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Nach langer Leidenszeit wieder mittendrin

Fast zwei Jahre von einer Verletzung ausgebremst, ist Jamil Dem in Aspach vor dem morgigen Duell mit dem KSC auf einem guten Weg

Er ist der Nachzügler unter den Neuen bei Großaspachs Drittliga-Fußballern, unterschrieb erst Anfang Oktober bis 2020. Eine hartnäckige Verletzung hatte Jamil Dem seit Dezember 2016 außer Gefecht gesetzt, bei der SG Sonnenhof will der 25-Jährige wieder durchstarten. Der defensive Mittelfeldspieler hat gute Karten, im morgigen Heimduell gegen den Karlsruher SC (14 Uhr, Mechatronik- Arena) zur Startformation zu gehören.

In Halle zum ersten Mal volle 90 Minuten für Großaspach am Ball: Jamil Dem. Er hat gute Karten, auch morgen in der Startelf zu stehen. Foto: Imago

© imago/VIADATA

In Halle zum ersten Mal volle 90 Minuten für Großaspach am Ball: Jamil Dem. Er hat gute Karten, auch morgen in der Startelf zu stehen. Foto: Imago

Von Steffen Grün

Dem war schon mal auf bestem Wege, ein etablierter Drittliga-Profi zu sein. Als der Berliner 2015 von Herthas Reserve nach Chemnitz gegangen war, setzte er sich dort sofort durch. In seiner ersten Saison stand er in 34 von 38 Punktspielen 90 Minuten auf dem Platz, in der Hinserie der Saison drauf war das 13-mal der Fall. Beim 3:1 in Rostock am 17. Dezember 2016 traf er zum 1:0 – ohne zu ahnen, dass es für eine sehr lange Zeit sein letzter Einsatz sein würde.

„Mein rechtes Knie wurde unter Belastung immer wieder dick“, erzählt Dem, „der Grund wurde lange nicht gefunden.“ Weil die Ärzte meinten, es sei nichts Wildes, versuchte er es immer wieder, was es nicht besser machte. Als schließlich ein Anriss des Kreuz- und Außenbands diagnostiziert und ein Ganglion zwischen den Kreuzbändern entfernt wurde, schien Besserung in Sicht zu sein. Ein Irrtum. „Ich kam trotzdem nicht auf die Beine.“ Die Muskulatur hatte stark abgebaut, ein entzündeter Nerv in der Kniekehle bescherte zusätzliche Probleme, wieder war Reha in Berlin angesagt. Als Dem im März 2018 auf dem Sprung in das Mannschaftstraining war, stoppte ihn ein Knochenödem im Oberschenkel, die Reha startete von vorne.

Als der Vertrag in Chemnitz im Sommer endete, hatte Aspach den Hut schon in den Ring geworfen. „Wir hatten Kontakt seit April“, verrät Dem, dass ihn Zlatko Blaskic beim 3:2-Sieg der Schwaben in Sachsen angesprochen hatte. Der Co-Trainer und Sportchef Joannis Koukoutrigas hakten immer wieder nach, „aber ich wollte erst richtig gesund werden“. Dem trainierte bei Herthas Reserve mit, ab dem Drei-Ligen-Cup am 7. September im Fautenhau. „Aspach hat mir die Chance gegeben, wieder in der Dritten Liga Fuß zu fassen“, zeigt sich der Spieler dankbar und hat seit seiner Unterschrift große Fortschritte gemacht. Beim 1:5 im Test gegen Dresden bekam er 19 Minuten, beim 2:2 in München erstmals einen Platz im Drittliga-Kader. Sein Punktspiel-Comeback nach beinahe zwei Jahren dauerte beim 1:1 gegen Braunschweig dann bereits 23 Minuten. „Das war etwas ganz Besonderes.“

Noch besser wurde es zuletzt in Halle, auch wenn das Ergebnis mit dem 0:2 enttäuschend war: Dem spielte durch. „Ich habe es gut überstanden. Ich hatte ehrlicherweise nicht gedacht, dass schon 90 Minuten drin sind.“ Schwere Beine, die etwas länger als sonst seine Begleiter blieben, waren die einzige Rückmeldung seines Körpers. „Aber jetzt bin ich bereit für das KSC-Spiel.“ Weil Michael Vitzthum wohl weiter ausfällt, spricht vieles dafür, dass Dem im defensiven Mittelfeld erneut von Anfang an neben Sebastian Bösel aufläuft. Weiter will er nicht denken, sondern lieber von Woche zu Woche schauen. „Da hat mich die Zeit in der Reha geprägt.“

Den Liveticker zum KSC-Spiel und das Video tags darauf gibt es unter www.bkz-online.de. Höhepunkte sind anfangs nicht zu erwarten, denn alle Drittligisten protestieren mit einer Aktion gegen das Chaos um die Regionalliga- Reform und den Drittliga-Aufstieg. Das Motto „Stillstehen gegen den Stillstand“ bedeutet, dass alle Teams zu Beginn „für eine Minute die Füße stillhalten“. Die Botschaft: „Ohne uns rollt kein Ball, ohne uns kann die Zukunft der Dritten Liga nicht gestaltet werden.“

Nach langer Leidenszeit wieder mittendrin

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Erstellt:
1. Dezember 2018, 06:00 Uhr

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