100 Tage bis zur WM 2026

Nagelsmanns brisanter Kaderplan -Diese Stars müssen zittern

Der Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann nimmt 100 Tage vor der WM 2026 Formen an.

© picture alliance/dpa | Christian Charisius

Der Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann nimmt 100 Tage vor der WM 2026 Formen an.

Von Florian Huth

Fest steht: Joshua Kimmich bleibt Rechtsverteidiger, Oliver Baumann ist die Nummer eins – und Leon Goretzka darf auf eine tragende Rolle hoffen. Doch nicht jeder etablierte Name wird automatisch gesetzt sein.

Tor: Baumann führt – Hintertür für ter Stegen bleibt offen

Auf der Torhüterposition hat sich Julian Nagelsmann klar positioniert. Oliver Baumann geht als Nummer eins ins WM-Jahr – zumindest vorerst. „Natürlich wird Oli im März im Tor stehen und wird es wieder gut machen. Ich habe bei der Auslosung der Nations League schon gesagt, dass die eine Komponente die mit Marc ist und die andere, dass Oli es herausragend gut gemacht hat“, sagte Nagelsmann. Damit bleibt für Marc-André ter Stegen trotz Verletzung eine Option bestehen.

Abwehr: Kimmich rechts gesetzt, Fragezeichen hinter Rüdiger

In der Viererkette steht eine Personalie fest: Kapitän Joshua Kimmich bleibt Rechtsverteidiger. „Ja, dabei bleibt es“, bestätigte der Bundestrainer. Offen ist dagegen, wie es mit Antonio Rüdiger weitergeht.

„Es ist nicht in Stein gemeißelt und liegt viel an seiner Leistung. Ich habe ein super Verhältnis zu Antonio, einen guten Austausch über alle Facetten, in welcher Rolle er zurückkommen kann oder auch nicht zurückkommt, weil er nicht fit ist. Er hatte große Probleme mit seinem Knie“, sagte Nagelsmann.

Mittelfeld: Goretzka mit Rückenwind – Profilfrage auf der Doppelsechs

Im Zentrum kündigen sich spannende Weichenstellungen an. Nagelsmann denkt konsequent in Rollen – nicht in Vereinsstatus. „Du musst extrem darauf achten, wie ein Spieler damit umgeht, wenn er bei uns Kaderplatz 15 oder 16 ist, obwohl er bei seinem Verein als Top-6-Mann gilt.

Kann ein Spieler, der im Verein Stammspieler ist, bei uns in solch eine Rolle wachsen oder nicht“, sagte er und ergänzte: „Es gibt Spieler, die diese Rolle bei uns nicht gut erfüllen können. Und da geht es, das habe ich auch schon vor der EM betont, gar nicht um einen guten oder einen schlechten Charakter, sondern es geht darum, wer für welche Position geschaffen ist.“ Profiteur dieser Überlegungen ist Leon Goretzka vom FC Bayern München.

Sturm und Kaderstruktur: Unbequeme Entscheidungen angekündigt

Mit Blick auf das Gesamtgefüge des Teams kündigt Nagelsmann Überraschungen an – auch prominente Namen könnten betroffen sein. „Es wird Entscheidungen geben, das kann ich jetzt schon verraten, die vermutlich nicht auf supergroßes Verständnis stoßen. Nicht beim Spieler, aber auch nicht in der breiten Öffentlichkeit, weil vielleicht ein Spieler bei uns nicht in der ersten Elf eingeplant ist, der bei seinem Verein aber Stammspieler und Leistungsträger ist“, sagte der 38-Jährige.

Rund um die Länderspiele gegen die Schweiz in Basel (27. März) und Ghana in Stuttgart will der Bundestrainer „Rollengespräche“ führen. Am 19. März 2026 gibt er sein Aufgebot bekannt.

„Der Kader wird dem, mit dem wir zur WM reisen wollen, schon sehr ähneln. Natürlich kann sich auch danach noch etwas ändern, aber generell ist die Grundidee, dass der März-Kader und das WM-Aufgebot artverwandt sind“, sagte Nagelsmann.

Die Hierarchie nimmt Form an – von hinten nach vorne

Doch die finale WM-Besetzung entscheidet sich nicht allein über Namen, sondern über Rollen. „Stand jetzt wird Leon Goretzka, trotz weniger Spielzeit bei Bayern, gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali. Weil er einer ist, der auch in den Sechzehner geht, der kopfballstark ist und eine gute Wucht mitbringt“, erklärte Nagelsmann.

Bei Aleksandar Pavlović und Felix Nmecha sieht der Bundestrainer hingegen Überschneidungen. „Wir brauchen für den offensiveren Part ein etwas anderes Profil, aber einer von beiden hat auf jeden Fall gute Chancen zu spielen“, sagte Nagelsmann, der „in Deutschland schon einen richtig stabilen, zweikampfstarken Sechser - auch in der Luft“ vermisst.

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Erstellt:
3. März 2026, 05:28 Uhr

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