Olympia 2026
„Nicht die feine Art“ – DOSB-Chef schießt gegen die Deutsche Bahn
Die Deutsche Bahn hat im Zusammenhang mit den Winterspielen von Mailand und Cortina ein Aktionsangebot beworben. Der DOSB-Chef Otto Fricke findet das alles andere als gut.
© Team D
Otto Fricke ist seit September 2025 Vorstandsvorsitzender des DOSB.
Von Dirk Preiß
Er sei, sagte Otto Fricke, ja eigentlich „großer Bahn-Fan“. In seinem früheren Job als Politiker und Mitglied des Bundestages habe er es auf jährlich bis zu 42 000 Kilometer im Zug gebracht. Derzeit fährt er aber eher Auto und Bus – und ist von der Deutschen Bahn eher genervt.
Fricke ist seit September 2025 Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Bei den Spielen von Mailand und Cortina ist er zuletzt viel zwischen den einzelnen, weit auseinanderliegenden Wettkampfstätten gependelt. Am Sonntag zog er gemeinsam mit Olaf Tabor, dem DOSB-Vorstand Leistungssport, eine Zwischenbilanz. Und kam dabei auch auf die Deutsche Bahn zu sprechen.
Das „Staatsunternehmen“, wie es Fricke immer wieder nannte, hatte vor Beginn der Spiele ein spezielles Aktions-Angebot. „Gold für Deutschland – Freifahrten mit der Probe BahnCard Gold“, hieß es da. In der weiteren Beschreibung war dann von den „Winterspielen Milano Cortina“ die Rede, das Wort „Olympia“ wurde bewusst vermieden. Die Aktion lief vom 16. Januar bis zum 5. Februar.
Frickes Problem ist nun: Die Deutsche Bahn nutzt die Spiele und stellt auch einen Bezug zu den deutschen Sportlerinnen und Sportlern her. Als Sponsor tritt das Unternehmen beim DOSB dagegen nicht in Erscheinung. „Das ist nicht die feine Art“, findet der frühere FDP-Politiker, „die Deutsche Bahn setzt sich in Sachen Marketing auf das Thema, ohne dass etwas bei den Athletinnen und Athleten ankommt.“ Dass ein „Staatsunternehmen“ das macht, sei „schofelig“, also mindestens unangemessen.
Dieses Störgefühl habe man der Bahn auch schon mitgeteilt, sagte Otto Fricke – und man würde sich freuen, wenn sich das Unternehmen künftig auch im deutschen Sport finanziell engagiert. Dabei dürfe es auch gerne der Breitensport sein. Mobilitätspartner des DOSB ist mittlerweile übrigens ein französischer Automobilhersteller.
