Katharina Menz startet bei den Masters in Doha

In der Hauptstadt von Katar will die Judosportlerin vom Bundesligisten TSG Backnang gut ins Olympiajahr einsteigen.

Katharina Menz (weißer Judoanzug) will in Doha obenauf sein. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Katharina Menz (weißer Judoanzug) will in Doha obenauf sein. Foto: A. Becher

Von Katharina Klein

Das neue Judo- und Olympiajahr beginnt für die TSG-Judoka Katharina Menz mit einem Highlight. Am Montag startet sie bei den Masters in Doha. Es ist nach der Weltmeisterschaft das zweithöchste Turnier im Judo. Für Menz wird es erst die dritte Teilnahme an einem solchen Wettkampf sein. Druck macht sich die sechsmalige deutsche Meisterin deshalb aber nicht: „Es gilt wie immer: Gut kämpfen und möglichst weit nach vorne kommen.“

Neues Jahr, neues Glück. Besonders für die zukünftigen Olympioniken gilt dieser Satz im doppelten Sinne. Vor einem Jahr hatte TSG-Judoka Katharina Menz das Olympiastartrecht bereits in der Tasche. Dann kam die Absage aufgrund der Coronapandemie. Seither geht das Punktesammeln weiter. Nicht nur deshalb sind die Masters in Doha ein Paukenschlag zu Beginn des neuen Jahres. Ein erster Platz wird mit 1800 Punkten belohnt, die darauffolgenden Positionen mit ebenso entsprechend hohen Punktzahlen. Mehr gibt es nur bei einer Weltmeisterschaft. Schon wenn Menz nur einen Kampf gewinnt, kassiert sie 216 Zähler. Deshalb ist für die Sportlerin der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm vor dem Turnier klar: „Ich könnte mich noch in der Rangliste verbessern.“ Viel wichtiger als die möglichen zusätzlichen Punkte für das Olympiakonto ist jedoch, dass die Backnangerin eine Möglichkeit hat, sich mit anderen zu messen. Zuletzt war dies für sie im November bei den Europameisterschaften möglich. Dort holte Menz Bronze. In Zeiten von Corona und kurz vor Olympia ist Wettkampfpraxis ein rares Gut, wie auch TSG-Trainer Jens Holderle weiß: „Ich gehe davon aus, dass das Turnier gut besucht sein wird. Viele wollen wissen, wo sie stehen.“

Für die deutschen Athletinnen ging es deshalb vor dem Abflug nach Doha ins Trainingslager nach Kienbaum, bei dem hauptsächlich Trainingswettkämpfe auf dem Plan standen. „Wir haben dort viele Randoris gemacht und geschaut, dass jeder einen geeigneten Partner zur Vorbereitung hat. Die Masters sind jetzt gut, um wieder ins richtige Kämpfen reinzukommen. Sonst ginge es bei Olympia von 0 auf 100“, erzählt Menz.

Am Donnerstag reisten die Judokas aus Kienbaum ab. Mit dem Flieger ging es von Berlin über Frankfurt in Richtung Doha, der Hauptstadt von Katar. Vor dem Abflug standen zwei Coronatests an, in Doha selbst wurde nach Ankunft getestet. Bis das Ergebnis da ist, bleiben Menz und die anderen Teilnehmenden in Quarantäne. Danach wird bis zum Rückflug kommenden Dienstag alle zwei Tage getestet. Viel Aufwand für einen Tag Wettkampf, der sich jedoch mitunter sehr für Menz lohnen kann. „Es ist wichtig, dass sie mit einem freien Kopf kämpft. Sie kann sich zwar mit dem einen oder anderen Kampf, den sie gewinnt, nach vorne schieben. Das Hauptaugenmerk ist aber die Olympiade und dass sie dafür gesund und fit bleibt und sich weiter fokussiert auf ihr Ziel vorbereiten kann“, fasst der Backnanger Trainer Holderle zusammen. Welche anderen Gelegenheiten zum Kräftemessen es vor den Olympischen Spielen im Juli für Menz geben wird, weiß sie selbst noch nicht. Fest steht, dass sie Ende Februar beim Grand Slam in Tel Aviv antreten wird. Zwischen den Reisen findet das gewohnte Training am Olympiastützpunkt in Sindelfingen statt. Holderle freut sich indes erst mal über den Erfolg seines Schützlings, in Doha starten zu dürfen: „Es ist toll, dass Katharina daran teilnehmen darf. Dort kommen nur die ersten acht Sportler der Weltrangliste sowie maximal jeweils neun weitere Männer und Frauen pro Nation hin. Die Teilnahme ist deshalb schon ein Erfolg an sich und sie kann völlig ohne Druck hinfahren.“

Weitere TSG-Athletinnen dabei

Neben Katharina Menz nehmen andere Athletinnen aus dem Bundesliga-Kader der TSG Backnang an den Masters in Doha teil. Für Deutschland starten in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm Theresa Stoll und in der Klasse bis 78 Kilogramm Luise Malzahn sowie Anna Maria Wagner. Außerdem treten Andrea Stojadinov (bis 48, Serbien), Charline van Snick (bis 52, Belgien), Lubjana Piovesana (bis 63, Großbritannien), Sanne van Dijke (bis 70, Niederlande), Iryna Kindzerska (über 78, Aserbaidschan), Larisa Ceric (über 78, Bosnien und Herzegowina) aus dem TSG-Team an.

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Erstellt:
9. Januar 2021, 11:30 Uhr

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