Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Nach der Pause warten viele offene Fragen

Coronavirus zwingt selbst die Profis in die Knie – In fast allen Sportarten weiß keiner, wann und ob der Spielbetrieb weiter geht

Das Coronavirus legt den Sport lahm. Selbst die deutschen Erst- und Zweitligaklubs der Fußballer haben es mittlerweile begriffen und gestern die Saison unterbrochen. In anderen Sportarten waren die Entscheidungsträger schneller, ist der Spielbetrieb bereits unter- oder gar ganz abgebrochen. Wann es bei den anderen weiter geht, weiß derzeit keiner.

Vorläufig fliegt kein Ball mehr über den Rasen und durch die Hallen. Der Spielbetrieb in Deutschland wurde in allen Sportarten eingestellt. Wann es weiter geht, kann derzeit keiner sagen. Foto: Imago

© imago images/Rene Traut

Vorläufig fliegt kein Ball mehr über den Rasen und durch die Hallen. Der Spielbetrieb in Deutschland wurde in allen Sportarten eingestellt. Wann es weiter geht, kann derzeit keiner sagen. Foto: Imago

Von Uwe Flegel

Für den Württembergischen Landessportbund ist die Sache eindeutig. Per Pressemitteilung wird klar gemacht: „Die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, hat oberste Priorität.“ Das heißt für WLSB-Präsident Andreas Felchle, dass nicht nur der Spielbetrieb ruhen soll: „Wir empfehlen den Sportvereinen deshalb dringend, den Trainingsbetrieb bis zum Ende der Osterferien auszusetzen.“ Eine Empfehlung, der eigentlich alle Sportarten nachkommen. Ein Überblick.

Basketball: Der Basketballverband Baden-Württemberg hat den Spielbetrieb in sämtlichen Wettbewerben und Ligen bis auf Weiteres ausgesetzt. Der Verband hat zudem alle Maßnahmen, Tagungen, Lehrgänge und Sitzungen abgesagt.

Fußball: Die Paarungen der Ersten, Zweiten und Dritten Liga sind vorläufig abgesetzt. Wann und wie es bei den Profis weiter geht, das weiß niemand. Die SG Sonnenhof Großaspach hofft, dass sie nach einer Sitzung der 20 Drittligisten beim DFB am Montag in Frankfurt schlauer ist. In den Ligen drunter soll die Pause für Frauen, Männer und Jugend laut württembergischem Fußballverband mindestens bis 31. März dauern. Fraglich ist, ob das reicht. WFV-Pressesprecher Heiner Baumeister erklärt: „Die aktuelle Entwicklung um das Coronavirus wird täglich neu bewertet. Wir werden sie genau beobachten und entscheiden zu gegebener Zeit, inwieweit eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs möglich ist und welche weiteren Folgen sich für den Spielbetrieb ergeben.“ Ein Abbruch der Saison scheint nicht mehr undenkbar zu sein.

Handball: Bei den Männern und den Frauen ruht der Ball mindestens bis zum 19. April. Bei der Jugend wurde die Saison komplett abgebrochen. Wie es im Aktivenbereich für die Teams der HSG Sulzbach-Murrhardt, des Drittligisten HC Oppenweiler/Backnang und der SG Weissach im Tal weiter geht? „Spätestens zum 19. April 2020 wird über eine mögliche Wiedereinsetzung des Spielbetriebs sowie über die Saisonwertungen in den jeweiligen Landesverbänden entschieden und die Entscheidung dann veröffentlicht“, heißt es vonseiten des HVW.

Judo: Die TSG Backnang hatte ihr bundesoffenes U-15-Turnier bereits zu Beginn der Woche abgesagt. Der für den 18. April geplante Bundesligaauftakt der Männermannschaft aus dem Murrtal dürfte nicht mehr aktuell sein. Für die Frauen wir es erst im September ernst.

Radsport: Alle Radball-Spieltage fallen aus. Beim RSV Waldrems ruht auch der Trainingsbetrieb. Noch nicht hundertprozentig geklärt ist, ob das Rundstreckenrennen von Waldrems nach Horbach am 29. März abgesagt wird. Dazu gab’s gestern Abend eine Vereinssitzung.

Schach: Der aus Murrhardt stammende Verbandsspielleiter Carsten Karthaus erklärt: „Der Spielbetrieb wird bis Ostern ausgesetzt.“ Das betrifft alle Ligen in Württemberg. Dazu gehören der allgemeine Spielbetrieb, der Frauen-, der Senioren- und der Jugendspielbetrieb auf Verbands-, Bezirks- und Kreisebene in allen Wettbewerbsarten (Einzel-, Mannschafts- und Pokalmeisterschaften).

Sportkegeln: Der Spielbetrieb ist mit sofortiger Wirkung vorerst ausgesetzt. Das gilt für alle Spiele auf Bezirks- und Landesebene, für alle Jugendspiele, für alle Meisterschaften (Bezirk- und Württembergische) sowie alle Wettkämpfe. Nähere Informationen sollen noch folgen.

Tanzen: Für die Lateintänzer der TSG Backnang sowie des TSZ Weissacher Tal ist die Saison vorzeitig beendet. TSG-Pressesprecherin Melanie Merz erklärt: „Das letzte Turnier, das dieses Wochenende in Solingen hätte stattfinden sollen, wurde auf Intervention von sechs der acht beteiligten Erst-Bundesligisten abgesagt.“ Damit ist nach vier anstatt nach fünf Turnieren Schluss. Backnang beendet die Runde auf Rang sechs, bleibt Erstligist und hat sich für die deutsche Meisterschaft im November qualifiziert. Abgesagt wurde auch bereits das letzte Turnier der Zweiten Bundesliga Süd, das am 21. März hätte stattfinden sollen. Das B-Team der TSG hat somit keine Chance mehr, sich zu verbessern. Sie bleibt Neunter und steigt damit ab. In der Regional- und Landesliga bleibt es bei den drei bisherigen Wettkämpfen. Das Turnierwochenende am 28. und 29. März in Backnang fällt somit aus.

Tischtennis: Bis zum 17. April ist eine Pause angeordnet. Das gilt in allen Altersklassen von der obersten bis zur untersten Liga. Der Verband schreibt: „Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen beraten, ob eine Fortsetzung des Spielbetriebs in dieser Saison noch möglich ist. Ebenso werden in den nächsten Wochen und Monaten Entscheidungen getroffen, wie’s mit dem Spielbetrieb insbesondere in der kommenden Runde weitergehen soll (Spielklassen-Einteilung).“

Turnen: Auf württembergischer Ebene sind alle Wettkämpfe bis zum 20. April und alle Bildungsmaßnahmen bis zum 19. April abgesagt. Für bundesweite Wettkämpfe ist eine Pause bis einschließlich 5. April angeordnet. Das heißt, dass der Regionalligaauftakt der Frauenriege der TSG Backnang in der Backnanger Karl-Euerle-Halle eventuell stattfinden kann. Die Männer der TSG haben noch mehr Zeit, beginnt die Dritte Bundesliga doch erst am Samstag, 19. September.

Volleyball: Die Saison wurde diese Woche für alle Altersklassen und alle Ligen beendet. Regionalligist TSG Backnang hätte noch zwei Spiele machen müssen, in denen er sich aber nicht mehr vom Abstiegsplatz hätte verbessern können. Nach dem vorzeitigen Saisonende ist nun aber nicht ganz klar, wie gewertet wird. Der Volleyball-Landesverband Württemberg schreibt: „Regelungen zur Wertung und zum Auf- und Abstieg werden bis zum 20. März 2020 kommuniziert.“

Wasserball: Die Saison ist bis auf Weiteres unterbrochen. Beim Bezirksligisten TSG Backnang gilt das auch fürs Training.

Info

Die Absage des Spielbetriebs ist das eine, der Trainings- und Übungsbetrieb das andere. Das Resultat ist wiederum das gleiche. Derzeit geht nichts mehr. Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach hat bereits während dieser Woche den Trainingsbetrieb im Jugendbereich eingestellt. Beim Drittliga-Team wird vermutlich noch die DFB-Sitzung am Montag abgewartet und dann zumindest vorläufig pausiert oder nur noch eingeschränkt trainiert.

Bei den Fußballern der TSG Backnang läuft es ähnlich wie in Großaspach. In der Jugend ist eine Pause angedacht, bei den Aktiven wohl deutlich reduziert oder ebenfalls eingestellt. Genaueres wurde gestern in einer vereinsinternen Sitzung besprochen.

Fakten geschaffen hat die TSG Backnang 1846 TuS. Backnangs mit Abstand größter Verein setzt die gesamten sportlichen Aktivitäten wegen des Coronavirus bis mindestens 19. April sowohl in städtischen Hallen als auch in den eigenen Vereinsräumen (Hagenbachhalle und Gymraum) aus. Sobald sich Veränderungen ergeben, will die TSG die Öffentlichkeit informieren.

Beim TV Oppenweiler ist der Sport- und Übungsbetrieb ebenfalls eingestellt. Dort gibt es aber keine Angabe darüber, wie lange die Pause dauert. Ebenfalls abgesagt wurde der Theaterabend mit der Gruppe d’Mauldäschla am Freitag, 20. März.

Der HC Oppenweiler/Backnang hat für fast alle Aktiven- sowie für die Jugendmannschaft zumindest bis zum 29. März eine Pause angeordnet. Bei den Drittliga-Handballern gibt’s Gespräche, ob und in welchem Umfang noch trainiert wird.

Zum Artikel

Erstellt:
14. März 2020, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!