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Hinspiel - und nun? Nur Bayer mit guter Ausgangslage

dpa Glasgow. Von den drei deutschen Teilnehmern überzeugt in der Europa League nur Bayer Leverkusen. Frankfurt kann den Wettbewerb fast abschreiben, Wolfsburg hat noch Hoffnung. Ein großes Thema überlagert auch diesen Wettbewerb.

Die Spieler von Bayer Leverkusen feiern in Glasgow mit ihren Fans. Foto: Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Die Spieler von Bayer Leverkusen feiern in Glasgow mit ihren Fans. Foto: Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Was ist das Hinspiel-Ergebnis wert? Für Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und den VfL Wolfsburg bekommt diese Frage angesichts der Auswirkungen des Coranavirus in der Europa League eine doppelte Bedeutung. Einmal sportlich-analytisch und einmal auf übergeordneter Ebene.

Wird die Saison überhaupt zu Ende gespielt. Wenn ja, wann finden die Rückspiele statt? Die UEFA setzte den Spielbetrieb in der Europa League vorerst aus. Sollte es irgendwann weitergehen, ist Leverkusen der einzige deutsche Teilnehmer, der sich wirklich auf sein Rückspiel freuen dürfte.

Der starke Auftritt beim 3:1-Sieg im legendären Ibrox Stadium gegen die Glasgow Rangers und die aktuell beeindruckende Form, die sich in zwölf Siegen in den vergangenen 14 Pflichtspielen widerspiegelt, machen Bayer 04 nicht nur zum klaren Favoriten im Kampf um das Viertelfinale, sondern auch zu einem Titelkandidaten. Für den rheinischen Club wäre es der erlösende erste Titel seit 27 Jahren, dem allerdings ein vorzeitiges Ende der Europa League in die Quere kommen könnte. Ausschließen kann man das in der aktuell dynamischen und sich täglich ändernden Lage nicht.

Für Jonathan Tah sind die Prioritäten klar. „Wenn Menschen dadurch geholfen wird, stehen wir voll dahinter“, sagte der Nationalspieler nach dem Erfolg. „Dann geht es nicht um Titel, sondern um die Gesundheit. Das ist wichtiger. Und das sehen wir glaube ich alle so.“

Torhüter Lukas Hradecky auf jeden Fall. Er meint: Wenn die Pandemie einen Abbruch der Europacup-Wettbewerbe erfordert, geht das vor. „Wenn es so ist, dann ist es eben so“, sagte der Finne: „Ich spiele lieber gesund als ungesund. Es ist eine schlimme Situation in der Welt.“

Die angespannte Gesundheitslage in vielen Ländern beschäftigte auch in Frankfurt die Spieler und Funktionäre. Als Ausrede für den desolaten Auftritt seines Teams wollte Eintracht-Trainer Adi Hütter jedoch weder das noch die Tatsache, dass die Frankfurter beim 0:3 gegen den FC Basel auf die Untersützung ihrer lautstarken Fans verzichten mussten, gelten lassen.

„Natürlich haben uns die Fans gefehlt, denn die Unterstützung ist für uns sehr wichtig“, sagte Hütter. „Aber wenn entschieden wird, dass gespielt wird, muss man sich entsprechend verhalten. Das haben wir nicht auf die Reihe gebracht. Wir hatten nicht die nötige Professionalität. Darüber bin ich enttäuscht.“ Durch die klare Niederlage im eigenen Stadion haben die Hessen kaum noch realistische Chancen auf das Viertelfinale.

Auch nicht besonders gut, aber immerhin etwas besser sind die Aussichten für den VfL Wolfsburg. Nach dem 1:2 in der leeren Wolfsburger Arena gegen Schachtjor Donezk hat VfL-Trainer Oliver Glasner die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Sein Team werde „alles dafür tun, dass wir dieses Resultat noch einmal drehen“, sagte der Österreicher.

Sein Mittelfeldspieler Maximilian Arnold sprach über die Unsicherheit nach der Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2. „Es ist unser Job, einfach abzuliefern. Aber klar: Man kann das nicht ausblenden, das ist permanent da“, sagte der 25-Jährige.

Sein Kollege Josip Brekalo erkannte darin sogar einen der möglichen Gründe dafür, warum der Bundesligist dem ukrainischen Serienmeister zeitweise so unterlegen war. „Es geht um Leben, es gibt eine Pandemie: Es ist klar, dass man dann nicht zu 100 Prozent da sein kann im Kopf“, sagte der Kroate. „Vielleicht war das auch ein Vorteil für Schachtjor. Da war Krieg, die hatten auch eine schlimme Situation. Vielleicht waren sie das eher gewohnt.“

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Erstellt:
13. März 2020, 14:15 Uhr

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