:00 Uhr

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