Karnsberger Absage ohne Folgen

Nach Monaten der Ungewissheit steht fest: Die Erste und Zweite Bundesliga der Luftpistolen- und Luftgewehrschützen wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Die Absage des Deutschen Schützenbunds (DSB) kam nun nach langem Hin und Her.

In diesem Jahr wird es keinen Heimwettkampf in der Luftpistolen-Bundesliga in Murrhardt geben. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

In diesem Jahr wird es keinen Heimwettkampf in der Luftpistolen-Bundesliga in Murrhardt geben. Foto: T. Sellmaier

Von Katharina Klein

Betroffen von dem Aus ist auch der SV Murrhardt-Karnsberg mit seinen Erstliga-Luftpistolenschützen. Überraschenderweise stand für diese jedoch schon viel länger fest, dass sie in diesem Herbst und Winter nicht am Schießstand in der eigentlich am kommenden Wochenende startenden Bundesliga-Saison stehen werden. Am 11. September war für den SV Murrhardt-Karnsberg endgültig klar: In diesem Jahr wird es keinen Bundesliga-Einsatz für sie geben. „Wenn der DSB die Saison hätte durchziehen wollen, wären wir nicht mit dabei gewesen“, so der erste Vorsitzende des SV, Gerhard Allmendinger. Dies teilte der Verein dem Deutschen Schützenbund mit.

Zu groß waren die Bedenken auf Vereinsseite, was die vom Verband auferlegten Hygieneschutzmaßnahmen in Verbindung mit der an sich schon ernst zu nehmenden Infektionslage für die Bundesliga-Runde bedeuten würden. „Wir haben dafür plädiert, die Saison abzusagen und vor allem auch nicht das Starten ausländischer Schützen zu genehmigen“, erklärt Allmendinger. In den vergangenen Monaten gingen mehrere Konzepte zur Durchführung der Saison über den Tisch des DSB in Richtung der Vereine. „Eine normale Saison ohne Corona ist finanziell schon schwer zu meistern. Mit Corona wäre es mit den Vorschriften des DSB der helle Wahnsinn geworden und schlicht nicht zu machen“, sagt Allmendinger ehrlich. Aus der Vereinskasse hätten keine zusätzlichen Gelder geschöpft werden können. Auch Sponsoren sind in diesen Tagen sehr rar.

Für den SV gab es aber noch einen ganz anderen Punkt, sich gegen ein Antreten zu entscheiden: „Unsere Schützen wohnen in ganz Deutschland und sogar im Ausland verteilt. Sie haben teils kleine Kinder, wären alle zwei Wochen unterwegs gewesen und hätten gegebenenfalls zweiwöchige Quarantänen auf sich nehmen müssen. Das Ansteckungsrisiko, verbunden mit dem hohen Aufwand, wäre es nicht wert gewesen“, führt Allmendinger aus. Bereits im Mai hatte der Ausschuss des SV Karnsberg ein Statement an den DSB gesandt, das die Bedenken schilderte und einen Rückzug unter diesen Umständen ankündigte. Der DSB hielt bis Ende September jedoch an einem Saisonstart fest. Nach Karnsbergs Rückzug am 11. September folgte eine Umfrage vonseiten des DSB an alle Bundesliga-Vereine. Erst daraufhin fiel die Entscheidung, die Runde abzusagen.

Nun wurde dies offiziell kommuniziert. Zu groß waren wohl die Bedenken innerhalb der Vereine, Wettkämpfe unter Auflagen und vor allem mit dem inzwischen wieder gestiegenen Infektionsrisiko durchzuführen. Um das Startrecht im nächsten Jahr muss Karnsberg nun wegen seines vorhergehenden Rückzugs allerdings nicht bangen: „Wir können in Anbetracht der Lage ganz normal in der Saison 2021/22 starten. Wir sind froh, dass die Saison jetzt nicht mit aller Teufelsgewalt durchgeführt wird“, betont Allmendinger. Ob die Pandemie bis dahin jedoch so weit abgeflacht ist, dass eine neue Ligarunde Sinn macht, ist eine ganz andere Frage. Immerhin: Bis zum 1. März 2021 können die Vereine ihre Mannschaften zurückziehen, ohne die Kaution für das Startrecht zu verlieren.

Aufgrund der unsicheren Lage hatten die Karnsberger immerhin noch keine Kosten und Mühen in den Heimwettkampf investiert, der im November stattgefunden hätte. Ein kleiner Trost für den Sportverein, in dem wie in anderen Klubs aktuell nichts so ist wie sonst. „In der Bezirksoberliga schießen wir per Fernwettkampf. Die Schützen sind also in ihren heimischen Schützenhäusern und die Ergebnisse werden elektronisch übermittelt. Das ist aber vom Gefühl her eher ein Training als ein Wettkampf“, bedauert Allmendinger. Trotz allem – den Traum von einem weiteren Start in der Ersten Bundesliga haben er und seine Mitstreiter nicht aufgegeben: „Eine Saison würden wir gerne noch durchziehen, auch wenn ich glaube, dass wir den Höhepunkt im Februar mit der Teilnahme am Bundesliga-Finale bereits erreicht haben.“ Es muss also abgewartet werden, wie sich die Lage entwickelt.

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Erstellt:
13. Oktober 2020, 06:00 Uhr

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