HCOB nimmt positive Emotionen mit

Rein ergebnistechnisch war es nicht die Offenbarung: Handball-Drittligist HC Oppenweiler/Backnang musste sich im ersten Vorbereitungsspiel auf die kommende Runde zu Hause gegen den künftigen Ligarivalen TSG Söflingen mit einem 30:30-Unentschieden begnügen.

Tobias Gehrke (beim Wurf) hat nach fast einem Jahr Pause sein Comeback gefeiert. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Tobias Gehrke (beim Wurf) hat nach fast einem Jahr Pause sein Comeback gefeiert. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer Bei der Testpartie des Handball-Drittligisten HC Oppenweiler/Backnang gegen die TSG Söflingen gab es einen ausgesprochen erfreulichen Aspekt: Rückraumspieler Tobias Gehrke feierte gegen den Klub aus Ulm sein Comeback im Trikot der Murrtaler. Vor einem Jahr war Tobias Gehrke vom TSB Horkheim zum HC Oppenweiler/Backnang gewechselt. In der Vorbereitung hatte er einen guten Eindruck hinterlassen. Dann kam die Hiobsbotschaft, ein Kreuzbandriss. Beim ersten Drittliga-Spiel der Vorsaison saß er auf der Bank, und als es im neuen Jahr in die Aufstiegsserie zur Zweiten Bundesliga ging: ebenso. Tobias Gehrke verdiente sich Meriten als absoluter Teamplayer. Parallel arbeitete er hart an seiner Rückkehr aufs Spielfeld. Zu Beginn der zweiten Halbzeit in der Partie gegen Söflingen war es so weit. Der 25-Jährige sammelte die ersten Einsatzminuten nach fast einem Jahr. Und hernach war er happy: „Ein megageiles Gefühl. Es ist einfach super, wieder auf dem Spielfeld zu sein.“ Dass sogar ein Tor gelang: Nebensache. Wichtiger waren die guten Emotionen. „Das Knie ist stabil“, sagt Tobias Gehrke, „ich bin super betreut worden. Ich fühle mich sicher, auch vom Kopf her.“ Erster Eindruck nach dem ersten Kurzeinsatz: „Jetzt geht es vorwärts.“ In der kommenden Runde will der Handballer mit Göppinger Wurzeln die Rolle einnehmen, die ihm verletzungsbedingt in der vergangenen verwehrt blieb: eine tragende Kraft im Angriffsspiel des HC Oppenweiler/Backnang. Felix Raff mit einer starken Bilanz auf der halblinken Position Die Rolle des Haupttorschützen übernahm im Test gegen die TSG Söflingen Felix Raff. Elf Treffer bei nicht wesentlich mehr Versuchen sind eine gute Bilanz für den Halblinken. Er sorgte maßgeblich dafür, dass es bei einer zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Führung nach einem Heimsieg gegen den Drittliga-Rückkehrer aussah. In der Schlussphase aber lief bei den Hausherren im ersten Test arg wenig zusammen. Technische Fehler, ungenaue Torwürfe, dazu Schwächen in der Defensive. Plötzlich hieß es kurz vor dem Ende 28:30. Dann sorgten Felix Raff und Marcel Lenz mit einem verwandelten Siebenmeter sowie Torwart Stefan Koppmeier für ein halbwegs akzeptables Ende, 30:30, wenigstens nicht verloren. Die Aussagekraft hielt sich in engen Grenzen, zu sehr befinden sich beide Teams noch in der Findungsphase. HCOB-Coach Matthias Heineke war dennoch nicht so angetan: „Wir haben nicht gewonnen, deshalb können wir nicht zufrieden sein. Und 30 Gegentreffer sind ohnehin nicht das, was wir uns vorgenommen haben. Wir waren in der Abwehr in beiden Halbzeiten immer nur 15 Minuten gut.“ Und dann nicht mehr, was vor allem die Söflinger Kevin Kraft und Aaron Mayer zu nutzen wussten. Am Ende stand der Aufsteiger kurz vor einem Sieg, die Nervenstärke von Marcel Lenz, der beim Siebenmeter seit Monaten ohne Fehl und Tadel agierte, rettete den Hausherren ein Remis. Im November treffen beide Teams in der Punktspielrunde erneut aufeinander, dann am Ulmer Kuhberg, und da wollen es die HCOB-Handballer besser machen. Bis dahin ist noch viel Zeit. Vorerst geht es weiter mit der Vorbereitung. Auch in der kommenden Woche absolvieren die HCOB-Handballer ein Testspiel. Am Freitag, 23. Juli, um 19 Uhr geht es gegen den SV 64 Zweibrücken, ein Drittligist aus der Süd-West-Gruppe. Gespielt wird dann wiederum in der Gemeindehalle in Oppenweiler. Ebenfalls von Interesse: Die Auslosung der ersten Runde im DHB-Pokal findet am kommenden Dienstag um 11 Uhr statt. Der HCOB hofft auf das große Los, beispielsweise auf den HSV Hamburg oder den VfL Gummersbach. HC Oppenweiler/Backnang: Müller, Koppmeier – Lenz (7/3), Gehrke (1), Buck (3), Raff (11), Sigle, Wolf (1), Klein (1), Strýc (2), Frank (2), Maurer (1), Bühler (1), Rauh, Düren. – TSG Söflingen: Klein, Azevedo – Kraft (6), Bär (1), Bittner (2), Schramm, Braun, Blum, Meyer (10/5), Eberhardt (3), Brinz (3), Hartmann (2), Francik (2), Vesligaj (1). – Schiedsrichter: Czommer/ Marin (Schorndorf/Schwäbisch Gmünd).

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Erstellt:
17. Juli 2021, 06:00 Uhr

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