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Hockey-Bundestrainer Kermas tritt zurück

dpa Berlin. In seiner knapp dreijährigen Amtszeit hat Bundestrainer Stefan Kermas mit den Hockey-Herren keine Top-Drei-Platzierung erreicht. Nach dem verpassten EM-Titel muss das einstige DHB-Flaggschiff nun in die Olympia-Qualifikation – das mit einem noch unbekannten Nachfolger.

Hört als Herrenhockey-Bundestrainer auf: Stefan Kermas. Foto: Britta Pedersen

Hört als Herrenhockey-Bundestrainer auf: Stefan Kermas. Foto: Britta Pedersen

Bundestrainer Stefan Kermas hat zwei Wochen nach dem verpassten EM-Titel der deutschen Hockey-Herren und der damit verbundenen verfehlten direkten Olympia-Qualifikation sein Amt als Chefcoach niedergelegt.

Dies teilte der Deutsche Hockey-Bund (DHB) am Freitagmittag mit. „Da es bisher nicht gelungen ist, die von uns gesetzten Ziele umzusetzen, habe ich daraus meine Konsequenzen gezogen“, erläuterte der 40-Jährige. DHB-Leistungssportdirektor Heino Knuf sagte: „Eine solche Veränderung auf der Bundestrainerposition ist in unserem Sport sehr selten, schafft aber vielleicht den nötigen Impuls, der elf Monate vor Olympia wichtig für die Mannschaft ist.“  

Zuletzt hatte das einstige sportliche Aushängeschild des Verbandes 2016 bei dem Gewinn der Olympia-Bronzemedaille unter Coach Valentin Altenburg auf einem Podium gestanden. Mit Kermas‘ anschließender Amtsübernahme folgten zwei vierte Plätze bei der EM 2017 und 2019 sowie das Viertelfinal-Aus bei der WM 2018 und das verpasste Grand Final in der neuen FIH Pro League. Hinzukam das historische 0:8 in der Vorrunde gegen Belgien – die höchste Niederlage der DHB-Herren seit mehr als 100 Jahren.

„Wir werden das ganz gründlich analysieren“, hatte Knuf nach der 0:4-Niederlage im Spiel um EM-Bronze gegen die Niederlande in Antwerpen angekündigt, Kermas aber damals noch den Rücken gestärkt: „Ich gehe davon aus, dass Stefan unser Trainer für Tokio ist, aber man muss natürlich die Analyse abwarten.“ Nach zuletzt intensiven Gesprächen nahm Knuf schlussendlich das Rücktrittsangebot des Bundestrainers an. 

Bedingt durch das EM-Abschneiden muss sich der inzwischen nur noch Weltranglistensechste in zwei Qualifikationsspielen Anfang November in Mönchengladbach erst das Ticket für Olympia 2020 erkämpfen. Wer das Herren-Team dort und auf dem danach fest eingeplanten Weg nach Tokio als Bundestrainer betreut, ist aktuell offen.

Nach dpa-Informationen befinden sich mindestens zwei prominente Namen unter den potenziellen Kandidaten für die Interimsnachfolge: Jamilon Mülders gewann mit den Damen die EM 2013 und 2016 Olympia-Bronze. André Henning agierte in Rio als Mülders‘ Co-Trainer und führte 2013 einen Großteil des heutigen Herrenteams zum WM-Titel der Junioren. 

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Erstellt:
6. September 2019, 12:17 Uhr

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