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Noch sind längst nicht alle Fragen geklärt

Handballer beenden Runde auf Verbands- und Bezirksebene vorzeitig – Drittligist Oppenweiler/Backnang braucht weiter Geduld

Die Coronapandemie hat den Sport zum Erliegen gebracht. Im Handball wurde nun beschlossen, den Spielbetrieb auf Verbands- und Bezirksebene für diese Saison zu beenden. Das gibt den allermeisten Sportlern der SG Weissach im Tal, der HSG Sulzbach-Murrhardt und des HC Oppenweiler/Backnang eine gewisse Planungssicherheit. Fürs HCOB-Drittliga-Team heißt es allerdings, weiterhin abzuwarten.

Muss einen Haken hinter die Saison setzen: Alexander Belz. Der württembergische Handballverband hat beschlossen, die Runde auf Verbands- und Bezirksebene wegen der Coronakrise abzubrechen. Für die HSG Sulzbach-Murrhardt bedeutet das, dass sie die Bezirksliga auf Platz neun beendet. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Muss einen Haken hinter die Saison setzen: Alexander Belz. Der württembergische Handballverband hat beschlossen, die Runde auf Verbands- und Bezirksebene wegen der Coronakrise abzubrechen. Für die HSG Sulzbach-Murrhardt bedeutet das, dass sie die Bezirksliga auf Platz neun beendet. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Der Handballverband Württemberg hat nicht nur beschlossen, die Saison zu beenden. Die Funktionäre teilten auch mit: Absteiger wird es keine geben, Aufstiege sollen aber möglich sein. Das hört sich klar an, lässt aber trotzdem noch Fragen offen. Die interessanteste und grundlegendste ist, ob der Spielbetrieb zur neuen Runde im August oder im September wieder aufgenommen werden kann. Allerdings ist sie auch die am schwierigsten zu beantwortende. Etwas einfacher, aber knifflig genug, ist die Frage nach der Wertung der nun abgebrochenen Runde. Hier wird kurzfristig ein Beschluss des Bundesrates des Deutschen Handball-Bundes erwartet. Als wahrscheinlich gilt, dass die Tabellenstände mithilfe einer Quotientenregel ermittelt werden. Dazu werden die Pluspunkte durch die Anzahl der Spiele geteilt. Für den Fall, dass zwei Teams den gleichen Quotienten aufweisen, soll der DHB weitere Entscheidungskriterien benennen.

Die Folgen für die Ligen auf Verbandsebene und die angekündigte Spielklassenreform: Geplant ist, zwischen Württemberg- und Landesliga eine zusätzliche Ebene anzusiedeln, die Verbandsliga. Sie soll sich aus Absteigern aus der Württembergliga sowie Aufsteigern aus der Landesliga zusammensetzen. Wenn es aber – da es so im HVW-Beschluss steht – keine Absteiger geben soll, lässt sich das schwerlich umsetzen. Zudem: Was passiert mit den Klubs, die in der Landesliga auf Verbandsliga-Kurs waren?

Der HC Oppenweiler/Backnang ist mit zwei Teams involviert. Die Männer II in der Württembergliga mussten zwischendurch einen Doppelabstieg aus der (aktuell) fünften Liga in die (künftig) siebtklassige Landesliga befürchten. Zuletzt verbesserte sich der HCOB II von Rang 14 auf 12 und war auf Kurs in Richtung Verbandsliga. Und nun? Spielertrainer Sebastian Forch kann sich aufgrund der Mitteilungen des HVW vorstellen, dass der Grundsatz „keine Absteiger“ seinem Team eine weitere Runde in der fünftklassigen Württembergliga einbringt.

Die HCOB-Frauen, nach der Quotientenregel Erste der Landesliga, beobachten die Entwicklung ebenfalls gespannt. Kommt die Verbandsliga nicht, könnte es als Meister direkt in die Württembergliga gehen. Spielertrainerin Judit Lukács sagt: „Das wäre eine große Herausforderung. Aber wir wären bereit.“ Für die Teams auf den Rängen zwei bis vier hieße es wohl, dass sie in der Landesliga bleiben. Das würde bei den betroffenen Vereinen keine Begeisterung hervorrufen, aber nicht dem vom HVW kommunizierten Grundsatz widersprechen.

Mindestens so wahrscheinlich ist, dass die Verbandsoberen die Verbandsliga trotzdem einführen. Weil es das mit dem „keine Absteiger“ dann aber gewesen wäre, baut Verbandsmanager Thomas Dietrich schon verbale Brücken. In der Waiblinger Kreiszeitung wird er wie folgt zitiert: „Von der Württembergliga aus gesehen liegt die Verbandsliga zwar um eine Klasse tiefer, aber von unten betrachtet bleibe die Höhe unverändert: eine Stufe über der Landesliga. Somit könne man also vom Klassenverbleib statt vom Abstieg sprechen.“ Ob die Vereine, die von der fünften in die sechste Liga müssten, das auch so sehen?

Für den HCOB würde die Einführung der Verbandsliga das bedeuten, was sich sportlich angebahnt hatte: Männer II und Frauen I gehen kommende Saison in dieser neuen Spielklasse auf Punktejagd. Aber sicher ist das wohl erst Mitte Mai.

Die Auswirkungen auf den Spielbetrieb auf Bezirksebene: Hier ist eigentlich alles klar. Die Ligen sind hierarchisch übereinander angeordnet, da lässt sich manches austarieren. Für die Männerteams der SG Weissach im Tal (Bezirksklasse) und des HC Oppenweiler/Backnang IV (Kreisliga A) sowie die Frauen aus Weissach (Bezirksklasse) bringt der Abbruch mit sich, dass nicht mehr um die Spielklassenzugehörigkeit gebangt werden muss. Für den stellvertretenden SGW-Abteilungsleiter Kristian Mertlik bringt das den positiven Aspekt mit, „dass unser Ziel, mit beiden Mannschaften den Nichtabstieg zu schaffen, damit erreicht ist“. Allerdings ist er sicher, dass das auch sportlich vollends gelungen wäre. Eine Spielklassenveränderung in eine höhere Liga steht der zweiten Frauenmannschaft des HCOB bevor, die die Bezirksklasse anführt und künftig wohl in der Bezirksliga spielen wird. Die HSG Sulzbach-Murrhardt II steht als Tabellenführer der Kreisliga A vor dem Sprung in die Bezirksklasse. Außerdem hofft Abteilungsleiterin Martina Fricker, dass die auf Rang zwei notierte zweite Männermannschaft aus der Kreisliga A in die Bezirksklasse aufsteigen darf, „weil sie in dieser Saison eine sehr gute Entwicklung gemacht hat“.

Was macht die Dritte Liga: Noch ist nicht entschieden, wie es in der Dritten Liga weitergeht. Folglich befinden sich auch die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang im Wartestand. Besonders realistisch ist allerdings nicht, dass nochmals gespielt werden kann. Erfolgt der Abbruch, dann gilt auch hier: Aufsteiger ja, Absteiger nein. Das würde in Summe dazu führen, dass es bundesweit vorübergehend wohl über 70 Drittligisten gäbe, aktuell sind es 64. Auch hier darf gespannt abgewartet werden, wie das spieltechnisch gelöst werden kann.

Info

Nachdem geklärt ist, dass die Aktiven
in den nächsten Monaten nicht mehr spielen, rückt ein anderes Thema terminlich näher: Die Qualifikationsspiele der Jugendteams für die neue Runde. „Eigentlich würde es am 25. April losgehen“, berichtet Martina Fricker (HSG Sulzbach-Murrhardt). Weil daraus nichts wird, kann sie sich vorstellen, die Jugendteams noch einmal in den Klassen spielen zu lassen, in denen sie bereits in der nun abgebrochenen Runde aktiv waren. Weissachs Kristian Mertlik hält es für denkbar, „dass man eine Umfrage unter den Vereinen macht, wie sie ihre Mannschaften einschätzen“, und diese Ergebnisse – in der Hoffnung auf realistische Einschätzungen – als Basis für die Einteilung nimmt.

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Erstellt:
16. April 2020, 06:00 Uhr

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