Im Titelrennen einen Rückschlag erlitten

Die Verbandsliga-Handballerinnen des HC Oppenweiler/Backnang verlieren das Verfolgerduell gegen den SV Leonberg/Eltingen in eigener Halle mit 25:28. Statt in der Tabelle am Gegner vorbeizuziehen, wird es mit acht Minuspunkten nun schwierig, noch einmal ganz oben anzugreifen.

Lea Soffel und die HCOB-Handballerinnen werden vom SV Leonberg/Eltingen letztlich unsanft ausgebremst. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Lea Soffel und die HCOB-Handballerinnen werden vom SV Leonberg/Eltingen letztlich unsanft ausgebremst. Foto: Alexander Becher

Von Alexander Hornauer

Die Niederlage schmerzt nicht zuletzt deshalb, weil die HCOB-Handballerinnen nach einer starken ersten Halbzeit mit vier Toren die Nase vorne hatten. Es sah danach aus, als könnten sie dem Spitzenreiter SG BBM Bietigheim II auf die Pelle rücken, der tags zuvor bei der HSG Hohenlohe verloren hatte und damit nun 18:4 Punkte aufweist. Stattdessen klappte bei den Murrtalerinnen in der Abwehr nach der Pause nichts mehr. Sie verspielten den Vorsprung und mussten den Sieg den Gästen aus Leonberg überlassen, die mit 19:7 Zählern zumindest vorerst die Tabellenführung übernehmen. Bietigheim II hat es trotzdem weiterhin selbst in der Hand, als Meister in die Württembergliga aufzusteigen, während der HCOB (16:8) auf die Patzer zweier Rivalen hoffen muss.

Dabei hatte das Verfolgerduell in der Gemeindehalle für die Gastgeberinnen so gut begonnen. Im ersten Durchgang freute sich Trainerin Judit Lukács über „eine sehr starke Leistung der Abwehr und der Torhüterin“. Paula Heitzler fischte viele Würfe der SV-Angreiferinnen weg. Oppenweiler/Backnang lag fast immer vorne und kein einziges Mal hinten. Als die Keeperin einen Siebenmeter von Sara Karwounopoulos hielt, setzte sie damit das Zeichen für einen Zwischenspurt ihres Teams. Der HCOB enteilte von 6:6 auf 11:6. „Wir haben viele einfache Tore erzielt“, erläutert Judit Lukács, „aber wir haben auch im stehenden Angriff unsere Chancen gut herausgespielt.“ Dass es zur Pause 12:8 stand, war also nicht unverdient und erinnerte ans Hinspiel, als die Murrtalerinnen sogar mit 14:7 geführt hatten.

Nach der Pause schlagen alle Versuche fehl, die HCOB-Abwehr zu stabilisieren

Wie vor gut vier Monaten, als es am Ende eine 23:26-Niederlage gab, lief es auch dieses Mal nach dem Seitenwechsel in der Abwehr nicht mehr gut. Den Negativtrend zu stoppen probierte mit Alisia Mäule zeitweise eine Torfrau, die bereits früher für den HCOB gespielt hat und derzeit aufgrund des verletzungsbedingten Fehlens von Mara Ottomani aushilft. Es war nicht die einzige Maßnahme, um die Abwehr zu stabilisieren. „Wir haben es auch mit Manndeckung und 3:3 versucht“, verrät Lukács. Aber nichts half. Leonberg hatte Lösungen parat, traf regelmäßig. „Dadurch sind wir nicht mehr ins Tempospiel gekommen“, so die Trainerin. „Uns haben die einfachen Tore gefehlt, die uns Selbstbewusstsein gegeben hätten.“

Beim 15:15 war der Vorsprung dahin. Als die Gastgeberinnen durch einen Unterzahl- doppelschlag von Viktoria Lukács noch einmal ein 20:18 vorlegten und die Gästespielerin Patricia Ahlborn Rot sah, sah es wieder gut aus. Allerdings nur kurz. Zehn Minuten vor Schluss lag der HCOB erstmals hinten (21:22) „und uns sind irgendwann auch die Kräfte ausgegangen“, räumte Judit Lukács ein. „Da ging nichts mehr.“ Unter dem Strich war sie enttäuscht, weil nur 30 bis 40 Minuten richtig gut waren. Um ganz vorne und um den Aufstieg mitspielen zu können, „müssen wird 50 oder 52 Minuten konstant spielen“. Gegen starke Gegner wie Leonberg/Eltingen sei man im Moment aber noch nicht auf diesem Niveau. Und deshalb gehen die HCOB-Frauen nur auf dem dritten Platz ins letzte Saisondrittel.

HC Oppenweiler/Backnang Mäule, Paula Heitzler – Schaber, Kroll, Mundinger, Schütz (2), Viktoria Lukács (3), Hug (6/5), Sofie Heitzler (3), Soffel (4), Rauh (3), Rosenke, Reibl (4).

SV Leonberg/Eltingen Glaser (1/1), Thellmann – Kilper (1), Schmaderer (6/1), Schmid (1), Ahlborn, Klotz, Conzelmann (3), Thieme (3), Knapp (4), Karwounopoulos (2/1), Thines, Bergthold (3), Wolf (4).

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Erstellt:
27. Februar 2024, 11:30 Uhr

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