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Messi will Barça gratis verlassen - Giganten-Streit droht

dpa Barcelona. Diese Nachricht sorgte in Barcelona für Riesen-Getöse: Superstar und Stadtidol Lionel Messi will ablösefrei weg. Der Club soll ihm schon „Nein“ gesagt haben. Wird das der Fußball-Streit des Sommers?

Lionel Messi will den FC Barcelona verlassen. Foto: Eric Alonso/ZUMA Wire/dpa

Lionel Messi will den FC Barcelona verlassen. Foto: Eric Alonso/ZUMA Wire/dpa

Weltfußballer Lionel Messi will den FC Barcelona nach 20 Jahren ablösefrei verlassen.

Entsprechende Berichte der TV-Sender TyC Sports und Fox Sports in Messis Heimat Argentinien seien inzwischen vom Club auf Anfrage bestätigt worden, berichteten die katalanische Fachzeitung „Mundo Deportivo“, so etwas wie ein Hausblatt von Barça, und die Nachrichtenagentur AP. Der Verein habe vom 33-Jährigen ein offizielles Schreiben erhalten, hieß es.

Messi habe geschrieben, er wolle eine Klausel in seinem Vertrag ziehen, durch die er am Ende jeder Saison einseitig kündigen könne, hieß es. Ein Giganten-Streit ist wohl vorprogrammiert, denn es gibt ein Problem: Die Frist zur Aktivierung der Klausel ist aus Sicht des Vereins für die abgelaufene Spielzeit bereits im Juni abgelaufen, schreiben „Mundo Deportivo“ und auch andere Medien. Messi sei derweil der Ansicht, die Frist müsse verlängert werden, weil auch die Saison wegen der Corona-Zwangspause verlängert worden sei.

Der Mann aus Rosario ist seit zwei Jahrzehnten bei den Blaugrana. Dem Profiteam des FC Barcelona gehört er bereits seit 2004 an. Er ist somit der dienstälteste Spieler des Clubs. Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni nächsten Jahres. Die im Vertrag festgeschriebene Ablöseklausel beträgt laut Medien 700 Millionen Euro. Ob diese von den angeblich interessierten europäischen Top-Clubs wie Manchester City, Juventus Turin, Paris SG oder Inter Mailand bezahlt werden kann, ist - zumal in Pandemie-Zeiten - mehr als zweifelhaft.

TyC Sports berichtete, der sechsmalige Weltfußballer habe sich nach einem Gespräch mit dem neuen Barça-Coach Ronald Koeman zum Weggang entschieden. Der Verein habe dem Spieler bereits mitgeteilt, dass er diese Entscheidung nicht allein treffen könne. Am vergangenen Donnerstag hatte bereits der katalanische Privatsender RAC1 versichert, dass sich Messi mit Abwanderungsgedanken trage. Eine öffentliche Stellungnahme des Profis gab es zu diesem Thema bisher nicht.

Die Nachricht sorgte in Spanien nur elf Tage nach der sensationellen 2:8-Pleite der Katalanen um Messi und Nationaltorwart Marc-André ter Stegen gegen den FC Bayern im Viertelfinale der Champions League für heftige Reaktionen. „Für Barça wäre das eine weitere Tragödie nach dem Desaster von Lissabon“, kommentierte ein spanischer TV-Nachrichtensprecher. Der ehemalige Barça- und Real-Star Luis Figo twitterte: „Wow!! Ein weiterer historischer Moment!!!“. Auch Barça-Legende Carles Puyol schrieb auf Twitter: „Respekt und Bewunderung, Leo. Meine ganze Unterstützung, mein Freund.“

Barcelona erlebte die erste Saison ohne jeden Titelgewinn seit der Spielzeit 2007/08. In Katalonien spricht man von einer der schlimmsten Krisen der Clubgeschichte - die durch die Wechselabsichten von Messi sicher noch weiter zugespitzt werden wird. Dabei hatte Koeman bei seiner Präsentation in Barcelona erklärt, er wolle um Messi ein neues Team aufbauen. Der Argentinier sei immer noch der beste Spieler der Welt, sagte der 57 Jahre alte Niederländer. Vereinsboss Josep Bartomeu hatte die Gerüchte um einen Messi-Weggang jüngst energisch zurückgewiesen.

Der katalanische Regionalpräsident Quim Torra nahm auf Twitter bereits Abschied von Messi und deutete damit an, dass Barça den Superstar gegen dessen Willen nicht werde halten können: „Katalonien wird immer Dein Haus bleiben. Vielen Dank für die Zeit voller Freude und mit einem hervorragenden Fußball. Wir hatten das Glück, einige Jahre unseres Lebens mit dem besten Spieler der Welt zu teilen.“

© dpa-infocom, dpa:200825-99-305865/5

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Erstellt:
25. August 2020, 20:08 Uhr

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