Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Marinic soll in den Trainerstab aufrücken

Fußball-Verbandsligist TSG Backnang möchte den Torjäger auch für die Zeit nach seiner aktiven Karriere an den Verein binden

„Mario Marinic ist eine absolute Identifikationsfigur für den Verein“, sagt Marc Erdmann, Vorstandsmitglied beim Fußball-Verbandsligisten TSG Backnang. Nur logisch also, dass die Roten den 35-Jährigen auch über die aktive Karriere hinaus unbedingt in den Etzwiesen halten wollen. Der Plan ist, dass der Torjäger schon in der nächsten Saison als Assistenzcoach in den Trainerstab aufrückt, aber zumindest im Falle des Oberliga-Aufstiegs auch weiterhin selbst die Kickstiefel schnürt.

Mario Marinic weiß, wohin er will: Sein Weg soll ins Trainergeschäft führen. Die TSG will ihm den Einstieg ermöglichen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Mario Marinic weiß, wohin er will: Sein Weg soll ins Trainergeschäft führen. Die TSG will ihm den Einstieg ermöglichen. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Auf die Hiobsbotschaft, dass Erfolgscoach Evangelos Sbonias den Spitzenreiter der Verbandsliga im Sommer verlassen wird (wir berichteten), könnte für die TSG-Anhänger in Kürze eine frohe Kunde folgen. Es sieht so aus, als halte Mario Marinic, der seit 2012 das rote Trikot trägt und unumschränkter Publikumsliebling ist, dem Traditionsklub auch weiterhin die Treue. „Wir befinden uns auf der Zielgerade der Gespräche und sind zuversichtlich, in den kommenden Tagen von ihm ein positives Signal zu bekommen“, verrät Erdmann.

Die Zusage des Torjägers wäre alles andere als eine Selbstverständlichkeit, klopfen bei ihm doch immer wieder auch andere Vereine an. Sie wollen ihn „als Spieler und in den letzten ein bis zwei Jahren auch verstärkt als Spielertrainer oder als Trainer“, berichtet der Funktionär der Roten, der sich umso mehr bemühte, Marinic das Bleiben schmackhaft zu machen. Erdmann scheint das passende Rezept gefunden zu haben. Eine wichtige Zutat ist es, dass dem Angreifer zur neuen Saison der Einstieg in die zweite Karriere ermöglicht wird. „Er soll unabhängig von der Spielklasse eine wichtige Rolle im künftigen Trainerteam einnehmen“, verkündet das für die erste Mannschaft zuständige Vorstandsmitglied das Ergebnis der „intensiven Gespräche“, die mit dem Vizekapitän seit längerer Zeit geführt wurden.

Alle Verantwortlichen seien völlig überzeugt davon, dass Mario Marinic die notwendigen Voraussetzungen für die Position des Co-Trainers „mitbringt, um den zukünftigen Chefcoach ideal zu unterstützen, schließlich kennt er den Verein in all seinen Facetten bestens“. Marc Erdmann verweist darauf, dass der Stürmer in seiner langen Laufbahn mit vielen Trainern zusammengearbeitet hat und nicht zuletzt unter Evangelos Sbonias viele Details beobachtete und Arbeitsweisen kennenlernte, was ihm künftig von Nutzen sein kann. „Akribisch, wie man ihn auch als Spieler kennt“, habe er sich Notizen gemacht, um sich auf den Trainerjob vorzubereiten.

Die TSG will es Marinic auch ermöglichen, kurz- oder mittelfristig den Trainerschein zu erwerben. Das erste Ziel ist die B-Lizenz, die es erlaubt, bis hinauf in die Oberliga zu arbeiten. „Aber auch das ist schon mit einem hohen Zeitaufwand verbunden“, weiß der Routinier und betont, dass es „im Einklang mit dem privaten und beruflichen Bereich klappen muss“.

Sollte sich der Waiblinger in den nächsten Tagen tatsächlich entschließen, seinen Vertrag in den Etzwiesen zu verlängern, bleibt noch die Frage zu beantworten, ob es für ihn auch auf dem Platz weitergeht. Er habe sich schon oft gefragt, „wann der richtige Zeitpunkt ist, um aufzuhören“, verrät der Spieler, zumal ihm sein Körper „Signale sendet“. Allen voran das rechte Knie, in dem er in der Vorsaison einen Knorpelschaden erlitten hatte. Sollten die Roten den direkten Wiederaufstieg in die Oberliga packen, wird Marinic wohl noch ein Jährchen dranhängen, aber vielleicht nicht mehr jedes Spiel absolvieren, schon gar nicht ständig über 90 Minuten. Ihm schwebt „ein weicher Übergang“ vor, der allerdings dann stark infrage gestellt ist, sollte die TSG weiterhin in der Verbandsliga um Punkte kämpfen. „Dann geht die Tendenz dahin, die Kickstiefel an den Nagel zu hängen“, betont der 35-Jährige. Bis diese Frage geklärt ist, wird es wohl noch etwas dauern. Auf sein grundsätzliches Jawort, dem Verein treu zu bleiben, hofft die TSG Backnang dagegen in Kürze.

Hintergrund

„Wir setzen uns zeitlich überhaupt nicht unter Druck, sondern wollen die bestmögliche Lösung präsentieren“, sagt Marc Erdmann zur Trainersuche. Der Markt werde in alle Richtungen sondiert, erklärt das Vorstandsmitglied der TSG Backnang und verrät: „Wir haben erste Kontakte geknüpft, und es sind auch Initiativbewerbungen eingegangen.“

Mit Evangelos Sbonias geht nach dieser Saison auch Co-Trainer Salvatore Rivarolo. Das war zu erwarten, weil der Chefcoach den 35-Jährigen bei seinem Amtsantritt im November 2018 mitgebracht hatte und dessen Tätigkeit eng mit der von Sbonias verknüpft ist. „Mit Salva verlieren wir nicht nur einen absoluten Fachmann und äußerst engagierten Co-Trainer, sondern auch einen sehr sympathischen und stets kooperativen Teamplayer“, lobt Erdmann. Unabhängig davon, ob auch der neue Coach einen Assistenten im Schlepptau hat, soll Mario Marinic künftig als Co-Trainer zum Stab gehören.

Eine offene Personalie für die kommende Runde ist die von Oguzhan Biyik. Erdmann will mit dem Kapitän und Mittelfeldstrategen „in den nächsten Tagen weitere Gespräche über seine Zukunft beziehungsweise Perspektive bei der TSG“ führen. Der 33-Jährige spielte schon als Kind und Jugendlicher bei den Roten und kehrte nach Stationen wie Hoffenheim II, Großaspach oder Freiberg 2012 zu seinem Heimatverein zurück.

Die Saison ist wegen der Coronakrise mindestens bis 19. April unterbrochen – ob und wann es weitergeht, ist offen. Klar ist für Erdmann nur: „Wir wollen in allen Szenarien in die Oberliga aufsteigen.“ Am liebsten würde die TSG sportlich den Deckel draufmachen, aber wenn die Runde abgebrochen werden sollte, sieht es der Funktionär für alle Ligen grundsätzlich so: „Der Tabellenerste sollte auf alle Fälle aufsteigen und es sollte keinen Absteiger geben.“ Kein Verständnis hätte er für eine komplette Annullierung.

Zum Artikel

Erstellt:
20. März 2020, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!