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Mit Schumi am Steuer: Die Sehnsucht wird zur Sucht

Was sagt man, wenn der Mann am Steuer bei Tempo 120, linke Spur Bundesstraße, das Beifahrerfenster herunterfährt und sagt: „Willst du dem anderen mal den Außenspiegel verstellen?“ Bitte, was? Und was sagt man, wenn dieser Steuermann Michael Schumacher heißt und in dem Auto rechts auf gleicher Höhe Nico Rosberg sitzt!? Der Rekordweltmeister nutzt die Sekunde des Zögerns: „Lass es lieber, sonst erschrickt er sich noch.“ Und dann ist da dieses Grinsen, das leichte Zucken der Augenwinkel, das vom Schalk im Rennfahrer erzählt. Eine Mercedes-Ausfahrt im Sommer 2012 aus dem Remstal nach Untertürkheim. Ein Gespräch übers Leben mit dem Auto, viele der munteren Sätze aus dem Interview lesen sich heute ganz anders. Damals geht es darum, ob er noch ein viertes Jahr im Silberpfeil dranhängen soll: „Im Leben ergeben sich die Dinge. Ich habe gelernt, nichts übers Knie zu brechen. Die Zeit ergibt oft die Lösung.“ Es ist seine zweite Karriere, erst jetzt hat die breite Öffentlichkeit begriffen, dass ihr Schumi keine perfekte Maschine ist, sondern ein Mensch, der sich Schwächen leisten kann. Und der sich immer noch, immer wieder fürs Leben am Limit motivieren kann. Wir stehen im Stau, und er erzählt von seiner rasenden Sehnsucht, die eine Sucht ist: „Wenn du eins mit dem Auto wirst, wenn du an der Grenze bist und alles perfekt passt. Diese Momente, in denen das Auto in der Balance ist und alles mit dir harmoniert. Das ist es, was das Rennfahren an sich so besonders macht. Du kriegst es immer mal für einen Augenblick hin, für eine Kurve. Aber richtiger Flow, wenn der ganze Rhythmus perfekt ist, das ist selten.“ Angekommen, steht auf der Plakatwand vor dem Parkplatz: Racing is a state of mind.

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Erstellt:
3. Januar 2019, 03:14 Uhr

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