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Marinic-Comeback beflügelt die Roten

Der Torjäger ist nach seinem Knorpelschaden wieder fit und will der TSG Backnang im Abstiegskampf der Fußball-Oberliga helfen

Mario Marinic ist ein Stürmer mit eingebauter Torgarantie, ein Führungsspieler mit Vorbildfunktion. Kurzum: Er ist für den Fußball-Oberligisten TSG Backnang unverzichtbar. Als es wegen seines Knorpelschadens ab Ende August trotzdem ohne ihn klappen musste, ging es für die Roten steil bergab. Die Hoffnungen des Drittletzten, doch noch drinzubleiben, beruhen nicht zuletzt auf seiner Rückkehr. „Ich fühle mich sehr gut und habe keine Schmerzen“, sagt der 34-Jährige.

Torgarant und Leitwolf: „Es macht unheimlich Spaß, wieder auf dem Platz zu stehen“, sagt Mario Marinic nach seiner langen Verletzung. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Torgarant und Leitwolf: „Es macht unheimlich Spaß, wieder auf dem Platz zu stehen“, sagt Mario Marinic nach seiner langen Verletzung. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Der Saisonstart war den Roten mit vier Punkten aus zwei Partien noch gelungen – zum 1:1 gegen Villingen steuerte Marinic den Führungstreffer bei, beim 3:1 in Spielberg netzte er zweimal ein. Auch im Pokal zeigte der Routinier seine Treffsicherheit: Sieben Tore in drei Runden. Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass Marinic seine Kaltschnäuzigkeit nicht von heute auf morgen verloren gegangen wäre.

Es war stattdessen ein Knorpelschaden im rechten Knie, der ihn abrupt in seinem Tatendrang stoppte. Und wie beim 0:1 gegen Reutlingen, als die Backnanger noch nicht wegen der Verletzung, sondern wegen eines Urlaubs auf ihren Torjäger verzichten mussten, konnten sie sein Fehlen nicht kompensieren. Ohne ihn fuhren die Roten nur noch einen Sieg und drei Remis ein und stürzten auf den drittletzten Platz ab. Im ultimativen Kellerduell beim Letzten in Friedrichstal kehrte Marinic früher als geplant auf den Rasen zurück und hielt 72 Minuten durch, konnte die 0:2-Pleite, die Trainer Andreas Lechner den Job kostete, jedoch nicht verhindern. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, schaute der 34- Jährige in den letzten drei Spielen des alten Jahres unter dem neuen Coach Evangelos Sbonias wieder zu. Jeweils ein Punkt gegen Freiberg und Villingen bedeuteten immerhin einen zarten Aufwärtstrend.

Nun soll die Trendwende mit ihm forciert werden. Nicht nur der Spieler selbst sieht sich wieder voll einsatzfähig, auch der Trainer: „Er ist absolut fit.“ Dass dem so ist, sei der „Art und Weise geschuldet, wie er mit seiner Verletzung umgegangen ist“, lobt Sbonias, „wie ein Profi, und das neben dem Beruf“. Der Stürmer zog die Reha konsequent durch und erntet nun die Früchte. Zweimal 90 und einmal 45 Minuten, ein Treffer aus dem Spiel heraus und ein verwandelter Elfmeter – das ist seine Bilanz nach den bisherigen drei Testspielen. „Es macht unheimlich Spaß, wieder auf dem Platz zu stehen“, sagt Marinic.

Weil mit Michele Varallo und Antonio Belobrajdic auch noch zwei weitere Offensivkräfte verpflichtet wurden, freut sich der TSG-Trainer über eine deutlich breitere Auswahl: „Wir sind variabler und haben mehr Optionen.“ Hinten eine Dreier- oder Viererkette, vorne ein Stürmer, zwei oder drei – „wir wollen unberechenbar sein“, so Sbonias. Trotzdem wird vieles an den Toren von Marinic hängen, wie üblich.

Hintergrund
Ein Stürmer, der (fast) immer seine Tore erzielt hat

In der Winterpause der Saison 2009/2010 war Mario Marinic vom Landesligisten SV Fellbach zum damaligen Regionalligisten VfR Aalen gewechselt. Bei seinen drei Einsätzen, die sich lediglich auf 49 Minuten summierten, blieb der Stürmer ohne Treffer. Eine ungewohnte Erfahrung für einen wie ihn, der das Toreschießen im Blut hat.

Nach sechs Monaten kehrte Marinic nach Fellbach zurück, nach einem weiteren halben Jahr zog er zum damaligen Oberligisten VfB Neckarrems weiter. 15 Treffer in 18 Spielen reichten nicht, um den Abstieg zu verhindern, in der Verbandsliga-Spielzeit 2011/2012 kratzte er an der 20-Tore-Marke.

2012 holte ihn die TSG Backnang und Marinic entwickelte sich zu einem prägenden Gesicht des Vereins. In seiner ersten Saison in den Etzwiesen wurde er mit 27 Treffern Landesliga-Torschützenkönig, in der Runde darauf stieg der Stürmer mit den Roten auf. In drei Verbandsliga-Jahren gelangen ihm 60 Tore, auch in den Aufstiegsspielen gegen den Freiburger FC steuerte er eine Bude bei. Seitdem ist also wieder Oberliga angesagt, in der Vorsaison traf Marinic 21-mal.

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Erstellt:
30. Januar 2019, 06:00 Uhr

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