Olympia 2026
Medaille hier, Medaillenband dort – die Probleme der Siegerinnen
Breezy Johnson hat Gold in der Abfahrt von Cortina d’Ampezzo gewonnen. Nach der Siegerehrung ging ihre Medaille kaputt – es ist nicht die erste.
© Michael Kappeler/dpa
Da war mit der Goldmedaille noch alles in Ordnung: Die Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson.
Von Dirk Preiß
Sofia Goggia konnte und wollte nicht länger warten. „Gibt es noch Fragen an mich?“, fragte die Italienerin auf der Pressekonferenz nach der olympischen Abfahrt in Cortina d’Ampezzo. „Falls nicht“, ergänzte sie, „würde ich gehen. Denn ich muss dringend auf die Toilette.“ Die Bronzemedaillengewinnerin also ging – und verpasste dadurch interessante Details, die Breezy Johnson zum Besten gab.
Die US-Amerikanerin hatte in der Abfahrt triumphiert, also die Goldmedaille gewonnen. Um den Hals trug sie die Plakette bei der Medienrunde allerdings nicht – aus gutem Grund. Leicht zerknirscht musste sie zugeben: „Sie ist kaputt gegangen.“ Als sie gefragt wurde, wie groß der Schaden denn genau sei, sah sie sich zum Handeln gezwungen.
Breezy Johnson griff erst in ihre rechte Jackentasche – und holte das goldene Stück hervor: „Hier ist die Medaille.“ Dann griff sie in die Tasche auf der anderen Seite – und zeigte das, was eigentlich an ihrem Hals hängen sollte: „Hier ist das Band.“ Und dann kramte sie noch das kleine Stück hervor, das beides verbinden sollte. Genau hier lag die Bruchstelle.
Johnson war das ein wenig peinlich. Aber: Womöglich lag es ja nicht an ihr, sondern an der Medaille. Denn schon am Samstag ist einer Sportlerin bei diesen Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina d’Ampezzo ein ähnliches Missgeschick passiert. Ebba Andersson hatte da Langlauf-Silber gewonnen, beim Sprint zu den Fans und der Familie gingen Medaille und Band dann aber ebenfalls getrennte Wege. „Es war wohl meine eigene Blödheit“, sagt sie danach selbstkritisch. Was für Breezy Johnson nun eher keine gute Nachricht ist.
