Mit viel Offensivdrang zum Auswärtssieg

Handball-Drittligist HC Oppenweiler/Backnang behält deutlich mit 36:27 beim abstiegsgefährdeten TV Hochdorf die Oberhand

Die Handballer des HC Oppenweiler/ Backnang haben ein Offensivfeuerwerk abgebrannt und den TV Hochdorf in dessen Halle mit 36:27 besiegt. Die Grundlage dazu legten die Gäste im zweiten Teil der ersten Halbzeit, als sie sich einen Fünftorevorsprung herauswarfen. Der Drittligist aus dem Murrtal überzeugte durch mannschaftliche Stärke.

Evgeni Prasolov hat im Rückraum des Handball-Drittligisten HC oppenweiler/Backnang für viel Betrieb gesorgt. Foto: A. Hornauer

© Alexander Hornauer

Evgeni Prasolov hat im Rückraum des Handball-Drittligisten HC oppenweiler/Backnang für viel Betrieb gesorgt. Foto: A. Hornauer

Von Alexander Hornauer

Die Hochdorfer stecken mitten im Abstiegskampf. Wenn sie in dieser Saison punkteten, hatte Torwart Roko Peribonio oft großen Anteil daran. Im Hinspiel in Oppenweiler hielt er – wiewohl der HCOB am Ende siegte – klasse. Im erneuten Duell kam der Ex-Bundesligaspieler nicht richtig in die Partie, schon nach zwölf Minuten räumte er seinen Platz für Sebastian Volk. Dem ging es nicht besser. Die Rückkehr des langjährigen Leistungsträgers Steffen Bühler brachte der Hochdorfer Defensive nicht von jetzt auf gleich die Stabilität, die nötig gewesen wäre, um dem enormen Druck des HCOB standhalten zu können.

Aus dem Rückraum sorgten Ruben Sigle, Felix Raff, Kevin Wolf und Evgeni Prasolov für viel Betrieb und für Unberechenbarkeit, die Gefahr ging von allen Positionen aus. Auch die Außen Marcel Lenz und Lukas Köder überzeugten durch Treffsicherheit. Die Kreisspieler Philipp Schöbinger und Jakub Strýc trugen ihren Teil zur Trefferflut bei, indem sie ihren Mitspielern die Wege durch die TVH-Abwehr freimachten. Bei den Hausherren hing viel an einem Spieler: Rückraum-Ass Tim Götz übernahm immer wieder Verantwortung. Er hatte mit seinen Toren wesentlichen Anteil daran, dass die Gastgeber mit 3:1 führten und beim 9:9 ein letztes Mal ausglichen.

Während sich die HCOB-Abwehr nach diesem torreichen Start steigerte und zwischen der 11. und der 30. Minute nur noch sechs Gegentore zuließ, klingelte es auf der anderen Seite weiter regelmäßig. In den Minuten vor der Pause machte sich das dann auch im Ergebnis deutlich. Trotz Unterzahl zogen die Gäste davon. Marcel Lenz traf sechs Sekunden vor der Pause zum 20:15, damit spiegelte sich die Überlegenheit im Resultat wider.

Nach dem Seitenwechsel waren es Aktionen von Tim Götz, die Hochdorf im Spiel hielten. Der dynamische Rückraumspieler ragte bei seinem Team deutlich heraus. Der TVH verkürzte den Rückstand einige Male auf drei Tore. Mehr ließen die Gäste in ihrem weißen Auswärtsdress aber nicht zu. Meist betrug der Vorsprung schnell wieder vier oder fünf Treffer. Als die Murrtaler zwischen der 45. und der 50. Minute zu einem erneuten Zwischenspurt ansetzten, in der Abwehr Bälle abfingen und durch Konter von 28:24 auf 32:24 erhöhten, waren die Weichen gestellt. Der HCOB blieb bis zum Abpfiff zielstrebig, spielte die letzten zehn Minuten konzentriert weiter. Hochdorfs Handballer konnten ihre Resignation nicht verbergen. Am Ende hieß es 36:27 für die Gäste, der vierte Auswärtssieg des HCOB war mit neun Toren Unterschied zugleich der deutlichste.

TV Hochdorf: Volk, Peribonio – Lenz (1), Götz (13/3), Corazolla, Bühler (3), Werthmann, Schwenzer (2/2), Lanninger (1), Novo, Braun (2), Klug (2), Gerdon (2), Medler (1).

HC Oppenweiler/Backnang: Beutel, Koppmeier – Lenz (8/1), Buck (1/1), Sigle (5), Wolf (5), Schöbinger (1), Prasolov (6), Strýc (2), Kuhnle, Csauth (1), Maurer (n.e.), Raff (2), Köder (5), Düren.

Siebenmeter: 5/6:2/2 (Schwenzer wirft am Tor vorbei). – Zeitstrafen: 6:6 Minuten (Corazolla/zweimal, Lanninger – Düren, Sigle, Strýc). – Schiedsrichter: Ahlgrimm/Backwinkel (Dortmund/Herdecke). – Zuschauer: 350.

Hintergrund
HCOB-Kreisläufer Philipp Schöbinger: „Wir sind zurück in der Erfolgsspur“

„36 Tore in Hochdorf schafft jedenfalls nicht jeder“, erklärte HCOB-Trainer Matthias Heineke. Konkret war dies bislang nur den Rhein-Neckar Löwen II gelungen. Es gab in dieser Runde auch schon Spiele, da warfen die Gäste nicht mal 20 Tore im „Biberbau“. HCOB-Kreisläufer Philipp Schöbinger meinte: „Wir sind zurück in der Erfolgsspur. Wir haben uns vorgenommen, es besser zu machen als letzte Woche in Haßloch, das ist uns gelungen. Ich denke, wir haben auch in der Höhe verdient gewonnen.“

Der HCOB festigte seinen Platz im vorderen Mittelfeld, hat 24 Punkte und damit einen mehr als in der kompletten vergangenen Saison. Heineke bilanzierte: „Ich habe mit einem torärmeren Spiel gerechnet, und dann stand es in der elften Minute schon 9:9. Wir haben uns dann aber defensiv stabilisiert und sind bis zur Pause trotz Unterzahl auf fünf Tore weg. Nach dem Wechsel blieb es bei diesem Abstand, da waren wir vielleicht nicht clever genug. Aber zugleich wollten wir unbedingt die letzten zehn Minuten gut spielen. Das ist uns gelungen.“

TVH-Trainer Steffen Drausnigg war enttäuscht: „In den ersten 20 Minuten hatten wir noch Zugriff auf das Spiel, dann hat der HC Oppenweiler/Backnang klar die Regie übernommen. Wir haben den Kampf nicht angenommen, darüber müssen wir reden.“ Im Kampf um den Ligaverbleib tritt der TVH auf der Stelle. Platz 14 ist nominell ein Abstiegsrang, und der Vorletzte TV Plochingen rückte durch ein Remis in Kornwestheim näher. Allerdings braucht der TVH den Kopf auch nicht in den Sand zu stecken, der Abstand nach vorne ist aufholbar.

Für den HCOB geht es am kommenden Samstag um 20 Uhr in der Backnanger Karl-Euerle-Halle mit einem Heimspiel gegen die HG Saarlouis weiter. Da die bisherigen drei Duelle mit den Saarländern jeweils knapp verloren gingen, ist die Motivation groß, den Spieß nun umzudrehen.

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Erstellt:
3. Februar 2020, 06:00 Uhr

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