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Mit viel Dynamik und gutem Zug zum Tor

Tobias Gehrke ist sowohl sportlich wie auch menschlich gut beim Handball-Drittligisten HC Oppenweiler/Backnang angekommen. Der bisherige Spielgestalter des Ligarivalen TSB Horkheim soll künftig im Murrtal für zusätzliche Variabilität sorgen.

Bringt viel Dynamik und Zug zum Tor: Der neue HCOB-Spielgestalter Tobias Gehrke, der vom Unterland ins Murrtal gewechselt ist. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Bringt viel Dynamik und Zug zum Tor: Der neue HCOB-Spielgestalter Tobias Gehrke, der vom Unterland ins Murrtal gewechselt ist. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Die ersten Eindrücke sind positiv: Tobias Gehrke freut sich auf die Herausforderung beim Drittligisten Oppenweiler/Backnang. Der Neue vom TSB Horkheim will auf Anhieb Akzente setzen – und im Rückraum mit seiner Art, Handball zu spielen, zusätzliche Variabilität schaffen.

Ein Handballer mit einer solchen Spielweise habe dem HCOB noch gefehlt, sagte Teammanager Jonas Frank, als der Wechsel des 24-Jährigen im Februar in trockenen Tüchern war. „Er hat einen unheimlichen Zug zum Tor“, urteilte Frank – und verbindet dies mit der Hoffnung auf ein variableres Spiel aus dem Rückraum. Tobias Gehrke greift die Vorlage auf. „So dynamisch wie möglich“ wolle er die gegnerischen Abwehrreihen unter Druck setzen. Mit eine Größe von 179 Zentimetern sei er gegen die in der Dritten Liga oft imposanten Abwehrreihen nicht der klassische Shooter aus der zweiten Reihe. Er will die gegnerische Defensivreihe dafür mit hoher Geschwindigkeit ins Rotieren bringen. „Mir geht es darum, in der Abwehr einen zweiten Mann zu binden und dann meine Mitspieler einzusetzen.“ Folgt der Pass im richtigen Moment, tut sich der Nebenmann beim Torwurf leichter. „Über ein Tor, das ich meinen Mitspielern vorbereitet habe, kann ich mich genauso freuen wie über ein eigenes.“ Das Spiel auf der zentralen Position im Rückraum hat ihn seit seinen ersten Schritten als Jugendhandballer begleitet. „Aufgrund meiner Körpergröße wollten mich einige Trainer als Außen einsetzen“, erinnert sich der Sportler. Meist waren diese Ausflüge nur von kurzer Dauer.

Seine ersten handballerischen Schritte unternahm Gehrke als Vierjähriger beim Traditionsverein Frisch Auf Göppingen. „Schon mein Vater hat Handball gespielt. Die Minitrainerin war eine Bekannte. Und wir haben fußläufig zur Hohenstaufenhalle gewohnt.“ Faktoren, die den Weg vorzeichneten. Als Gehrke in die C-Jugend kam, gründete Frisch Auf das Nachwuchsleistungszentrum. „Da kamen Spieler von überallher“, die besten Talente aus einem großen Umkreis wechselten ins Filstal. Tobias Gehrke behauptete seinen Platz. In der B-Jugend spielte er mit seinem Nachwuchsteam in der höchsten Liga, der Baden-Württemberg-Oberliga. Mit der A-Jugend kämpfte er um die deutsche Meisterschaft.

Gehrke kam als Handballspieler weit herum und spürte, dass er es in höhere Spielklassen schaffen kann. Der Nachwuchsmann rückte in den Bundesliga-Kader auf. Er war in Hamburg und in Flensburg dabei. Und er durfte im Hexenkessel Göppinger Arena einlaufen – dort, wo er als Kind hinter dem Tor mitgefiebert hatte. Tobias Gehrke sagt zwar, „dass ich mir deshalb jetzt nicht Bundesliga-Spieler auf die Visitenkarte drucken würde“. Aber er sagt auch: „Das waren schon beeindruckende Erfahrungen.“

Parallel dazu wurde der frisch aus der A-Jugend entwachsene Nachwuchsmann mit einem Zweifachspielrecht für einen Drittligisten ausgestattet. Zur Wahl standen die SG H2Ku Herrenberg und der TSB Horkheim. Er entschied sich für den Klub aus dem Heilbronner Süden. Eine gute Wahl, wie Tobias Gehrke heute findet. Von Trainer Jochen Zürn habe er viel gelernt und an der Seite des bundesligaerfahrenen Andreas Blodig ebenfalls viel fürs eigene Spiel mitnehmen können.

Nach und nach spielte sich der Göppinger im Unterland selbst in den Vordergrund. Spätestens mit Blodigs Abschied im Jahr 2018 war Gehrke an zentraler Stelle im Aufbauspiel gesetzt. „Das war ideal, um Führungsqualitäten zu übernehmen.“ Sportlich lief es rund, der TSB platzierte sich kontinuierlich im Vorderfeld der Liga. Auch menschlich habe ihn die Zeit vorangebracht. „Als ich mit 19 nach Horkheim kam, kannte ich niemanden. In den fünf Jahren dort bin ich in vielen Facetten sehr gereift.“

Trotzdem war Gehrke nun bereit für eine Luftveränderung: „Viele Sachen waren zuletzt nicht mehr wie zu Beginn.“ So waren einige Spieler, mit denen er sich besonders gut verstand, nicht mehr dabei. „Nach fünf Jahren in der immer gleichen Halle hat mich was Neues gereizt.“ Das Interesse aus dem Murrtal kam zur rechten Zeit. „Ich habe den Verein verfolgt und gesehen, dass es nach oben geht; tabellarisch, aber auch vom Umfeld.“ Die ersten Eindrücke bestätigen ihn. „Dass es mit den anderen Spielern charakterlich passt, kommt nicht überraschend. Wir kannten uns aus vielen Spielen.“ Sehr positiv ist er auch von den Leuten rund ums Team angetan. „Man wird in allen Belangen hervorragend unterstützt.“ Deshalb sagt er schon jetzt: „Ich merke, wie gut mir der Wechsel getan hat.“

Nun ist die Hoffnung, dass der erste Eindruck auch von Dauer bleibt. Auch wenn man sich in der Mannschaft über das gemeinsame Ziel noch Gedanken machen will, sieht Gehrke schon eine Tendenz: „Die grobe Marschrichtung sollte schon dahingehen, dass wir den sehr guten sechsten Platz wieder erreichen wollen oder sogar einen besser.“ Er selbst will „schnell erste Duftmarken setzen. Man soll schon sehen, dass ich nicht aus der A-Jugend komme und dass ich der Mannschaft helfen kann.“

Auftakt macht Lust auf mehr

Die ersten Testspiele in heimischer Umgebung haben Tobias Gehrke Appetit gemacht. „Es durften zwar nur wenige Zuschauer kommen. Trotzdem hat man auf Anhieb gemerkt, wie wichtig sie sind und wie schön es wieder war, vor Zuschauern zu spielen.“

Das erste Punktspiel der Saison steht für Gehrke und den HCOB am Samstag, 3. Oktober, bei der HG Oftersheim/Schwetzingen an. Bei der ersten Heimpartie ist am Samstag, 10. Oktober, der HC Erlangen im Murrtal zu Gast.

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Erstellt:
9. September 2020, 06:00 Uhr

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