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Miami-Spiele ausgesetzt: Kritik an MLB nach Corona-Fällen

dpa Los Angeles. Die Infektionszahlen steigen in den USA unaufhörlich - nun hat das Thema Corona auch die laufende Baseball-Saison erreicht. Mehr als ein Dutzend Personen bei den Miami Marlins sollen infiziert sein - der Millionen-Zirkus um den kleinen Ball geht - eingeschränkt - weiter.

Unter Spielern, Managern und in US-Medien mehrt sich die Kritik an der Major League Baseball nach dem Corona-Ausbruch bei den Miami Marlins. Foto: David Santiago/El Nuevo Herald/dpa

Unter Spielern, Managern und in US-Medien mehrt sich die Kritik an der Major League Baseball nach dem Corona-Ausbruch bei den Miami Marlins. Foto: David Santiago/El Nuevo Herald/dpa

Der massive Coronavirus-Ausbruch bei den Miami Marlins bringt die Major League Baseball in arge Bedrängnis. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP sind vier weitere positive Tests auf das Virus beim Team aus Florida hinzugekommen.

Die Liga setzt die Partien von Miami vorerst aus, erst in der kommenden Woche soll es dann für das Team weitergehen. Laut US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci könnte der Vorfall die Saison „in Gefahr bringen“.

Es sei sehr bedauerlich, was mit dem Team passiert sei, sagte Fauci in der Sendung „Good Morning America“ beim TV-Sender ABC - da waren die weiteren Spielverschiebungen noch gar nicht beschlossen. „Ich glaube nicht, dass sie aufhören müssen zu spielen, aber wir müssen schauen, was von Tag zu Tag mit anderen Teams passiert“, ergänzte Fauci, der der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses angehört.

MLB-Boss Rob Manfred zeigte sich noch gelassen. „Ich sehe das nicht als Alptraum an. Ich bin weiterhin optimistisch, dass unsere Protokolle und Maßnahmen gut genug sind, damit wir auch bei einem solchen Ausbruch weiter spielen können - und unsere Saison beenden können“, sagte Manfred in einem Interview des MLB Network. Am Dienstag beschloss die MLB aber, die Partie der Marlins bis Sonntag erstmal abzusagen und den Teamverantwortlichen Zeit zu geben, sich um die Spieler zu kümmern.

Derweil mehrt sich unter Profis, Managern sowie in US-Medien die Kritik an der MLB. „Ich will ehrlich zu Ihnen sein, ich habe Angst. Ich habe wirklich Angst“, sagte Manager Dave Martinez von den Washington Nationals. „Man sieht, wie sich ein halbes Team infiziert und von Stadt zu Stadt reist. Ich habe Freunde in dem Miami-Team, das stinkt wirklich.“

Insgesamt 15 Spieler der Marlins sowie zwei Trainer sind bereits mit dem Virus infiziert. Die ersten vier Fälle sollen im Team bereits am Samstag bekannt gewesen sein. Dennoch traten die Marlins bei den Philadelphia Phillies an und gewannen 11:6. Die für Montag geplanten Partien zwischen den Marlins und den Baltimore Orioles sowie den Philadelphia Phillies und den New York Yankees wurden dann abgesagt - auch die zweite Partie der Marlins und Phillies am Dienstag. Auch der Rest der Woche wird ohne Miami gespielt werden.

„Baseball steckt in großen Schwierigkeiten“, sagte derweil Andrew Morris, Professor für Infektionskrankheiten an der Universität von Toronto. „Ich frage mich, ob sie auf den Rat von Experten hören oder ob ihre Experten ihnen gute Ratschläge geben. Dies war kein Plan, den sich jemand, der weiß, wovon er spricht, ausgedacht hätte.“

Pitcher David Price von den Los Angeles Dodgers hatte wegen der Unsicherheiten entschieden, auf die Saison zu verzichten und nicht zu spielen. „Jetzt werden wir wirklich sehen, ob die MLB die Gesundheit der Spieler an erste Stelle setzt“, schrieb er.

Die MLB hat erst am Freitag als erste der vier großen US-Sportligen neben Basketball (NBA), Eishockey (NHL) und Football (NFL) trotz der in den USA weiter rasant steigenden Infektionszahlen den Spielbetrieb wieder aufgenommen. Die 60 Spiele je Mannschaft finden ähnlich wie in der Bundesliga in Stadien ohne Zuschauer statt.

Laut MLB-Chef Manfred sei am Montag in einer Telefonkonferenz mit den 30 Clubbesitzern ein Saisonabbruch kein Thema gewesen. Man sei beim Erstellen des Hygienekonzepts ohnehin davon ausgegangen, im Laufe der Saison positive Tests zu haben. „Wir haben die Protokolle so gestaltet, dass wir weiter spielen können. Deshalb haben wir die erweiterten Spielerlisten, deshalb haben wir den Pool an zusätzlichen Spielern“, sagte Manfred.

© dpa-infocom, dpa:200728-99-947857/8

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Erstellt:
28. Juli 2020, 08:28 Uhr

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