In der Abwehr fehlt’s an Entschlossenheit

Die erste Saisonniederlage für den Handball-Drittligisten HC Oppenweiler/Backnang. Die Schwaben verlieren beim TV 08 Willstätt das Duell zweier zuvor noch unbesiegter Mannschaften mit 32:35. Gäste halten die Partie bis Mitte der zweiten Halbzeit offen.

Vorne klappte es für Philipp Schöbinger (mit Ball) und seine Mitstreiter lange gut. Hinten fehlte es dem HCOB aber an Konsequenz. Foto: A. Hornauer

© Alexander Hornauer

Vorne klappte es für Philipp Schöbinger (mit Ball) und seine Mitstreiter lange gut. Hinten fehlte es dem HCOB aber an Konsequenz. Foto: A. Hornauer

Von Alexander Hornauer

Der Blick auf die Zahl der Gegentore macht es deutlich: Die Drittliga-Handballer des HC Oppenweiler/Backnang hatten gestern Abend ein Abwehrproblem. Beim TV 08 Willstätt unterlag das Team von Trainer Matthias Heineke mit 32:35. Die erste Niederlage der noch jungen Saison. Insgesamt ging der Erfolg der weiterhin unbesiegten Hausherren in Ordnung. Sie spielten es clever herunter.

Die Murrtaler fanden in der Abwehr nicht zur gewohnten Stabilität. Die Torhüter Jürgen Müller und Stefan Koppmeier waren weitestgehend auf sich allein gestellt. Bei den Badenern war deutlich zu merken, dass der Kader im Rückraum an Qualität gewonnen hat. Trainer Ole Andersen konnte viel wechseln, ohne dass die Qualität sank.

Der HCOB legte zu Beginn mehrmals vor, weil Ruben Sigle gut traf. Doch die Gäste kamen nicht weg. In dieser Phase war es noch ein Problem der Chancenverwertung. Die Murrtaler ließen die eine oder andere Hochprozentige liegen. Mit zunehmender Zeit funktionierte es im Angriff ganz gut, Kevin Wolf führte stark Regie, auch Evgeni Prasolov hatte nach seiner Einwechslung gute Szenen. Doch in der Abwehr blieb vieles Stückwerk. Zu oft durfte die Mannschaft von der Grenze nach Frankreich über den Rückraum unbedrängt aufs Tor werfen. Rückte doch mal ein Defensivmann der Gäste heraus, setzte Willstätt den Kreis ganz gut in Szene. Kurzum, es passte nicht in der HCOB-Defensive. Deshalb liefen die Schwaben beständig einem Rückstand hinterher. Auch wenn sich der beim 17:18 zur Pause noch in Grenzen hielt.

Nach Wiederanpfiff wurde es in der Abwehr kurzzeitig ein bisschen besser. Doch nun klemmte es offensiv. Siebenmetertreffer von Marcel Lenz mussten her, um den Anschluss zu waren. Als die Schwaben einen 21:24-Rückstand aufholten, sah es für wenige Momente nach der Wende aus. Doch der TVW fand schnell zurück in die Partie, eroberte die Führung zurück und spielte mit dieser befreit auf. Acht Minuten betrug der Rückstand der Gäste wieder drei Tore.

Mit einer Manndeckung gegen Felix Gäßler versuchte Oppenweiler/Backnang, die Wende zu schaffen. Doch Willstätt ließ sich nicht aus dem Tritt bringen, machte fast keine Fehler und fand immer wieder eine Lücke, um seinen Vorsprung zu wahren. In der Endphase lief dann auch noch Torwart Leon Sieck zur Bestform auf. Er parierte mehrere Bälle. Die Hausherren zogen davon. Beim 33:28 war das Spiel entschieden. Am Ende waren es drei Tore Abstand, das entsprach in etwa den Verhältnissen. Die Lehre für die Murrtaler: In der Hintermannschaft muss wieder mehr kommen.

TV 08 Willstätt: Sieck, Kvesic – Ludwig (7), Dodig (1), Kauffmann (n.e.), Matzinger (2), Velz (5), Oßwald (3), Bubalo (4), Veith, Pfliehinger (1), Schliedermann (4), Gäßler (6), Valda (2).

HC Oppenweiler/Backnang: Müller, Koppmeier – Buck (1), Bühler (n.e.), Csauth (n.e.), Düren (2), Kevin Wolf (8), Klein, Lenz (9/7), Maurer, Prasolov (3), Raff (2), Philipp Schöbinger (1), Sigle (6).

Siebenmeter: 0/9:7/7. – Zeitstrafen: 8:0 Minuten (Dinko Dodig, Alexander Velz, Marius Oßwald, Yannick Ludwig). – Schiedsrichter: Müller/Seeger (beide Dettingen/Erms). – Zuschauer: 270.

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Erstellt:
17. Oktober 2020, 06:00 Uhr

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